Wann Dienstwagen für Minijobber absetzbar sind

Gerade in mittelständischen Unternehmen arbeiten häufig Familienmitglieder im Betrieb mit, manchmal die die Kinder, noch häufiger der Ehepartner. Eine Anstellung als Minijobber kann sich dabei durchaus lohnen.

Von Christoph Iser 02.09.2019

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Es bleibt abzuwarten, ob und und unter welchen Voraussetzungen es möglich ist, einem Minijobber-Ehepartner einen Dienstwagen zur Verfügung zu stellen.

Denn den ausgezahlten Minijoblohn von bis zu 450 Euro nimmt der Minijobber-Ehepartner steuerfrei ein, während der Unternehmer-Ehepartner den Lohn und die Lohnnebenkosten als Betriebsausgabe absetzen kann. Trotz Lohnnebenkosten dürfte dies in einer Vielzahl der Fälle zu einem Steuervorteil führen.

Damit dieser Steuervorteil jedoch tatsächlich geltend zu machen ist, muss der Fiskus das Arbeitsverhältnis zwischen den Ehepartnern steuerlich anerkennen. Fremdvergleich ist hier das entscheidende Stichwort. Denn nur wenn der mit dem Ehepartner geschlossene Arbeitsvertrag diesem standhält, erkennt das Finanzamt das Arbeitsverhältnis als abzugsfähig an. Scheitert also der Fremdvergleich, kann der Unternehmer weder den Minijoblohn für den Ehepartner noch die Lohnnebenkosten als steuermindernde Betriebsausgabe geltend machen.

Musterverfahren läuft

Streitbefangen ist in diesem Zusammenhang aktuell, ob auch die Überlassung eines Dienstfahrzeugs an den als Minijobber beschäftigten Ehepartner steuerlich absetzbar ist. Das Finanzgericht (FG) Münster verneint dies mit Urteil vom 20.11.2018 (Az.: 2 K 156/18 E). Danach soll die in einem Minijob-Arbeitsverhältnis zwischen Ehepartnern vereinbarte Vergütung nicht fremdüblich sein, wenn dem als Bürokraft beschäftigten Ehepartner ein Kraftfahrzeug zur privaten Nutzung überlassen wird und differenzierte Regelungen über die konkrete Ausgestaltung der Fahrzeugüberlassung, insbesondere zur Fahrzeugklasse, fehlen.

Grundsätzlich anders sieht dies das FG Köln mit Urteil vom 27.9.2018 (Az.: 3 K 2547/16), wonach die Überlassung eines Dienstwagens für private Zwecke auch im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses üblich sein kann. Dem Fremdvergleich steht nach Meinung der Kölner Richter auch nicht entgegen, dass der bei Anwendung der Ein-Prozent-Regelung ausgestaltete Lohnbestandteil zu höherem betrieblichen Aufwand führt als die Barauszahlung des nach der Ein-Prozent-Regelung bemessenen Nutzungsvorteils. Leider ist diese Entscheidung noch nicht endgültig, sondern liegt dem X. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Revision vor (Az.: X R 44/17).

Es bleibt daher abzuwarten, ob und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen es möglich ist, einem Minijobber-Ehepartner einen Dienstwagen zur Verfügung zu stellen und dies steuerlich abzusetzen. Betroffene, bei denen das Finanzamt die Überlassung eines Dienstwagens bereits moniert hat, sollten sich in jedem Fall an das Musterverfahren des BFH anhängen.

Steuerberater Christoph Iser ist Partner der Dr. Husemann & Bellgardt Wirtschaftsprüfer Steuerberater LLP in Düsseldorf. Der Autor zahlreicher Fachpublikationen ist zudem Mitglied im Steuerausschuss des Steuerberaterverbands Düsseldorf und hat das Buch „Steuerrecht in Fragen und Antworten“ (Schäffer-Poeschel) veröffentlicht. 

Schlagworte: Minijobber, Steuertipp, Christoph Iser, Dienstwagen

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