Fahrspaß im Gepäck

Für einen Kombi müssen nicht nur Vernunftgründe sprechen. Vier neue Modelle, die Emotionen wecken, statt sich bloß hinter dem Angebot großer Kofferräume zu verstecken.

Von Thomas Müller 01.07.2018

© Audi

Ford Focus Turnier Titanium

Er läuft und läuft: Ford präsentiert die bereits vierte Focus-Generation. Die Neuentwicklung der Mittel klasse- Baureihe soll zum Angri auf die mächtige Konkurrenz aus Wolfsburg ansetzen. 600 Millionen Euro haben die Kölner dafür in ihr Werk in Saarlouis investiert, wo ab September auch die Kombiversion Turnier des Bestsellers vom Band rollt. Es ist die erste Baureihe des Herstellers, die auf der neuen C2-Plattform basiert. Sie besticht durch eine verbesserte Crashsicherheit und ein größeres Platzangebot im Innenraum; im Vergleich zum Vorgänger ist der fl achere Turnier fast elf Zentimeter länger. Das maximale Laderaumvolumen beträgt 1 650 Liter. Erstmals kommt optional das interaktive Fahrwerksystem mit elektronischer Dämpferregelung CCD (Continuously Controlled Damping) sowie eine Fahrmodusregelung zum Einsatz. Die neu entwickelte 8-Gang-Automatik passt ihre Schaltstrategie der Fahrweise adaptiv an. Besonders deutlich zeigt sich das Focus- Upgrade bei den neuen Konnektivitätslösungen samt Touchscreen, Sprachsteuerung, Head-up-Display und einer induktiven Ladestation für Smartphones sowie dem umfassenden Angebot an Fahrer-Assistenzsystemen. Auf der Antriebsseite stehen der hochgelobte EcoBoost- Dreizylinder mit 1,0 und 1,5 Litern Hubraum und Zylinderabschaltungs- Technologie sowie zwei EcoBlue-Turbodiesel (1,5 und 2,0 Liter) zur Auswahl.

Audi RS4 Avant

Die Entscheidung für einen Kombi fällt meist unter Erwägung von Aspekten der Vernunft und Praktikabilität. Emotion spielt eher eine untergeordnete Rolle. Im Premiumsegment aber werden die Karten neu gemischt. Den Preis freilich hintangestellt, bildet der neue Audi RS4 Avant die perfekte Liaison von Alltags- und Nürburgring-Tauglichkeit. Mit 1 510 Litern Ladevolumen sprintet der Sportkombi in 4,1 Sekunden auf Tempo 100. Die pure Power entfaltet ein Leichtmetall-V6-Motor mit 2,9 Litern Hubraum, Turboaufl adung, direkter Benzineinspritzung und indirekter Ladeluftkühlung. Im Drehzahlbereich von 1 900 bis 5 000 bringt das Aggregat 600 NewtonmeterDrehmoment auf die Kurbelwelle, 170 Newtonmeter mehr als der Vorgänger. Dabei wiegt der Motor nur 182 Kilogramm, 31 weniger als der V8-Vorgänger. Die neue E zienz drückt sich auch in verbesserten Verbrauchswerten aus (17 Prozent weniger Kraftsto verbrauch). Doch natürlich sind es nicht Tankstellenrechnungen und Umweltbilanz, die für den Renner sprechen. Der 12,3 Zoll große LCD-Bildschirm des Audi virtual cockpit zeigt dem Piloten Motorleistung, G-Meter und Drehzahl an. Ergänzend visualisiert ein Schaltblitz imrot ge haltenen oberen Grenzbereich die Gangwechsel. Wer den Kombi ins Rennen schickt, kann sich die Rundenzeiten per Head-up- Display vor Augen führen. 20-Zoll-Auminium-Schmiederäder im 5-Doppelspeichen-Edge-Design unterstreichen den kraftvollen Auftritt; die optional erhältlichen, rot glänzend lackierten Bremssättel können Enthusiasten schwerlich verschmähen.

Volvo V60

Sicherheit wird bei Volvo seit jeher großgeschrieben, doch in puncto Fahrdynamik ließen die schweren Schweden zuweilen Wünsche o en. Nicht so beim neuen V60. Die fl otte Kombiversion T6 AWD Geartronic sprintet in 5,8 Sekunden auf Tempo 100. Wer sich für Diesel interessiert, fi ndet zwei Aggregate mit 150 und 190 PS; Ende 2018 sollen zwei Plug-in-Hybride folgen. Der Mittelklasse- Allradler basiert, wie sein großer Bruder V90, auf der Scalable-Product-Architecture-Plattform (SPA) und mithin auf Oberklassetechnik. Auch die Sicherheitssysteme stammen vom V90, darunter serienmäßig das IntelliSafe-Paket mit Seitenaufprall- Schutzsystem und Electronic Stability Control. Mit einer Kombination aus Radarsensoren und Kameras sorgt das Sicherheitssystem City Safety für eine automatische Hinderniserkennung. Es warnt vor drohenden Kollisionen und bremst notfalls selbsttätig ab. Außerdem umfasst City Safety im neuen Volvo V60 einen Lenkassistenten, der dabei unterstützt, Hindernisse zu umfahren. Sicher ist sicher. Aber das ist noch nicht alles. Das teilautonome Fahrsystem Pilot Assist behält eine eingestellte Geschwindigkeit bei und führt das Fahrzeug durch sanfte Lenkbewegungen stets in der Mitte der Fahrspur. Gleichzeitig hält es den eingestellten Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen ein. Die Lenkunterstützung von Pilot Assist ist bis 130 km/h aktiv. Der V60 hat ein Ko erraumvolumen von 529 Litern und bietet auch im geschmackvoll gestalteten Innenraum trotz dynamischer Dachlinie viel Platz. Ein Allrounder zum gepfl egten Reisen.

Skoda Octavia Combi

Skoda war einmal ein Hidden Champion, doch diese Zeiten sind vorbei. Volkswagens tschechische Marke für die Preisbewussten und Vernünftigen überzeugt mittlerweile auch Kunden, die sich früher mit Blick auf den konnotierten Status eher für ein Modell aus Wolfsburg entschieden hätten. In einem halben Dutzend europäischer Länder steht Skoda an der Spitze der Zulassungsstatistik. Der Fahrzeugbauer hat es gescha t, sich als verlässlich Qualität au ahrender Anbieter im preislichen Mittelfeld zu platzieren. Seit Jahren heimst Skoda mit vielen praktischen Helferlein Sympathiepunkte ein: Die pragmatische Palette reicht vom Eiskratzer im Tankdeckel bis zur Ko erraumleuchte, die auch als Taschenlampe dient. Der neue Kombi bedient diese Erwartungen und kommt in dritter Generation zudem mit einer neu gestalteten Frontpartie samt LED-Leuchten und zusätzlichem Scheinwerferpaar sowie einem zeitgemäßen Infotainmentsystem daher. Emotionen weckt Skoda jedoch mit nüchternen Zahlen: Das Ko erraumvolumen beträgt stattliche 610, bei umgelegten Rücksitzen 1 740 Liter. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei fünf Litern. Flott ist der neue Octavia Combi dennoch unterwegs. Der in dieser Baureihe neu verbaute Benzindirekteinspritzer mit Turboaufl adung und 1,5 Litern Hubraum ist mit der aktiven Zylindersteuerung ACT ausgestattet. Wenn der Skoda-Fahrer bremst oder bergab rollt, schaltet das Motormanagement zwei Zylinder aus.

Schlagworte: Auto, Autoquartett, Fuhrpark

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