Vier mal vier

Wer auf Allradantrieb setzt, läuft kaum Gefahr, im Berufsverkehr neben der Spur zu laufen. Wir stellen vier Modelle für sehr verschiedene Ansprüche vor.

Von Thomas Müller 01.03.2018

© Range Rover

Mitsubishi Eclipse Cross 

Der Name Eclipse ist Autokennern in durchwachsener Erinnerung. Das amerikanisch angehauchte Sportcoupé bauten die Japaner von 1992 bis 2012. Doch schon die zweite Generation verkaufte sich in Europa so schlecht, dass Mitsubishi den Vertrieb hierzulande im Jahr 2000 einstellte. Nun legt der Autobauer den Eclipse neu auf – und beim Namen enden auch schon die Gemeinsamkeiten der Modelle. Der neue Eclipse Cross ist kein fl acher Flitzer, sondern ein SUV. Damit setzt Mitsubishi zwar auf ein bewährtes Gewinnerformat, aber das Design ist doch eher ein Wagnis. Immerhin kann den Japanern damit keiner vorwerfen, wieder ein gesichtsloses Auto zu bauen – auch wenn das Gesicht nicht besonders schön ist. Dafür kann der Eclipse Cross mit einem günstigen Basispreis (22.000 Euro) und inneren Werten punkten. Trotz abfallender Dachlinie genießen alle Passagiere Kop reiheit. 485 Liter Ko erraumvolumen (1 159 Liter bei umgelegter Rückbank) können sich angesichts der Coupéform durchaus sehen lassen. Das Infotainmentsystem ist zeitgemäß und ein Head-up-Display serienmäßig. Bislang steht nur ein Motor für den 4,41 Meter langen SUV zur Auswahl, der wahlweise beide Achsen antreibt. 

VW T-Roc 

SUVs liegen im Trend, und Kompakt-SUVs erst recht. „Ready to Roc?“, fragt Volkswagen und bringt seinen 4,23 Meter langen T-Roc an den Start. Spötter erkennen in dem neuen Konkurrenten von Modellen wie Opel Mokka, Kia Stonic oder Hyundai Kona einen höhergelegten Golf. Und tatsächlich bedient sich der T-Roc fast der gleichen Technik und Ausstattung. Dennoch ist den Wolfsburgern mit dem frisch aufgelegten Modell ein besonderer Wurf gelungen. Elf kräftige Grundfarben und vier Dachfarben lassen sich kombinieren, um den T-Roc aus dem bekannten Einerlei hervorzuheben. Bunte Dekore nehmen die Farbgebung auch im Innenraum auf, der Fahrer und Passagieren ein üppiges Platzangebot bietet. Das moderne Infotainmentsystem und die große Auswahl an Fahrassistenten lassen gerade in dieser Klasse keine Wünsche o en. Der T-Roc wirkt sportlich und geländegängig zugleich und ist vor allem ein Auto für jüngere Zielgruppen mit einem gewissen Sinn für Individualismus im Volumensegment. Deutlich günstiger als der Tiguan ist der kleine SUV-Bruder auch. Wer sich für die Basisvariante ohne Allradantrieb mit einem 115-PS-TSI-Aggregat mit Sechsganggetriebe entscheidet, kann schon ab 20.390 Euro losrocken.

Range Rover Pluginhybrid  

Mit dem Range Rover P400e bringt Land Rover sein erstes Plug-in-Hybrid-Modell auf den Markt. Selbstverständlich erfüllt der vornehme und teure Brite auch mit Elektroantrieb alle Anforderungen an höchste Geländetauglichkeit – das gehört zum Markenkern. 51 Kilometer rollt der Range Rover ohne Motorengeräusch, dann muss er an die Steckdose. Für betuchte Jäger und Naturfreunde, die auf ihren Wegen über Stock und Stein lieber den Geräuschen der Natur als den in dieser Klasse beliebten Geräuschen eines Fünfl iter-V8-Benzinmotors lauschen, die ideale Lösung. Auch für die CO2-Bilanz in der Flotte macht sich der Plug-in-Hybrid bezahlt (64 g/km). Das neue Modell verbraucht nur 2,8 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Die Anhängelast ist beim P400e zwar auf 2 500 Kilogramm begrenzt, weil sonst Kupplung und Getriebe technisch aufwendig gekühlt werden müssten – dafür ist der Antritt des schweren O road-SUV (2,5 Tonnen) dank Teilelektrifi zierung umso fl otter: In 6,8 Sekunden geht’s von null auf Tempo hundert. Unter der Haube arbeitet ein Zweiliter-Vierzylinder mit 300 PS. Der E-Motor steuert noch einmal 116 PS bei. Das gleiche Antriebspaket liefern die Briten ab dem Frühjahr auch für den kompakteren und deutlich günstigeren Range Rover Sport aus (ab 87.100 Euro); das Modell für die Hasenjagd.

BMW X2

„Der erste BMW X2 geht seinen ganz eigenen Weg“, versprechen die bayerischen Autobauer – und damit auch gar nicht zu viel. Denn der SUV mit dem sportlichen Coupécharakter bildet eine elegante neue Brücke zwischen den zwei Modellsegmenten. Sogar die berühmte BMW-Niere im Kühlergrill wurde gewissermaßen auf den Kopf gestellt und ist beim X2 unten breiter als oben. Basierend auf der Plattform des erfolgreichen X1 und deutlich kleiner als die SUVCoupés X4 und X6, überzeugt der X2 durch eine dynamische Linienführung und sportliche Fahreigenschaften. Das Dach ist im Vergleich zum Plattformzwilling um sieben Zentimeter fl acher. Die Coupéhaftigkeit hat ihren Preis: Die Kop reiheit für hochgewachsene Passagiere ist eingeschränkt und das Ko erraumvolumen beträgt eher bescheidene 470 Liter – 35 Liter weniger als beim X1. Keine Abstriche müssen Freunde der X-Reihe im Innenraum machen, der technisch und optisch größtenteils dem Plattformgeber entspricht. Mit dem X2 will BMW eine junge Zielgruppe ansprechen, die einen aggressiven Look bei breitem Stand und Ausstattungsvarianten wie M-Sport mit Sportfahrwerk, 19-Zoll-Felgen und au älligen Außenfarben zu schätzen weiß. Nicht auszuschließen, dass das auch älteren Interessenten gefällt.

Schlagworte: Autoquartett, Auto, Fuhrpark

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