Vier Neue kommen zum Tragen

Mit dem Paketaufkommen wächst auch die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen. Die Hersteller setzen auf smarte Lösungen für den Fuhrpark und zunehmend auf Elektromobilität.

Von Thomas Müller 01.04.2018

© Mercedes

Ford Transit Courier Kastenwagen

Mit den beiden leichten Transporter-Baureihen Transit Courier und Transit Connect läutet Ford im kommenden Sommer den Verkaufsstart einer Modelloffensive ein. Innerhalb der nächsten 18 Monate soll die komplette Nutzfahrzeugpalette überarbeitet werden, inklusive der schwereren Varianten aus der Transit- Familie. Der kompakte Courier geht mit einer neu gestalteten Frontschürze als sichtbarstem Zeichen der Erneuerung an den Start. In der Kabine rückt der Armaturenträger näher an den Fahrer heran und erleichtert so die Kommunikation mit dem sprach gesteuerten Infotainmentsystem Ford Sync 3. Das Motoren angebot entspricht der jüngsten 6.2-Abgasnorm und umfasst den 1,5-Liter-TDCI-Turbodiesel sowie den Drei- Zylinder- Ottomotor mit 1,0 Liter Hubraum. Die Fünfganggetriebe weichen serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetrieben, was sich positiv auf den Schaltkomfort und den Verbrauch auswirkt. Der wendige Courier ist mit einer Laderaumkapazität von bis zu 2,4 Kubikmetern und einer maximalen Zuladung von 588 Kilogramm für den Stadtverkehr gemacht. Zur großen Auswahl an Fahrer-Assistenz-Systemen zählen der intelligente Geschwindigkeitsbegrenzer, der Pre-Collision-Assist mit Fußgängererkennung, der Seitenwindassistent inklusive Überrollschutz und der Einparkassistent.

Volkswagen Ecrafter 

Der wachsende Onlinehandel erhöht weltweit die Nachfrage nach Transportern, und einer der größten Profi teure des Booms ist Volkswagen. Im Vorjahr konnten die Wolfsburger fast 500 000 Nutzfahrzeuge verkaufen. Im laufenden Jahr verspricht sich VW einen weiteren Schub durch den neuen eCrafter, der gerade von Großkunden im Feldversuch getestet wird und im September an den Marktstart geht. Der Konkurrent von eSprinter und Renault Master Z.E. ist nicht gerade ein Reichweitenmonster, doch soll die Batterie des Stadtfl itzers an der Schnellladesäule innerhalb von 45 Minuten wieder zu 80 Prozent aufgeladen sein. An der Wallbox dauert der Ladevorgang rund fünfeinhalb Stunden. Die Batterie ist im Unterboden verbaut, sodass der Crafter auch in der elektrifi zierten Variante das volle Ladevolumen von knapp elf Kubikmetern behält. Die Nutzlast liegt je nach Variante zwischen 1,0 Tonnen (Gesamtgewicht 3,5 Tonnen) und 1,75 Tonnen (Gesamtgewicht 4,25 Tonnen). Die Technik übernimmt der eCrafter übrigens zu großen Teilen vom eGolf. Dass Nutzfahrzeuge sich immer mehr zu Pkw entwickeln, ist nicht bloß ein Gerücht.

Renault Master Z.E.

Die Debatte um Fahrverbote für Dieselautos in den Städten hat Kurierdienste und Einzelhändler au orchen lassen. Künftig sind elektrisch angetriebene Kleintransporter gefragt, die die Wege auf der letzten Meile vor Ort emissionsfrei meistern. Ganz frisch auf den Markt bringt Renault nun seinen Master Z.E. – ab sofort für Großkunden, ab Herbst für jedermann, der das nötige Kleingeld übrig hat. Die Batterien sind immerhin im Preis inbegri en. Die Leistung des 76 PS starken Elektromotors ist knapp bemessen, jedoch ausreichend. Wer sich auf die versprochene Reichweite (200 Kilometer) verlassen möchte, sollte den Master allerdings nicht allzu schwer beladen und zurückhaltend fahren: Per Rekuperation lädt sich die Batterie während der Fahrt wieder auf. An der Wallbox dauert ein Ladevorgang sechs Stunden. Das Ladevolumen des Großraumtransporters liegt zwischen acht und 13 Kubik metern, die Zuladung zwischen 975 und 1 377 Kilogramm (Gesamtgewicht 3,1 Tonnen). Interessenten haben bei der Kastenwagenvariante die Wahl zwischen drei Längen (5,05 bis 6,20 Meter) und zwei Laderaumhöhen (1,70 und 1,89 Meter). Wenig zu bieten hat der Franzose in puncto Ausstattung und Assistenzsysteme. Die Toleranz für Bezahlschmerz ist auch bei überzeugten E-Fahrern begrenzt.

Mercedes Sprinter 

Mit der dritten Generation des Sprinters präsentiert Mercedes-Benz die Digitalisierung und Elektrifi zierung seines Erfolgsmodells. Seit 1995 verkauften die Stuttgarter weltweit 3,4 Millionen Exemplare, seit 2006 ist das aktuelle Modell auf dem Markt. Es wurde Zeit für eine Runderneuerung. Im Juni startet der Verkauf des Vans in Europa; 2019 soll es den Sprinter auch mit elektrischem Antrieb geben, kündigte Daimler an. Das dürfen Interessenten erwarten: Der neue Sprinter wird als „vernetzte Gesamtsystemlösung“ vermarktet und ist aufgrund unterschiedlicher Kombinationen von Au auarten, Antriebskonzepten, Kabinengestaltungen, Au aulängen, Tonnagen, Laderaumhöhen und Ausstattungsversionen in mehr als 1 700 verschiedenen Varianten verfügbar. Das maximale Ladevolumen liegt bei 17 Kubikmetern, die Tonnage umfasst bis zu 5,5 Tonnen. Als Standardmotorisierung des Sprinters dient ein 2,1-Liter-Diesel-Aggregat, das in vier Leistungsstufen von 114 bis 190 PS zur Wahl steht. Die Neuerscheinung ist mit Mercedes PRO connect ausgestattet, einem Konnektivitätssystem für Fuhrparkkunden. Der webbasierte Service verbindet den Fuhrparkmanager mit allen Fahrzeugen. Zum Marktstart führt Mercedes acht Pakete mit zentralen fl otten-, fahrzeug-, fahrer- und standortbasierten Diensten ein, die über das Multimediasystem über den 10,25-Zoll-Touchscreen oder per Sprachbedienung aufgerufen werden. Eine ganze Reihe von optionalen Sicherheits- und Assistenzsystemen rundet das vielfältige Sprinterpaket ab.

Schlagworte: Auto, Autoquartett, Fuhrpark

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