Renaissance des Urbanen

Zwei junge Gründer wollen den innenstädtischen Handel mit einer App digital in Szene setzen und neue Kunden für die City gewinnen.

Von Martin Jahrfeld 01.11.2016

© Presse

Verbraucher, die den Weg in die Innenstadt scheuen, sind Timo König ein Rätsel. Seine Empfehlung an solche Menschen ist eindeutig: „Liebe deine Stadt. Sie hat alles, was du brauchst!“, heißt es auf der Website des Kölner Unternehmensgründers. Mit seinem Start-up „Shoppen“ liefert der 33-jährige Orientierungshilfe für alle, die ihre City entdecken oder wiederentdecken wollen.

Zusammen mit Geschäftspartner Max Zähringer hat König eine App entwickelt, die dem innerstädtischen Handel neue Impulse geben will. Kunden, die das Tool nutzen, können erfahren, dass viele Waren nicht erst auf langen Lieferwegen herangeschafft werden müssen, sondern oft auch beim Händler vor Ort erhältlich sind. Wer sich die Anwendung auf sein Mobilgerät lädt, erhält nicht nur einen detaillierten Überblick über die in seiner Stadt vorrätigen Lieblingsprodukte, sondern empfängt beim Gang durch die Fußgängerzone auch Push-News mit personalisierten Angeboten örtlicher Händler.

„Die Kaufleute in der City haben Probleme. Die Onlinekonkurrenz wächst, die Mieten steigen. Mit unserer App wollen wir wieder mehr Menschen zum Besuch der Innenstädte animieren“, sagt König, der vor allem kleinere Händler ansprechen will. Die seien im Netz oft nicht wettbewerbsfähig, weil es ihnen bei der Inszenierung ihres digitalen Auftritts an Zeit oder Kompetenz mangele. Die beiden Gründer setzen deshalb bewusst auf eine einfache Handhabung ihres Tools, um auch Händler ohne großes Fachwissen anzusprechen.

Unternehmen können ihre Ware über ein einfaches Management-Tool online einstellen und verwalten. Finanzierungsgrundlage des Gründungsunternehmens ist eine Provisionsgebühr, die von den teilnehmenden Händlern pro verkauften Artikel zu zahlen ist. Laut König liegt diese Provision je nach Warengruppe zwischen zwei und 15 Prozent. Nach einem ersten kostenfreien Jahr wird für die Händler zudem eine Monatsgebühr in Höhe von 39 Euro fällig.

Kunden, die es bequem lieben, können sich die in ihrer Stadt entdeckten Waren auch nach Hause schicken lassen. Shoppen kooperiert mit einem Kurierdienst, der die Ware für 7,20 Euro innerhalb von neunzig Minuten an die Tür des Bestellers liefert. Besondere Zusatzleistung: Wer mag, kann die Ware direkt anprobieren; der Lieferant wartet bis zu zehn Minuten um den Artikel bei Nichtgefallen wieder kostenlos zurückzunehmen.

Zähringer und König wollen mit ihrer Geschäftsidee zunächst die Händler in ihrer Wahlheimat Köln überzeugen. Mittlerweile seien rund 45 Unternehmen an Bord, bekannte Filialisten, aber auch kleinere Einzelhändler. Die mittelfristigen Ziele des Start-ups sind jedoch deutlich ambitionierter: Wenn es nach den beiden Gründern geht, soll Shoppen den lokalen Handel schon bald in über 20 deutschen Städten beleben.

Schlagworte: App, Einkaufen, Innenstadt

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