Ins Netz gegangen

Die junge Generation ist so mobil unterwegs wie keine vor ihr. Auch die Suche nach einem Ausbildungsplatz wollen Jugendliche heute von unterwegs starten – im Web.

Von Ruth Lemmer 30.04.2019

© Freepik, IHK

Das Gartencenter Röttger in Bergkamen, das Schuhhaus Dielmann in Würzburg und IBS Bürosysteme Karl Isfort in Münster eint zweierlei: Sie suchen zum 1. August 2019 einen Auszubildenden und sie stellen das Angebot für die kommenden Einzelhandelskaufleute ins Netz. Also genau dorthin, wo sich die Jugend tummelt. Die repräsentative Studie „Jugend, Information, Medien“ (JIM) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (www.mpfs.de) hat diesen Onlinetrend unter den befragten 12- bis 19-Jährigen im Dezember einmal mehr bestätigt: Jugendliche verbringen pro Tag durchschnittlich 214 Minuten im Internet. Und zwar übers Smartphone, denn PC und Tablet sind inzwischen eher etwas für Mama und Papa. 97 Prozent der jungen Altersgruppe besitzen ein Smartphone, mit dem sie überall und zu jeder Zeit online gehen.

Damit ist klar: Wer seine Ausbildungsstellen online an Youngster bringen will, muss Plattformen nutzen, die fürs Smartphone konzipiert sind. Wie die bundesweite IHK-Lehrstellenbörse, die auf die gängigen Smartphonebetriebssysteme Android und iOS zugeschnitten ist. Im Februar waren dort über 350 Ausbildungsstellen für Einzelhandelskauffrauen und -männer gelistet. Die Börse macht es dem jungen User leicht: Er surft nach Orten sortiert und kann den infrage kommenden Umkreis auf Entfernungen zwischen 20 und 150 Kilometern festlegen. Die Stellen werden beschrieben und mit ein paar Klicks ist der Jugendliche direkt beim Unternehmen. Das nutzen große Filialisten wie Aldi oder Douglas, aber auch kleine Firmen wie der traditionsreiche Herrenausstatter Policke in Hamburg.

Strategie Online first

Die JIM-Studie gibt noch mehr preis, was Chefs auf Azubijagd hilft: Die drei liebsten Internetangebote der Zielgruppe sind YouTube mit 63 Prozent, gefolgt vom Messenger WhatsApp mit 39 Prozent und Instagram mit 30 Prozent. Google mit zwölf Prozent und Facebook mit sechs Prozent tauchen in der Beliebtheitsskala der 12- bis 19-Jährigen weit abgeschlagen auf. Plattformen mit bewegten Bildern ziehen dem informativen Text davon. Wer schon technikpfiffige Azubis in seinem Laden beschäftigt, kann diese bitten, ein zielgruppengerechtes Firmenvideo zu drehen und hochzuladen – zumindest auf die eigene Website, am besten aber auch bei einem der kommerziellen Ausbildungsportale.

Bei denen gilt es abzuwägen, was die jeweiligen Anbieter leisten und ob sich die Kosten für die Suche rechnen. Die großen Jobportale wie Stepstone und Monster sammeln und präsentieren neben vielen Tausend anderen auch Azubistellen. Aber es gibt auch spezialisierte Anbieter wie Ausbildung.de, bei denen die Registrierung kostenfrei ist. Für Premiumpakete gilt stets: nur gegen Cash.

Azubiyo.de bietet zum Beispiel Leistungspakete an, die Inserate auf YouTube platzieren, die Eignung der Kandidaten mit dem Stellenprofil abgleichen und zudem die Kontakte zu den Bewerbern managen. Für das Rundumpaket kommen leicht 100 Euro pro Monat zusammen. Dafür hat die Plattform jüngst auch WhatsApp eingebunden. Schüler können sich nun via Messenger über freie Ausbildungsstellen informieren. Das bedient das Mediennutzungsverhalten der Jugendlichen – und die Konkurrenz wird sicher rasch nachziehen: 95 Prozent der Schüler zwischen zwölf und 19 Jahren nutzen WhatsApp mehrmals pro Woche, 82 Prozent sogar täglich, so die JIM-Studie.

Online first heißt es in jedem Fall bei der diesjährigen Azubi-​suche. Ein Button „Ausbildungsbetrieb“ auf der eigenen Homepage oder ein farbauffälliger Azubi-Hinweis in der Themenleiste der Startseite sind da ein gutes Signal.


Gesucht, Gefunden

Die wichtigsten Portale und Dienstleister im Überblick:

Ausbildungsportale

ihk-lehrstellenboerse.de
azubiyo.de
jobevolution.de
ausbildung.de

Dienstleister und Arbeitsagentur

stepstone.de
monster.de
indeed.de
jobboerse.arbeitsagentur.de

 

Schlagworte: Ausbildung, Personal, Mobile, Smartphone, Smartphonenutzer

Kommentare

  • Susi Schneider

    Hier noch ein Tipp für die Ausbildungsplatz-Suche: https://www.metajob.de/Ausbildung
    Antworten
    06.05.2019, 13:58 Uhr
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