Mobile Couponing

Näher am Kunden

Nach den Umsatzverlusten, die durch die coronabedingte Schließung vieler Läden entstanden sind, müssen Händler jetzt neue Impulse zur Kundenbindung setzen. Ein Erfolg versprechendes Instrument sind Coupons – denn diese müssen die Verbraucher im Geschäft einlösen.

Von Vladislava Dubinina, Projektleiterin Kompetenzzentrum Handel, EHI Retail Institute 18.08.2020

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Auch für Händler bringen digitale Coupons Vorteile: Durch Mobile Couponing steht ihnen ein Marketinginstrument offen, das den direkten Bezug zwischen Werbung und Produkt herzustellen vermag.

Zunehmend haben in den vergangenen Jahren digitale Coupons analoge Papiercoupons abgelöst. So gaben bei einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Dialego 58 Prozent der Befragten an, bevorzugt elektronische Coupons zu sammeln. Grund für die Popularität der digitalen Variante ist die starke Verbreitung und Nutzung von Smartphones. Nutzer digitaler Coupons profitieren nicht allein von Rabatten, auch das lästige Ausschneiden fällt weg. Features wie eine Erinnerung an das Ablaufdatum sorgen für zusätzliche Attraktivität.

Für Händler bringen digitale Coupons ebenfalls Vorteile. Durch Mobile Couponing steht ihnen ein Marketinginstrument offen, das den direkten Bezug zwischen Werbung und Produkt herzustellen vermag. Die in Echtzeit erhobenen Daten lassen sich zudem viel leichter auswerten. So kann der Händler ermitteln, welche Person wann und wo welchen Coupon eingelöst hat. Diese Analysen helfen, die aktuellen und auch die zukünftigen Marketingmaßnahmen optimal auszurichten. Bisweilen schließen sich auch mehrere Ladengeschäfte für gemeinsame Couponaktionen zusammen und unterstützen sich auf diese Weise gegenseitig. Hier eine Übersicht von vorteilhaften Features digitaler Coupons:

Gezielte Kampagnensteuerung

Kampagnen lassen sich beispielsweise abgestimmt auf Zeiten mit schwacher Kundenfrequenz planen: „Kommen Sie bis 16 Uhr zu uns und erhalten Sie zwei Tassen Kaffee zum Preis von einer.“ Auch eine wetterbasierte Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen, bei der Händler beispielsweise Sonnenbrillen oder Regenschirme mittels Mobile Coupons bewerben, sorgt für eine präzise Kundenansprache.

Ortsbasierte Ansprache

Angesichts der hohen Dichte von Smart­phon­es und der Vernetzung der Kunden spielt das sogenannte Geofencing eine zunehmend wichtige Rolle. Mithilfe dieser Technologie können Nutzer in einem vordefinierten Radius von beispielsweise 500 Metern rund um eine Filiale via Smart­phone angesprochen werden. Anders als bei der klassischen Prospektwerbung können Händler auf diesem Wege ebenfalls individuell unterschiedliche Rabatte gewähren.

Personalisierung

Digitale und mobile Coupons bieten noch einen weiteren Vorteil: Sie lassen sich sehr viel besser personalisieren. Zwar sind grund­­­sätzlich auch individuelle Post-Mailings von Papiercoupons möglich, jedoch erfolgt der digitale Versand sehr viel komfortabler. So können Händler personalisierte Angebote, basierend auf der individuellen Einkaufshistorie oder Markenpräferenz des Kunden, direkt auf dessen Smartphone spielen. Das Ausspielen solcher Mobile-Couponing-­Kampagnen ist über unterschiedliche Kanäle möglich: Stammkunden beispielsweise adressieren Händler per Newsletter oder über eine unternehmenseigene App.

Neukundengewinnung

Die Neukundengewinnung erfolgt vermehrt über Mobile Coupons in Apps von Drittanbietern, auf mobilen Websites oder per SMS. Es ist ratsam, die Kampagne stets so auszusteuern, dass die Frequenz der Werbeansprachen der Kundenpräferenz entspricht. Zudem sollte der Kunde den Coupon für eine spätere Einlösung abspeichern können.

Beim Couponing-Prozess interagieren mehrere, zum Teil unbekannte Akteure miteinander. Deshalb ist es wichtig, Coupon-Clea­ring-Häuser zu beauftragen, um den Missbrauch einzuschränken und die Coupons nach automatisierter Prüfung freizugeben. Im Internet finden sich viele entsprechend qualifizierte Anbieter. 

Weitere Informationen zum Thema bietet die Publikation „Mobile Couponing mit innovativen Technologien“. Sie steht zum Download bereit unter: kompetenzzentrumhandel.de/wissen

Schlagworte: Couponing, Mittelstand 4.0, Mobile Marketing

Kommentare

  • Ingo Weigt

    Guter Artikel mit wichtigen Aspekten zum Couponing im Handel. Wenn auch im Leitfaden Mobile-Couponing einige Informationen nicht mehr dem aktuellen Entwicklungsstand entsprechen. So kann ich als Mitarbeiter eines Clearinghauses beispielsweise bestätigen, dass einige Dienstleistungen aus der Prozessbehandlung nicht von verschiedenen Akteuren durchgeführt werden, sondern mehrheitlich heute von den Clearinghäusern, sozusagen aus einer Hand, angeboten werden. Und auch die dargestellte Technik mit Kassenladedateien ist nicht mehr zeitgemäß. Zumindest bei uns.

    Wie bei fast allen Technologien und Digitalisierungsprozessen sind entscheidende Faktoren die technische Infrastruktur und die Bereitschaft Einzelner gemeinsame Prozesse zu entwickeln und umzusetzen. Sei es nun der Händler, der eine Investition scheut, oder das Kassensoftware-Haus, dass eine neue Technik nicht umsetzt. Beides hemmt die schnelle Digitalisierung von Marketingprozessen im Handel, so auch das Mobile Couponing und es bleibt leider bei dem digitalen Vorsprung des Online-Handels.
    Antworten
    20.08.2020, 11:49 Uhr
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