Gütezeichen

Siegel treiben den Umsatz

Die Zahlungsbereitschaft eines Verbrauchers für ein Produkt steigt im Schnitt um 15 Prozent, sobald dieses mit einem Gütesiegel versehen ist. Zudem profitieren Produkte in vielen Fällen von positiven Imagetransfers, die sich im Zuge der Siegelauszeichnung einstellen, so eine neue Studie.

29.10.2019

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Siegel, denen Verbraucher vertrauen, können für einen positiven Imagetransfer auf das Produkt sorgen.

Gleichzeitig falle die Kaufwahrscheinlichkeit für ein Produkt mit Gütesiegel um fünf Prozent höher aus, als für dasselbe Produkt ohne Gütezeichen, so der "Gütesiegel Monitor 2020". Für die Studie hat das Hamburger Marktforschungsinstitut Splendid Research rund 2.500 deutsche Verbraucher online befragt. Gütesiegel sind für zahlreiche Verbraucher weiterhin das Informationsmittel zur Einschätzung der Produktqualität: Gerade für die Bereiche Kinder-/Babyprodukte, Lebensmittel sowie Medikamente beziehungsweise Gesundheitsprodukte attestieren die Deutschen den Siegeln eine hohe Relevanz. Darüber hinaus stimmen sogar 44 Prozent der Bundesbürger der Aussage zu, ein Produkt mit Siegel sei grundsätzlich besser, als eines ohne.

Im Zuge der Auszeichnung kommt es häufig zu Imagetransfers zwischen Siegel und Produkt. Dabei fällt es nicht ins Gewicht, ob dieses projizierte Produktbild realen Gegebenheiten entspricht: Wird beispielsweise ein Rauchmelder mit dem GS-Prüfzeichen versehen, attestieren ihm 67 Prozent einen ‚hohen Sicherheitsstandard‘. Ohne Siegel liegt diese Zahl bei lediglich 37 Prozent.

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Vertrauen entscheidend

„Diese Imagetransfers können sich sowohl positiv als auch negativ auf die Produktwahrnehmung auswirken. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, die Passung von Siegel und Produkt im Vorfeld der Auszeichnung genau zu prüfen“, gibt Thilo Kampffmeyer, Studienleiter bei Splendid Research, zu bedenken. Für einen positiven Effekt mitentscheidend, ist das dem Siegel entgegengebrachte Vertrauen. Gerade siegelvergebende Umweltorganisationen und der Staat genießen diesbezüglich hohes Ansehen in der Bevölkerung. Privaten Testinstituten mit Gewinnabsicht begegnet eine deutliche Mehrheit hingegen mit Skepsis. Allerdings schätzen die wenigsten Deutschen den Hintergrund der Vergabestellen richtig ein: Beispielsweise stufen nur 15 Prozent der Bundesbürger ÖKO-TEST korrekt als privates Institut ein.

Das aktuell höchste Vertrauen genießen das Stiftung Warentest-Siegel (75 von 100 Punkten), das EU-Energielabel (75 Punkte) und das TÜV-Süd-Prüfzeichen (74 Punkte). In diesem Zusammenhang besonders auffällig: Seit 2018 konnte keines der getesteten Siegel einen merklichen Anstieg des Vertrauens verzeichnen. Spitzenreiter in Sachen Bekanntheit sind wie bereits in den Jahren zuvor das Stiftung Warentest-Siegel (97 Prozent), das Deutsche Bio-Label (94 Prozent), das TÜV SÜD-Prüfzeichen (92 Prozent) sowie das ÖKO-Test-Siegel (89 Prozent). Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2018 hat das V-Label zu verzeichnen, welches seine Bekanntheit auf 55 Prozent steigern konnte.

Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit. 

Schlagworte: Handel, Studie, Gütesiegel, Einzelhandel

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