Personalpraxis

Schöne Bescherung

Weihnachtsgeschenke für Arbeitnehmer stammen in der Regel aus zwei unterschiedlichen Quellen: vom Chef oder vom Kunden respektive Lieferanten. Um Konflikte um die Präsente zu verhindern, bedarf es transparenter Spielregeln.

Von Ruth Lemmer 05.11.2019

© Getty Images/Cultura RF/Adrian Weinbrecht

Weihnachtsgeschenke für Arbeitnehmer: Worauf zu achten ist.

Stammkunden bringen Selbstgebackenes, Lieferanten legen Schokonikoläuse zur Ware. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – gepflegt wird dieses Ritual besonders in der Adventszeit. Sind die Gaben ess- und überschaubar, kann das Verkaufsteam sie teilen und gemeinsam in der weihnachtlich duftenden Kaffeeküche verzehren.

Doch manchmal nehmen die Aufmerksamkeiten andere Dimensionen an. Was geschieht mit Fußballkarten für den regionalen Bundesligachampion? Wie mit dem teuren Markenchampagner oder dem stylischen Lederetui fürs Smartphone umgehen? Wie groß die Kleinigkeiten sein dürfen, die ein Arbeitnehmer annehmen darf, sollte im Arbeitsvertrag geregelt sein oder für jeden transparent in den Regeln zum Unternehmensmiteinander stehen. Sonst wabert schnell der Ruch der Bestechlichkeit durch den Raum. Bisweilen kommt es zu Konflikten zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter, die bis zu fristlosen Kündigungen führen. Auch mussten Gerichte schon mehrfach über VIP-Karten im Sport entscheiden, die ab einem Preis von 250 Euro als Bestechung gewertet wurden.

Deshalb verbieten viele Unternehmen inzwischen ihren Angestellten, Geschenke anzunehmen. Das aber kann verkrampft, gar unfreundlich wirken im täglichen Umgang mit Lieferanten und Kunden. Im Team wie auch nach außen kommt es besser an, wenn Präsente versteigert oder über eine Tombola verlost werden. Bestechungsversuche gegenüber einzelnen Mitarbeitern laufen so ins Leere. Und den Erlös kann die Firma an eine soziale Organisation spenden und eine Kopie des Schecks für alle sichtbar im Geschäft aufhängen.

Anschein von Bestechung meiden

Weniger vorweihnachtlichen Trubel erzeugen Weihnachtsgrüße des Inhabers oder Teamleiters an die Mitarbeiter. Zu beachten ist aber die Grenze zum geldwerten Vorteil. Doch nette Kleinigkeiten, wie Duftkerzen in Tannenform oder Nikolausbier mit der Aufschrift „Schöne Bescherung“, winterlicher Früchtetee oder ein Quiz im Kästchen kratzen nicht an den Freibeträgen.

Chefs, die ihre Präsente individualisieren möchten, setzen auf Anbieter wie beispielsweise keks-kreator.de. Dort entscheidet der Kunde, was auf dem Plätzchen prangt: die Zipfelmütze vom Weihnachtsmann oder doch lieber das Firmenlogo. Wenn der Chef die Klarsichttütchen mit den Weihnachtskeksen zudem noch persönlich verteilt, trägt er Wärme ins vorweihnachtliche Geschäft: eine süße Motivation in der ansonsten von oft ungeduldigen und gestressten Geschenkesuchenden geprägten Zeit.

Welche Steuerfrei­grenzen zu beachten sind:

Das Einkommensteuergesetz erlaubt Sachzuwendungen an Arbeitnehmer bis zu 44 Euro pro Monat steuerfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG). Die Steuerfreiheit wird auch für die Sozialversicherung übernommen (§ 3 Abs. 1 Satz 3 SvEV).

Diese Summe kann im November oder Dezember für Weihnachtspräsente genutzt werden. Allerdings nur, wenn der geldwerte Vorteil nicht schon durch andere Leistungen, wie etwa monatliche elektronische Tankgutscheine, ausgereizt ist.

Nicht steuerfrei sind zu Weihnachten die 60 Euro, die als Aufmerksamkeit für den Beschäftigten gelten, wenn ein persönliches Ereignis wie der Geburtstag oder das Mitarbeiterjubiläum ansteht. Denn der Nikolaus ist für alle gleichermaßen da.

Werden Geschenke auf der betrieblichen Weihnachtsfeier verteilt, werden sie als Teil der Freigrenze bis 110 Euro gewertet.

Ob Kugelschreiber oder Keks: Streuwerbe­artikel bis zehn Euro bleiben steuerfrei.

Schlagworte: Personalpraxis, Weihnachtsgeschenke

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