Rund um den Kirchturm

Heimat, Arbeiten und Jobsuche gehören für Fachkräfte im Handel untrennbar zusammen. 91,3 Prozent der Befragten ist es „wichtig“ oder „sehr wichtig“, dass ihr Arbeitsplatz in der Nähe ihres Wohnortes liegt, so eine aktuelle Studie.

01.10.2019

© Adobe Stock/Stephan Dinges

Für 61,4 Prozent der Fachkräfte im Handel beschreibt „Heimat“ einen Radius von unter 50 Kilometern um ihren Geburtsort, wo auch Familie und Freunde wohnen.

Die gewohnte Umgebung für einen Job zu verlassen, schließt die Mehrheit kategorisch aus, lautet ein zentrales Ergebnis der Umfrage des Stellenmarktes meinestadt.de mit dem Marktforschungsinstitut respondi. Schaut man sich die Ausbildungsstatistik in Deutschland an, liegen Handelsberufe bei den Jüngeren hoch im Kurs. 2018 schaffen es die Verkäufer auf Platz drei, Einzelhandelskaufleute sogar auf Platz eins der Statistik. Dennoch fehlt es der Branche an Nachwuchs, die Zahl der unbesetzten Stellen steigt jährlich. Laut Bundesagentur für Arbeit liegen die aktuellen Vakanzzeiten von Fachkräften in Handelsberufen bei 123 Tagen – 15 Tage mehr als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Für Arbeitgeber im Handel wird es daher umso wichtiger, sich ihre Zielgruppe genauer anzuschauen und Strategien zur Fachkräftegewinnung abzuleiten. 

Für 61,4 Prozent der Fachkräfte im Handel beschreibt „Heimat“ einen Radius von unter 50 Kilometern um ihren Geburtsort, wo auch Familie und Freunde wohnen. Wohnort und Arbeitsplatz liegen bei über 90 Prozent nicht weiter als 30 Kilometer voneinander entfernt, mehr als jeder Zweite davon fährt sogar nur bis zu neun Kilometer Richtung Job. Es verwundert also nicht, dass für fast alle Fachkräfte im Handel die Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort eine zentrale Rolle spielt: Knapp 91,3 Prozent ist es „wichtig“ oder „sehr wichtig“, dass ihr Arbeitsplatz nah an ihrem Wohnort liegt.

Umzug ausgeschlossen
Fachkräfte suchen regional nach Jobs. Dabei nutzen sie bevorzugt Online-Jobbörsen (66,8 Prozent) und, neben regionalen Tageszeitungen, Suchmaschinen und Karriereseiten von Unternehmen. 89,4 Prozent geben bei der Arbeitssuche einen Umkreis von unter 50 Kilometern an, zwei Drittel sogar nur unter 30 Kilometer. Demnach entspricht der Suchradius von Fachkräften im Handel exakt ihrem definierten Heimat-Radius. 

Sehr viele Fachkräfte aus dem Handel schließen einen jobbedingten Umzug kategorisch aus. 82,4 Prozent der Befragten sind bislang keinmal oder erst einmal wegen eines Jobs umgezogen. 37,9 Prozent würden für einen Job „gar nicht” umziehen, über ein Viertel nur in einem Umkreis von unter 30 Kilometern. Knapp jeder Zweite würde Abstriche im Job hinnehmen, um in der Heimat bleiben zu können.

„Die Studie zeigt: Um die besten Fachkräfte für den Handel zu finden, müssen sich Unternehmen im Sinne des Employer Branding als attraktive Arbeitgeber in der Region positionieren. Im überregionalen Recruiting haben vor allem die Unternehmen eine Chance, die durch besondere Angebote das Ankommen in der neuen Umgebung erleichtern”, so Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de. „Bei der Jobsuche setzen Fachkräfte aus dem Handel bevorzugt auf Onlineportale. Arbeitgeber müssen sich deshalb bei der Mitarbeitergewinnung digital aufstellen, um das gesamte Potenzial ausschöpfen zu können”.

Das Whitepaper der branchenübergreifenden Studie steht hier kostenlos zum Download zur Verfügung.

Schlagworte: Einzelhandel, Personal, Recruiting, Recruiting Trends, Human-Resource-Management

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