Wie ticken eigentlich Smartphone-Besitzer?

Wo setzen Smartphone-Besitzer Smartphones, Tablets oder gar Smartwatches außer Haus ein? Die Informations- und Kaufprozesse haben sich durch die Einführung des mobilen Internets und die Präsenz mobiler Endgeräte fundamental verändert.

Von Dr. Eva Stüber, IFH/ECC Köln 25.04.2016

© IFH Köln

Eine Kurzstudie des ECC Köln in Zusammenarbeit mit CoreMedia, IBM und T-Systems Multimedia Solutions nimmt das Verhalten von Smartphone-Besitzern unter die Lupe und zeigt, worauf sich Händler einstellen müssen. Smartphones sind – wenig verwunderlich – vor allem bei den unter 20-Jährigen, der so genannten Generation Z, beliebt. Dabei nutzen Vertreter dieser Generation das Smartphone in den gleichen Situationen wie die Babyboomer – nur wesentlich ausgeprägter: In Wartesituationen greift mehr als die Hälfte häufig oder sehr häufig zum Smartphone. Sogar im Ladengeschäft recherchieren 17 Prozent der jungen Smartphone-Besitzer mit dem Smartphone und auch während eines Beratungsgesprächs nutzt fast jeder Zehnte der Generation Z sein Smartphone.

Empfehlungen bewegen Smartphone-Besitzer zum Kauf

Mobile Endgeräte verändern jedoch nicht nur das Verhalten der Konsumenten in den Ladengeschäften, sondern auch, wie Konsumenten im Vorfeld des Kaufs durch Unternehmen auf das entsprechende Produkt aufmerksam gemacht werden können. Neben traditionellen Impulsen wie Werbung, Kataloge oder Prospekte, bieten die mobilen Endgeräte für Unternehmen neue Möglichkeiten. Unternehmen können beispielsweise durch Push-Nachrichten, die als mobile Impulse in Echtzeit an viele Endgeräte gesendet werden können, Konsumenten zum Kauf, im Ladengeschäft oder online, animieren.

Doch trotz dieser neuen, mobilen Beeinflussungsmöglichkeiten durch Unternehmen sind Freunde, Bekannte oder Kollegen auch für Smartphone-Besitzer Impulsgeber Nummer eins! Fast jeder fünfte Kauf außerhalb der eigenen vier Wände, wird durch die Empfehlung von Freunden, Bekannten oder Kollegen ausgelöst. Auch Kundenrezensionen und -bewertungen stehen bei Smartphone-Besitzern weiterhin hoch im Kurs. Sie lösen circa 12 Prozent der Käufe außer Haus aus.

Die Generation Z zeigt, was auf die Händler zukommt

Die Ergebnisse der aktuellen Kurzstudie sind richtungsweisend im Hinblick auf die Smartphone-Nutzung beim stationären Shopping. Die jungen Smartphone-Besitzer nutzen sie im Ladengeschäft bereits heute vermehrt. Auch sogar während eines Beratungsgesprächs. Die Generation Z zeigt somit, was auf die Händler zukommt. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass Konsumenten zukünftig die mobile Onlineinformationsrecherche verstärkt in den Auswahl- und Beratungsprozess in stationären Ladengeschäften integrieren werden. Unternehmen sollten daher ihren Konsumenten nicht nur freies WLAN im Ladengeschäft zur Verfügung stellen, sondern auch ihr eigenes Angebot darauf anpassen und die relevanten Inhalte für ihre Zielgruppe mobil bereitstellen. Außerdem zeigt die Kurzstudie auf, dass Smartphone-Besitzer trotz vielfältiger Impulse durch die Unternehmen weiterhin auf die Empfehlungen anderer vertrauen! Ein aktives Beschwerdemanagement der Unternehmen ist somit unabdingbar, um negative Mundpropaganda und Rezensionen durch unzufriedene Konsumenten erst gar nicht entstehen zu lassen und den positiven Einfluss der Impulse auf das Kaufverhalten zu nutzen.

Schlagworte: Smartphone, Generation Z, Tablet

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