Metro und Target starten Accelerator

Mit neun Technologie-Start-ups geht der neue, gemeinsam betriebene Retail-Accelerator von Großhändler Metro und der US-Einzelhandelskette Target in die erste Runde. Welche Ideen die Gründer aus Frankreich, Deutschland, Israel, den USA und Schweden treiben.

07.05.2019

© Alexander Blinov/Alamy Stock Photo & Target PR

Metro und Target bündeln ihre Kräfte, um internationale Start-ups zu fördern, deren Technologien den Handel nach vorn bringen.

In den kommenden drei Monaten können die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle mit umfassender Unterstützung durch Metro und Target weiterentwickeln, verfeinern und testen. Jedes Start-up erhält ein Wandeldarlehen und wird durch potenzielle Pilotprojekte, Skalierung ihrer Geschäftsmodelle sowie Branchenwissen gefördert. Am 8. August stellen die Teams ihre Lösungen potenziellen Investoren und zentralen Akteuren bei Target in Minneapolis vor.

„Der Groß- und Einzelhandel zählt zu den Branchen mit dem stärksten digitalen Wachstum. Daher ist der Austausch zwischen Start-ups und Branchenexperten im Rahmen dieses Programms der Schlüssel zur Entwicklung wichtiger Wettbe-werbsvorteile“, so Sylvia Dudek, Programmdirektorin des Metro Target Retail Accelerator. „Mit diesem gemeinsamen Programm können wir Start-ups noch gezielter fördern und damit auf dem Erfolg unseres ersten Programms aufbauen.“

Der neue „Metro Target Retail Accelerator, Certified by Techstars“ bietet in seiner ersten Runde diesen Start-ups eine Bühne: 

Afresh aus San Francisco (USA) – Die Technologie von Afresh bringt Intelligenz in die Lieferkette für frische Lebensmittel und reduziert somit die Lebensmittelverschwendung. Durch maschinelles Lernen analysiert Afresh Kundendaten und prognostiziert die Produktnachfrage. Die zuständigen Mitarbeiter im Handel können dann mit der Afresh-Software die exakt benötigte Menge an frischen Lebensmitteln bestellen.

CB4 Analytics mit Hauptsitz in New York (USA) und Büros in London (Großbritannien) und Herzlia (Israel) – Die patentierte Software von CB4 nutzt maschinelles Lernen und deckt betriebliche Probleme wie etwa Be-stand auf, die Artikel mit hoher lokaler Nachfrage in Filialen betreffen. Durch die Analyse von Point-of-Sale-Daten (POS) erkennt CB4 die bei Kunden beliebtesten Artikel und löst im Bedarfsfall eine Empfehlung zur Behebung eines Problems aus. Mit CB4 steigern Händler ihre neuen Netto-Umsätze um 0,5–2 Prozent.

Einride aus Stockholm (Schweden) – Straßengüterverkehr neu gedacht: Die Lösung von Einride basiert auf autonomen, vollelektrischen Fahrzeu-gen, die von einer intelligenten Navigationssoftware koordiniert werden. Diese Lösung berücksichtigt beispielsweise Kunden- und Verkehrsdaten, um Lieferzeiten, die Akkulaufzeit des Fahrzeugs und den Energiever-brauch zu optimieren. So werden Fahrten von A nach B so effizient wie möglich durchgeführt und geplant.

Idee aus München (Deutschland) – Das Softwareunternehmen Idee erstellt wiederverwendbare digitale „Identitäten“, so dass Nutzer sofort und ganz ohne Passwort oder Dateneingabe bezahlen und sich verifizieren lassen können. Idee nutzt das Smartphone des Nutzers sowie Krypto- und Blockchain-Technologie, um diese digitalen Identitäten zu erstellen.

LISNR aus Cincinnati (USA) – LISNR hat einen neuen Kommunikationsstandard entwickelt. Anders als Bluetooth oder WLAN basiert die Tech-nologie von LISNR auf einer Datenübertragung per Ultraschall, die eine sichere Kommunikation zwischen mobilen Geräten und dem POS-Zahlungsterminal über einen Lautsprecher oder ein Mikrofon ermöglicht. Diese Technologie kann die Daten des Kunden übertragen, um seine Identität zu überprüfen, Käufer zu authentifizieren und Zahlungen sicher abzuwickeln. Das Ergebnis: ein nahtloses und einfaches Einkaufserlebnis.

Perksy aus New York (USA) – Perksy ist eine Plattform für Marktforschung der nächsten Generation, die Echtzeitforschung mit Vertretern der Generationen Y und Z über eine immersive, gamifizierte App für Mobilgeräte durchführt, bei der die Nutzer für die Beantwortung von Fragen zur Marke belohnt werden.

Sezzle aus Minneapolis (USA) – Sezzle ist eine US-amerikanische Zahlungsplattform für „jetzt einkaufen, später bezahlen“, die Händlern dabei hilft, ihre Onlineverkäufe und Bestellwerte zu steigern. Kunden können sofort kaufen und später mit zinslosen Ratenplänen bezahlen.

Shelfbucks aus Austin (USA) – Shelfbucks bietet eine Echtzeit-Merchandising-Analytikplattform, die automatisch die tägliche Verkaufsperformance von Angeboten im Geschäft und den Bestand von der Lieferkette bis zum Verkaufsraum verfolgt und verbessert, um eine vollständige Transparenz für Händler und Lieferanten zu gewährleisten.

UntieNots aus Paris (Frankreich) – UntieNots bietet Händlern eine KI-gestützte, gamifizierte Lösung für mehr Kundentreue. Kunden erhalten via Smartphone-App personalisierte Aufgaben, die sie bewältigen müssen, um Belohnungen zu erhalten. Die Mission, die Bedingungen und die Belohnungsstufe sind individualisiert. Die Herausforderungen werden in der Online-App und in der App des Händlers angezeigt.

Schlagworte: Einzelhandel, Accelerator, Omnichannel, Digitalisierung

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