Mehr Effizienz im Marketing

Marketer in Deutschland setzen für ihre Arbeit häufig auf eine Kombination verschiedener Tools. Im internationalen Vergleich investiere kein anderes Land einen so hohen Werbe-Etatanteil in die Pflege der Anwendungen, so eine aktuelle Studie.

24.07.2018

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Im Durchschnitt haben Marketingverantwortliche hierzulande sechs bis sieben verschiedene Anwendungen wie CRM, Services, E-Mail, soziale Medien, Tools für die Inhaltserstellung sowie zum Bloggen und zur Suchmaschinenoptimierung im Einsatz. Die Hälfte der deutschen Marketer verwendet mehr als zehn Prozent des Marketingbudgets für die Pflege und Integration verschiedener Tools. Im internationalen Vergleich hält Deutschland damit laut der Studie „Effizienz im Marketing“ von HubSpot einen Negativrekord. Für die Studie ließ der amerikanische Marketing-Dienstleister weltweit über 2.500 Marketing-Verantwortliche befragen, darunter 276 aus Deutschland.

Neben finanziellen Ressourcen bindet die Integration auch wertvolle Arbeitszeit: Fast neun volle Arbeitstage (71,5 Stunden) benötigen Marketing-Verantwortliche in Deutschland durchschnittlich pro Jahr für die Pflege und Integration der Anwendungen. Daher empfinden 59 Prozent der Befragten diesen Aufwand als frustrierend. Zudem stört es zwei von drei Befragten (65 Prozent), wenn sie zwischen den verschiedenen Programmen wechseln und die jeweiligen Passwörter verwalten müssen. Auch die Überwachung und Verwaltung der Tools ist ein Frustrationsfaktor. Darum will knapp über die Hälfte der Befragten die Anzahl der Anwendungen reduzieren, 17 Prozent sind an einer All-in-one-Lösung interessiert. Nur insgesamt zehn Prozent haben bereits die Vielzahl der Anwendungen verringert oder sind auf eine All-in-one-Lösung umgestiegen.

Mangelnde Kundenbindung
Weitere Effizienzeinbußen entstehen, weil vielen Marketing-Verantwortlichen Informationen über die Historie ihrer Mailing-Kontakte fehlen. Nur jeder Vierte (24 Prozent) weiß, wie sich der potenzielle Kunde auf der Webseite bewegt hat, und nur jeder Fünfte kann nachverfolgen, welche Produkte und Dienstleistungen dieser bereits erworben haben. Auch durch mangelnde Personalisierung verschenken Marketer Möglichkeiten: Nur sechs Prozent der Befragten personalisieren nahezu alle Mailings; 62 Prozent von ihnen versenden mindestens die Hälfte ihrer Mailings ohne eine Personalisierung.

Immerhin: Trotz Nachholbedarf in Sachen Effizienz ist die Messbarkeit Marketing-Verantwortlichen in Deutschland wichtiger als internationalen Kollegen: Hierzulande messen 82 Prozent den Einfluss des Marketings auf den Umsatz, weltweit sind es nur 60 Prozent. Auch führen deutsche Marketer die Messungen gewissenhafter durch. 14 Prozent verlassen sich dabei auf Schätzungen. Weltweit sind es rund doppelt so viele (29 Prozent). Darum sind sich die Marketing-Verantwortlichen in Deutschland der Effektivität ihrer Maßnahmen sehr sicher: 41 Prozent von ihnen geben an, dass ihre Maßnahmen zu mehr als 30 Prozent des Umsatzes beitragen.

Schlagworte: Automatisierung, Marketing, Studie, Werbung, Marketingtools

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