Vielfalt und Effizienz

Weil immer mehr Kunden situativ und rasend schnell zwischen analogen und digitalen Einkaufswegen wechseln, müssen die stationär geprägten Handelsunternehmen der DIY-Branche ihre gesamte Prozesskette neu organisieren. Besonders im Fokus: Logistik und Verpackung.

Von Peter O. Wüst 06.03.2019

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Wandel meistern: Die DIY-Branche muss ihre Lieferketten neu organisieren.

Die Handelswelt durchläuft eine Phase disruptiver Entwicklungen. Hohe Effizienz sowie schlanke und intelligente Prozesse sind Voraussetzung dafür, Kunden auch künftig zu überzeugen und erfolgreich am Markt zu agieren. Um seine Mitglieder auf diesem schwierigen Weg zu unterstützen, engagiert sich der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) auf verschiedenen Ebenen. Ein Überblick.

Arbeitsfeld Politik

Kernaufgabe der ebenso praxis- wie serviceorientierten Verbandsarbeit ist es, die Leistungsfähigkeit der Mitglieder in ihrem Tagesgeschäft aktiv zu verbessern. Dazu dient das Arbeitsfeld Politik als Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch der Verbandsmitglieder. Dort diskutieren Unternehmens-  und  Verbandsvertreter, welche Folgen in Berlin, Bern, Wien oder Brüssel getroffene politische Entscheidungen für Handel und Industrie haben. Ziel ist es, Auswirkungen neuer Regulierungen und Vorschriften zu identifizieren, bevor sie sich in Unternehmen bemerkbar machen.
Das hilft den Verbandsmitgliedern, sich rechtzeitig auf die Veränderungen sowie die daraus resultierenden Konsequenzen vorzubereiten. Dieses Forum nutzen ebenso Händler wie Dienstleister intensiv und zum Teil auch Lieferanten, um konkrete Branchenlösungen und gemeinsame Standards zu entwickeln. Zudem greifen die Teilnehmer wechselseitig Anregungen und Probleme auf und entwickeln gemeinsam Strategien, was die Branche insgesamt stärkt.

Arbeitskreis Logistik und Supply-Chain-Management

Bei Verpackungen gilt es nicht allein, ihre Produktion und ihre Verwendungsmöglichkeiten zu optimieren, sondern sie ebenfalls hinsichtlich ihrer Funktionen in der Logistik sowie für die Diebstahlvermeidung und das Marketing weiterzuentwickeln. Damit befasst sich der Arbeitskreis Logistik und Supply-Chain-Management zusammen mit den Industriepartnern ebenso wie mit der Entwicklung von Lösungsansätzen, die helfen, unnötige Verpackungen vollständig zu vermeiden oder zumindest den zu ihrer Herstellung nötigen Rohstoffverbrauch zu reduzieren. 

Mit dem Projekt „NVE – ohne Datenfluss kein ­Warenfluss“ zielt der Arbeitskreis Logistik und Supply-Chain-Management darauf ab, die Logistikfunktionen Lagerung und Transport sowie den Fluss von Produkt- und Transaktionsdaten auf Basis einer standardisierten Branchenlösung zu integrieren. Die flächen­deckende Nutzung der „Nummer der Versandeinheit“ (NVE) in allen Stadien der Warenbewegung ermöglicht es Marktteilnehmern, erhebliche Effizienzsteigerungen in den jeweiligen unternehmensinternen Logistikprozessen herbeizuführen und eine damit einhergehende Verschlankung der gesamten Supply-Chain-Prozesse zu erzielen.

Die Hersteller profitieren von einer effektiveren Warenvereinnahmung, die zu einer höheren Verfügbarkeit der Waren am Point-of-Sale und so zu einer Steigerung des Cashflows führt. Zudem ermöglicht der Einsatz der NVE die lückenlose Nachverfolgbarkeit aller Warensendungen, die Erhöhung der Verladesicherheit und eine schnellere Reaktionsfähigkeit. Dies hat nennenswerte Qualitätssteigerungen im Bereich des Material- und Warenflusses zur Folge – all dies mit positiven Auswirkungen auf die Kostenstruktur. Für Handel wie Hersteller sorgt die flächendeckende NVE-Anwendung für Bestandsgenauigkeit und eröffnet – insbesondere bei der Direktbelieferung Business-to-Consumer (B2C) – innovative Track-and-Trace-Optionen.

Mit dem Projekt „Ware liefern statt Mehraufwand“ verfolgt der Arbeitskreis Logistik und Supply-Chain-Management das Ziel, im Interesse aller an den Supply-Chain-Prozessen beteiligten Akteure den Wareneingang in physischer Hinsicht effektiver und damit im besten Fall für Versender und auch für die Empfänger kostengünstiger zu gestalten. Im Zuge des Projekts dient  der Arbeitskreis als Plattform, um gemeinsame Lösungen anzustoßen und auf Potenziale hinzuweisen sowie für eine breite Teilnahme an einer echten Branchenlösung zu werben. Dazu haben die Teilnehmer in Gremienarbeit das Informationsposter „Anforderungen an den Lieferservice – Ware liefern statt Mehraufwand“ aufbereitet und in der Branche bei Handel und Industrie verbreitet.

Arbeitskreis Produktsicherheit und CSR

Das seit Januar 2019 gültige Verpackungsgesetz bestätigt die Ausrichtung des BHB, der seit Jahren die breite Unterstützung der gesetzlichen Regeln in den Vordergrund stellt. Alle Handelsmitglieder begrüßen die Erhöhung der Verwertungsquoten und die dadurch fairere Umlage der Recyclingkosten auf alle Beteiligten. Die DIY-Branche nutzt bei der Umsetzung der Maßnahmen das Know-how beispielsweise des Partners Interseroh in enger Abstimmung mit den HDE-Gremien. Die Informations- und Transportprojekte werden zusammen mit den Logistikpartnern wie Dachser, DHL und GS1 Germany weiterentwickelt.

Schlagworte: DIY-Branche, Baumarkt, Supply Chain Management

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