Kundenbindung per App

Eine Umfrage zeigt, dass stationäre Einzelhändler die Möglichkeiten mobiler Endgeräte nur unzureichend nutzen. So schauen sich 58 Prozent der Kunden Produkte im Laden an und kaufen dann online. Mit Shopping-Apps binden stationäre Einzelhändler diese Kunden an sich.

03.04.2018

© Scandit

In der Umfrage des Software-Entwicklers Scandit wurden mehr als 1.500 Verbraucher in den USA, Großbritannien und Deutschland unter anderem nach der Nutzung von Mobilgeräten beim Einkaufen im stationären Einzelhandel gefragt. Das Ergebnis: Mehr als 63 Prozent der Befragten nutzen ihr Smartphone zumindest gelegentlich zum Onlineshopping.

Wenig Nutzung im Laden
Allerdings verwenden nur 45 Prozent der Befragten ihre Smartphones auch zur Unterstützung des Einkaufens in Ladengeschäften. 44 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Nutzung eines mobilen Geräts im Laden ihr Einkaufserlebnis verbessern könnte. Bei denjenigen, die ein mobiles Gerät nutzen, ist das Smartphone mit großem Abstand am beliebtesten: 83 Prozent nutzen das Handy, 14 Prozent ein Tablet und nur 3 Prozent Wearables wie Smartwatches oder Smartglasses. Gut die Hälfte (54 Prozent) der Befragten gaben an, dass sie erwarten, dass auch stationäre Einzelhändler eine mobile Shopping-App anbieten. Allerdings nutzt derzeit die Mehrzahl der Einzelhändler die sich hier bietenden Möglichkeiten noch nicht.

Vielen Kunden (59 Prozent) ist bekannt, dass sie in einem Laden mit mobilen Geräten die Barcodes auf Artikeln scannen können. Eine entsprechende mobile Scan-App würden die Konsumenten beim Einkaufen bevorzugt für folgende Aktivitäten nutzen: 30 Prozent würden Self-Checkout durchführen, 26 Prozent würden nach Artikeln suchen und jeder Vierte würde damit auf Kundenrezensionen für bestimmte Artikel zugreifen.

Apps verhindern Showrooming
Die Umfrage zeigt auch, in welchem Umfang Kunden das bei Einzelhändlern gefürchtete „Showrooming“ – Produkt im Laden anschauen und anschließend online kaufen – betreiben: 16 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich häufig in Läden umsehen und die Produkte anschließend im Web über ein mobiles Gerät kaufen; weitere 42 Prozent gaben an, dies gelegentlich zu tun.

„Hier muss der Einzelhandel dringend aktiv werden, und seine Kunden mit eigenen Apps und einem nahtlos integrierten Web-Angebot an das eigene Unternehmen binden”, erklärt Samuel Müller, CEO und Mitbegründer von Scandit in Zürich. “Showrooming ist sogar eine große Chance für Ladengeschäfte, weil es die Möglichkeit bietet, den Kunden zusätzliche Leistungen anzubieten und damit die Kundenbindung zu stärken. Voraussetzung ist eine konsistente Onlinestrategie, die nicht nur die Mobilgeräte im Onlinehandel abdeckt, sondern auch deren Nutzung in den eigenen Läden.“

Schlagworte: App, Digitalisierung, Smartphone, Studie, Scandit

Kommentare

Ihr Kommentar