Immobilienmarkt

Citynahe Logistik stark gefragt

Trotz COVID-19 und den damit einhergehenden Herausforderungen konzentrieren Investoren sich auch weiterhin auf die europäische City-Logistik. Von Januar bis Mai 2020 entfielen auf dieses Segment insgesamt 3,7 Milliarden Euro, so eine neue Auswertung.

18.08.2020

© iStock/ipopba

Die Entwicklung urbaner Logistikstandorte ist häufig sehr komplex. Das bremst das Wachstum.

Das entspricht laut neuesten Daten der Analysten von Real Capital Analytics, die von dem Immobiliendienstleister Savills ausgewertet wurden, einem Wachstum von sieben Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Anteil der Cross Border-Investitionen von 57 auf 65 Prozent, trotz diverser Reisebeschränkungen, die in vielen europäischen Ländern mehrere Wochen lang in Kraft waren.

„Die Nachfrage nach citynaher Logistik ist auch in Deutschland auf Seiten der Investoren aus dem In- und Ausland sehr groß,“ erklärt Bertrand Ehm, Director Industrial Investment bei Savills in Deutschland, gibt jedoch zu bedenken, dass die Entwicklung urbaner Logistikstandorte häufig einen hohen Komplexitätsgrad aufweist. „Die Errichtung und Umsetzung scheitert oftmals an baurechtlichen Restriktionen. Es bedarf daher einer engen und konstruktiven Abstimmung zwischen Behörden, Projektentwicklern, Bestandshaltern, Investoren und den entsprechenden Nutzergruppen.“

„Der Logistiksektor im Allgemeinen und die urbane Logistik im Besonderen erzielt immer größere Erfolge“, berichtet Marcus de Minckwitz, Director Omnichannel Group und Regional Investment Advisory EMEA bei Savills. Zwei jüngere Deals spiegeln diese Entwicklung wider: So erwarb Hines für seinen Pan-European Core Fund (HECF) ein 62.000 Quadratmeter großes Urban Logistic Distribution Center im niederländischen Utrecht. Zudem wurde Realterm Logistics mit einer City-Logistik Transaktion in Barcelona zum ersten Mal in Spanien überhaupt aktiv. „Durch positive Fundamentaldaten und das europaweit stetige E-Commerce-Wachstum, das die Nachfrage zusätzlich ankurbelt, herrscht ein intensiver Bieterwettstreit sowohl nationaler wie auch internationaler Investoren. Die Folge: In allen Ländern, die wir analysieren, sanken die Renditen“, sagt de Minckwitz.

Mike Barns, Associate European Research bei Savills, fügt hinzu: „In den letzten Jahren haben urbane Logistikzentren sich weiterentwickelt – ursprünglich war das Geschäft B2B ausgerichtet, mittlerweile wurde dies auf B2C ausgeweitet. Der Onlinehandel bleibt hierbei die Hauptantriebskraft und wir haben ein beispielloses Wachstum der E-Commerce-Umsätze beobachtet, während große Teile Europas sich im Lockdown befanden. Wir erwarten, dass dies die Nachfrage der Nutzer für den Rest des Jahres 2020 intensivieren und weiteren Aufwärtsdruck auf die Mieten ausüben wird.

Schlagworte: Logistik, Innenstadt, Immobilienmarkt

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