Fachkräfte suchen Sicherheit

Sicherheit, gute Kommunikation und geregelte Arbeitszeiten – das sind für Fachkräfte aus der Handelsbranche laut einer Umfrage des Stellemarkts Meinestadt.de die wichtigsten Aspekte, wenn es um einen attraktiven Beruf geht.

10.04.2018

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Das zeigt die Studie „Attraktive Jobs“ von Meinestadt.de, für die das Stellenportal insgesamt 2.078 Fachkräfte mit Berufsausbildung befragt hat – davon 165 aus dem Handel. Die Hälfte der Befragten erlebt ihren als Job sinnstiftend. Man kann etwas bewirken, bringt seine Fähigkeiten ein oder erlebt sich als Teil einer Gemeinschaft, so lauten die Antworten in der Umfrage. „Geld allein macht nicht glücklich“, antwortet etwa eine Einzelhandelskauffrau. Dass der Sinn der Arbeit ein echtes Angebot für Bewerber darstellt, wurde bisher eher bei Akademikern angenommen. Doch auch im Handel gibt es viele Arbeitnehmer, die in ihrer Arbeit einen Sinn suchen.

Faktoren, die Sicherheit vermitteln
Mit Abstand am wichtigsten im Job sind für die befragten Einzelhandelsfachkräfte aber ein sicherer Arbeitsplatz (64,2 Prozent) und ein gutes Arbeitsklima (45,5 Prozent). Als Faktoren für Sicherheit gelten: Ein unbefristeter Job (69,7 Prozent), pünktliche Gehaltszahlung (66,7 Prozent) sowie wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens (39,4 Prozent). Für Fachkräfte aus dem Einzelhandel spielt demnach die Absicherung des Lebensunterhaltes eine wesentliche Rolle. Vier von fünf Fachkräften sind außerdem davon überzeugt, dass ihre Arbeit auch in zehn Jahren noch benötigt wird.

Aufstiegschancen im Unternehmen nennen nur 5,5 Prozent der Befragten als bedeutend für ihren Job. Fachkräften aus dem Handel sind Karriereoptionen im Branchenvergleich sogar am unwichtigsten.

Wunsch nach mehr Wertschätzung und Ehrlichkeit
Ein gutes Arbeitsklima gilt in der Umfrage als zweitwichtigster Faktor. Es entsteht laut Befragten durch das Gefühl „Teil des Teams zu sein” (61,2 Prozent) und einen freundlichen Umgang (40,8 Prozent). Einzelhändler geben außerdem vergleichsweise häufig den Aspekt „Lob und Anerkennung durch den Chef” im Zusammenhang mit einem guten Arbeitsklima an. Und auch geregelte Arbeitszeiten tragen bei der Zielgruppe der Einzelhändler entscheidend zum Wohlbefinden bei. Wird das Klima im Team als schlecht bewertet, liegt es bei über 60 Prozent an der fehlenden Wertschätzung für die eigene Arbeit. Dicht dahinter folgt das fehlende Vertrauen zur Führungskraft (38,5 Prozent) und nicht vorhandenes Lob für die Arbeit (30,8 Prozent). Befragte aus dem Einzelhandelssektor nennen außerdem Überstunden als einen Hauptfaktor für ein fehlendes Wohlbefinden.

Relevante Inhalte sind gefragt
Die Studienteilnehmer wünschen sich in der Ansprache in Stellenanzeigen konkrete Leistungsversprechen statt Floskeln zu einem vermeintlich kometenhaften Aufstieg wie „Jetzt ist die Karriere dran!”. Nur 6,7 Prozent der Befragten aus der Handelsbranche finden aktuelle Stellenausschreibungen sehr überzeugend. Im Recruiting-Prozess können mit dem Wissen um diese Bedürfnisse wichtige Weichen gestellt werden. „Wer im Wettbewerb um Fachkräfte vorne liegen möchte, sollte in Stellenanzeigen handfeste Argumente liefern, die zu seiner Zielgruppe passen. Auch der sinnstiftende Aspekt kann im Employer Branding für nicht-akademische Fachkräfte viel bewirken”, erklärt Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de.

Stellenausschreibungen sollten:
• „ehrlicher sein“
• „keine leeren Versprechungen machen“
• „konkrete Angaben enthalten“
• „mehr auf den Menschen eingehen“
• „mehr den Nutzen für den Mitarbeiter beschreiben.“
• „nicht immer dieselben Floskeln verwenden“

Die gesamte Studie finden Sie hier.

Schlagworte: Bewerber, Fachkräfte, Recruiting, Studie, Zufriedenheit

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