Vier gewinnt

Stromschnelle

Bleifuß ohne Skrupel war gestern? Nein, auch in Zeiten von Fridays for Future gibt es einen Ausweg: Mit dem E-Auto lässt sich emissionsfrei durch die City, über Landstraße und Autobahn flitzen. Wir stellen vier Neulinge für ein gutes Gewissen vor.

Von Thomas Müller 06.01.2020

© Hersteller

Peugeot e-208

Ford Mustang Mach-E

Ford wagt sich an einen rein elektrisch angetriebenen SUV und setzt dabei auf eine ordentliche Portion Emotionalität. Der Mustang Mach-E leiht sich den Namen vom legendären Muscle Car – und von außen bietet er auch einen angemessen sportlichen Auftritt. Wie zum Sprung geduckt wirkt das Auto, die Haube ist weit nach vorn gezogen, an der Front prangt der galoppierende Mustang als Logo. Türgriffe haben ausgedient, auf Knopfdruck öffnen sich die Türen elektrisch. Der Innenraum wird wie bei Tesla von einem riesigen Touchscreen in der Mitte beherrscht, direkt vor dem Fahrer sitzt ein Display im Breitbildformat. Platz hat das stattliche Auto mehr als genug, da die Coupéform von außen nur angetäuscht ist, müssen auch Hinterbänkler keine Kopfstöße fürchten. Die Basismotorisierung bietet 258 PS und ausreichende Fahrleistungen, auf Wunsch geht es mit 465 Pferden aber auch weitaus sportlicher zur Sache. Die Reichweite gibt Ford in der Basisversion mit 480 Kilometern an, die Topversion soll 600 Kilometer schaffen und bei 150 Kilowatt Ladeleistung in nur zehn Minuten rund 100 Kilometer Reichweite tanken. Ende 2020 soll das elektrische Wildpferd verfügbar sein zu Preisen ab rund 47.000 Euro.

Technische Daten:

Motor: Elektromotor

Leistung: 258 PS

Reichweite: 480 km

Batteriekapazität: 75,7 kWh

Preis: 46.900 Euro*

Peugeot e-208

Der neue Peugeot 208 ist gleich zum Marktstart auch in einer rein elektrischen Version zu haben. Sportlicher sieht die Neuauflage des Kleinwagens aus, dynamisch und gleichzeitig sympathisch blickt der Franzose auf die Straße. Obwohl er sich eine Plattform mit dem Opel Corsa teilt, ist der 208 sehr eigenständig geraten. Und gewachsen ist er: Fast zehn Zentimeter länger als sein Vorgänger ist der neue Peugeot. Der Innenraum bietet ausreichend Platz, allerdings nicht mehr als der Vorgänger. Die Materialien hat Peugeot aufgewertet, wobei vor allem das neue digitale Display in 3-D-Optik heraussticht, das auf Wunsch wichtige Hinweise in den Vordergrund rückt. Der Elektromotor mit 136 PS hat mit dem Kleinwagen wenig Mühe und ermöglicht einen flotten Antritt an jeder Ampel. Die Reichweite gibt der Hersteller mit 340 Kilometern an – für den Stadtverkehr vollkommen ausreichend. Bei 100 kW Ladeleistung ist die Batterie in nur 30 Minuten wieder auf 80 Prozent geladen. Immerhin rund 10.000 Euro Aufpreis kostet die E-Mobilität bei Peugeot im Vergleich zum Benzinmodell, sodass die Franzosen für den Stromer gute 30.000 Euro aufrufen.

Technische Daten:

Motor: Elektromotor

Leistung: 136 PS

Reichweite: 340 km

Batteriekapazität: 50 kWh

Preis: 30.450 Euro*

 

Honda E

Ein elektrischer Flitzer für die Stadt – das ist der Honda mit dem schlichten Namen e. Das erste reine Elektroauto der Japaner präsentiert sich von außen knuffig und originell: Statt Außenspiegeln sind Kameras montiert, die ihre Bilder auf große Displays im Cockpit übertragen. Mit 3,92 Metern Länge und einem Wendekreis von nur 9,2 Metern ist der e ideal für die engen Verhältnisse in der City. Möglich wird das durch den Heckantrieb: Da an den Vorderrädern keine Antriebswellen sitzen, können sie weiter eingeschlagen werden. Im Innenraum fallen vor allem die vielen Bildschirme auf. Nicht nur die Außenspiegel sind, auch der Innenspiegel ist durch ein Display ersetzt worden. Logisch, dass es keine analogen Armaturen mehr gibt. Was auf welchem Display angezeigt wird, kann der Fahrer weitgehend frei einstellen. Die Platzverhältnisse sind kleinwagentypisch: vor allem hinten etwas beengt. Satte 150 PS sorgen für einen ordentlichen Antritt, der Hinterradantrieb für ein überraschend agiles und sportliches Fahrgefühl. Die Reichweite ist mit 200 Kilometern angegeben – ein Stadtauto eben. Immerhin: In 30 Minuten lässt sich der e bei 50 kW Ladeleistung wieder zu 80 Prozent aufladen. Ab März 2020 soll der Flitzer ausgeliefert werden, zu Preisen ab rund 34.000 Euro.

Technische Daten:

Motor: Elektromotor

Leistung: 150 PS

Reichweite: 200 km

Batteriekapazität: 35 kWh

Preis: 33.850 Euro*

Volvo Polestar 2

Die schwedische Marke Volvo, inzwischen in chinesischem Besitz, geht den Weg der Elektrifizierung konsequent: Unter dem Namen Polestar, bisher der hauseigene Tuner, werden künftig nur noch E-Autos verkauft. Die kompakte Limousine Polestar 2 soll es mit Teslas Model 3 aufnehmen. Von außen ist der erste Eindruck positiv: Der Wagen ist flott gezeichnet und schaut leicht aggressiv drein, das schmale Lichtband am Heck verleiht ihm einen angemessen futuristischen Auftritt. Der Innenraum wird beherrscht von fein strukturiertem Kunststoff, Stoff und Nappaleder – modern und gemütlich gleichzeitig. Ausschließlich modern dagegen ist das Infotainmentsystem, das über einen zentralen, elf Zoll großen Touchscreen bedient wird, der sich individuell mit Funktionen belegen lässt. Platz ist auf allen Sitzen ausreichend vorhanden. Die Fahrleistungen lassen bei 408 Elektro-PS keine Wünsche offen, zumal die Kraft zwischen zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse je nach Situation automatisch verteilt wird. Volvo verspricht eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern, und bei 150 kW Leistung dauert das Vollladen nur etwa 45 Minuten. Ab Juni 2020 kann der Polestar ausschließlich online bestellt werden, zunächst nur in der teuersten Version für rund 60.000 Euro.

Technische Daten:

Motor: zwei Elektromotoren

Leistung: 408 PS

Reichweite: 500 km

Batteriekapazität: 78 kWh

Preis: 59.900 Euro*

* Nettopreis ohne Mehrwertsteuer

Schlagworte: Autokauf, Elektroautos, Auto, Autoquartett, Fuhrpark

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