Voice Commerce

Sprachassistenten erobern den Alltag

Mit der zunehmenden Verbreitung von Sprachassistenten und Smartspeakern entwickelt sich Voice Commerce zum nächsten großen Trend. Jeder dritte Internetnutzer in Deutschland nutzt bereits digitale Sprachassistenten, so eine aktuelle Studie.

12.11.2019

© Google

28,6 Prozent der befragten Verbraucher nutzen Sprachassistenten vor allem im Auto, etwa bei der Navigation. Künftig werden Kunden auch ihre Einkäufe während der Fahrt erledigen.

Während 34,3 Prozent der Verbraucher Sprachsteuerung verwenden, planen weitere 14,8 Prozent dies künftig auszuprobieren, wie eine neue repräsentative Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zur Nutzung von Sprachassistenten zeigt. Besonders beliebt sind die sprechenden Helfer bei den 30- bis 39-Jährigen. In dieser Altersklasse haben bereits 44,9 Prozent einen Sprachassistenten genutzt.

Auch mit zunehmender Kinderzahl nimmt die Beliebtheit der Sprachassistenten zu: Bei den Befragten, die in Haushalten mit einem Kind leben, sind es 39,3 Prozent, bei Familien mit zwei Kindern sind es bereits 44,8 Prozent und bei Haushalten mit drei und mehr Kindern sogar schon fast jeder Zweite (47 Prozent), der von der neuen Technologie Gebrauch macht.

Auto hört aufs Wort

28,6 Prozent der Befragten nutzen Sprachassistenten vor allem im Auto. Der Vorteil: Die Nutzer können sich so besser auf den Verkehr konzentrieren und werden nicht durch den Blick auf das Smartphone oder das Navigationsgerät abgelenkt. Zu Hause werden die Sprachassistenten vor allem im Bett (16,7 Prozent) und in der Küche (14,7 Prozent) genutzt, um zum Beispiel beim Kochen die nächste Zutat abzufragen. Auffällig: Vor allem Singles (27 Prozent) nutzen die Sprachtechnologie gerne im Bett. 12,7 Prozent der Befragten nutzen die sprechenden Helfer auch unterwegs. Drei Prozent tauschen sich auf der Arbeit beziehungsweise in der Uni oder der Schule mit Sprachassistenten aus. 2,8 Prozent verwenden sie im Kinderzimmer.

Die Sprachassistenten sind schon heute praktische Helfer im Alltag. Laut der GfK-Studie hat in den letzten zwölf Monaten fast jeder zweite Befragte (47,3 Prozent) aktuelle Nachrichten sowie Wetter- oder Verkehrsmeldungen über die neue Technologie gehört, 38,5 Prozent lassen sich Wissensfragen beantworten und 38,2 Prozent steuern die Navigationssoftware per Voice. Vor allem die 50- bis 59-Jährigen (53,2 Prozent) stellen den Sprachassistenten gerne Wissensfragen. Bei der Navigation greifen insbesondere Männer sehr häufig auf die Voice-Technologie zurück. So gaben 44,4 Prozent der männlichen Befragten und 31,1 Prozent der Frauen an, in den letzten zwölf Monaten einen Sprachassistenten zur Routenplanung genutzt zu haben.

34,9 Prozent nutzen die sprechenden Helfer um Kontakte anzurufen, 27,9 Prozent spielen Entertainmentinhalte ab, hören Musik oder lassen sich Filme streamen. 21,2 Prozent wiederum nutzen Voice, um Funktionen im Smarthome wie Lampen, Heizungen oder Rolläden zu steuern. Weitere 18,6 Prozent verwalten ihre Termine per Sprachsteuerung. 6,1 Prozent haben in den vergangenen zwölf Monaten schon einmal Essen oder ein Taxi per Sprachbefehl bestellt. Und 5,9 Prozent haben sogar schon  Produkte via Sprachtechnologie gekauft.

Vor allem die jüngeren Befragten bestellen gerne über die intelligenten Lautsprecher: In der Altersklasse der 18- bis 29-Jährigen haben dies schon 11,4 Prozent getan, bei den 30- bis 39-Jährigen immerhin 9,2 Prozent. Auch regionale Unterschiede sind zu erkennen: In den neuen Bundesländern haben in den letzten zwölf Monaten bereits 11,6 Prozent per Sprachassistent eingekauft, während in den alten Bundesländern erst 4,3 Prozent die praktischen Helfer zum Einkaufen genutzt haben.

Shopping per Sprachbefehl

Das Onlineshopping via Sprachbefehl soll die Zukunft sein. 26 Prozent der Befragten können sich bereits vorstellen, in Zukunft Produkte und Dienstleistungen per Sprachsteuerung zu kaufen. Weitere 14,1 Prozent sind noch unschlüssig. Männer stehen der neuen Technologie deutlich aufgeschlossener gegenüber: So können sich 30,1 Prozent der Männer, aber nur 22 Prozent der Frauen vorstellen, per Voice zu shoppen. Besonders großes Interesse zeigen auch hier Familien mit Kindern: Bei Haushalten mit zwei Kindern sind es 40,2 Prozent und bei Haushalten, in denen drei und mehr Kindern leben, sogar jeder zweite Befragte (49,8 Prozent), der Produkte oder Dienstleistungen über die Sprachtechnologie kaufen würde.

9,5 Prozent haben es schon ausprobiert und mindestens einmal Produkte oder Dienstleistungen über einen Sprachassistenten bestellt. In der Altersklasse der 18- bis 29-Jährigen sind es bereits 16,4 Prozent, die von dieser neuen Möglichkeit des Einkaufens Gebrauch machen. Insbesondere in Berlin ist das Einkaufen per Sprachbefehl sehr bliebt: Hier hat dies im vergangenen Jahr schon jeder Fünfte (19,4 Prozent) mindestens einmal getan. Deutschlandweit wollen es immerhin 20,7 Prozent der Befragten in den kommenden zwölf Monaten ausprobieren.

Bequemlichkeit ist Trumpf

Online bezahlen ist praktisch – noch bequemer wäre es jedoch, wenn man dem Computer oder dem Smartphone einfach zurufen könnte, eine Zahlung zu tätigen. Das haben 7,4 Prozent der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens schon einmal gemacht. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es bereits 13 Prozent, die schon per Sprachbefehl bezahlt haben. Weitere 14,1 Prozent der Befragten planen es im kommenden Jahr auszuprobieren.

Der Hauptgrund für die Nutzung von Sprachassistenten liegt in der Bequemlichkeit der Anwender. So sehen auch 13 Prozent den größten Vorteil darin, dass sie die Hände frei haben und mehrere Dinge gleichzeitig erledigen können. 8,8 Prozent glauben, dass das Einkaufen mittels Sprachsteuerung schneller als Onlineshopping oder Einkaufen via App geht. Zudem geben 7,2 Prozent an, dass Sprachsteuerung dabei hilft, Routineeinkäufe automatisch zu erledigen. Denn vor allem standardisierte Einkäufe lassen sich schnell und einfach über Sprachassistenten abwickeln. Kunden- und Zahlungsdaten müssen nur einmalig hinterlegt werden.

Schlagworte: Einzelhandel, Voice Commerce, Omnichannel, Digitalisierung, Sprachassistent

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