Erfolgs-Format

Als am schnellsten wachsendes Fahrzeugsegment sind Sport Utility Vehicles (SUV) in Europa der Renner. Besonders gefragt: kompakte Modelle. Wir stellen vier neue vor.

Von Thomas Müller 01.06.2018

© Jeeo

Citroën C4 Cactus

Mit dem Slogan „Comfort is the new cool“ stellt Citroën seinen runderneuerten C4 Cactus vor. Die ursprüngliche Stacheligkeit oder Andersartigkeit des Kompakt-SUV, die sich vor allem in frechen Designdetails wie den Airbumps genannten Planken im unteren Türbereich äußerte, ist einer kompletten Unterwerfung unter das Diktat der Bequemlichkeit gewichen. Die Ad vanced- Comfort-Federung macht in dieser Hinsicht schon einmal keine Kompromisse, die Franzosen verkaufen sie als „fl iegenden Teppich“ – feine hydraulische Fahrwerke ist man aus dem Land ja traditionell gewohnt. Auch die mit einem speziellen Polsterschaum fabrizierten Sitze sind der Marke Advanced Comfort eigen und deutlich dicker als zuvor. Der Innenraum vermittelt gehobene Wohnzimmeratmosphäre und soll die Insassen wie ein Kokon umhüllen. Durch das tiefe Armaturenbrett mit waagerechten Linien scheinen der zentrale 7-Zoll-Touchscreen und das digitale Kombiinstrument zu schweben. Von den Außenmaßen (Länge 4,17, Breite 1,71 Meter) wirkt der Cactus allerdings weniger federleicht als kräftig und agil. Von der Arbeit der zur Wahl stehenden Aggregate (Dreizylinder-Benziner mit 110 oder 131 PS und ein Vier zylinder-Diesel mit 100 PS) hört der Fahrer nicht allzu viel. Denn die Franzosen legen mit dickeren Scheiben und stärkerer Dämmung des Innenraums und des Fahrzeugbodens auch ein besonderes Augenmerk auf den Akustikkomfort.

Ford EcoSport

Seit 2014 hat Ford 166 000 Exemplare des EcoSport in Europa verkauft, im vergangenen Jahr legten die Verkaufszahlen um 40 Prozent zu. Ein Facelift soll die positive Entwicklung verstärken. Erstmals steht der EcoSport auch mit intelligentem Allradantrieb zur Wahl. Das System analysiert die Gripverhältnisse in 20- Millisekunden-Intervallen und regelt stufenlos die Kraftverteilung zwischen der Vorder- und Hinterachse. Die Kölner fahren den Allradler in Kombination mit dem neuen, 1,5 Liter großen, „EcoBlue“ genannten Vierzylinder- Turbodiesel (125 PS) auf, der den O roadspaß mit einem niedrigen Verbrauchswert (4,5 Liter) verbindet. Die Modellvarianten mit Frontantrieb werden mit einem 1,5-Liter-Diesel (100 PS) und zwei 1-Liter-Dreizylinder- Benzinern (125 und 140 PS) angeboten. Doch Ford hat nicht nur in puncto Fahreigenschaften an der Qualitätsschraube gedreht. Die überarbeitete Frontpartie mit den angewinkelten Haupt- und Nebelscheinwerfern vermittelt nun eine Dynamik, die dem Modellnamen gerecht wird. Sieben Airbags und der Umkippschutz sichern fl otte Fahrer ab. Im Innenraum wirkt der EcoSport hochwertiger als sein Vorgänger. Das sprachgesteuerte Infotainmentsystem Sync 3 gibt’s serienmäßig, auf der Optionsliste stehen zahlreiche Assistenzsysteme. Praktisch: Unter dem höhenverstellbaren Ko erraumboden (Ladevolumen 1 238 Liter) können wertvolle Gegenstände verborgen werden.

Peugeot 3008

Die Frage, was ein Auto zu einem „Frauenauto“ macht, werden die 25 internationalen Automobiljournalistinnen kaum zufriedenstellend beantworten können. Jedenfalls stimmte die Jury der Women’s World Car of the Year Awards in der Kategorie SUV mehrheitlich für den Peugeot 3008. Urteilsbegründung: Das Fahrzeug „besticht mit seinem eleganten und eindrucksvollen Peugeot-i-Cockpit, seinem Innen- und Außendesign sowie dem Fahrverhalten und dem Fahrvergnügen, das es bietet.“ Da ist doch für jede Frau was dabei! Seit 2009, als die erste Generation des Peugeot 3008 ihr Debüt gefeiert hat, sind die Verkaufszahlen im SUV-Segment stark angestiegen. Mittlerweile ist jedes zehnte in Europa verkaufte Fahrzeug über alle Segmente hinweg ein SUV der Kompaktklasse. Mit einer Länge von 4,45 Metern zählt dazu auch der neue Peugeot 3008. Da sein Wendekreis nur 10,7 Meter beträgt, bleibt er auch in der Stadt handlich und agil. Beim Ko erraumvolumen (520 bis 1 482 Liter) und dem Platzangebot im schick gestalteten Innenraum hat der neue Peugeot 3008 im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich zugelegt. Ein besonderer Hingucker ist das serienmäßige i-Cockpit. Die Anzeigen sind komplett digital und können auf dem 12,3 Zoll großen Bildschirm dargestellt werden, wie der Fahrer es sich wünscht – also auch etwa in der traditionell runden Form. Weil der Abstand zwischen Lenkradnabe und den digitalisierten Instrumenten größer als üblich ist, muss der Fahrer nicht durchs Lenkrad hindurchschauen, sondern hat über das Lenkrad hinweg freien Blick auf die Cockpitanzeigen. Das für seine Klasse zwar kompakte, aber nicht eben kleine Modell wird auch mit sparsamen Dreizylinder- Motoren angeboten, die die Abgasnorm Euro 6.2 erfüllen. Wer an der Dynamik des Aggregats im Frauenauto zweifelt: Es wurde als „Engine of the Year“ ausgezeichnet.

Jeep Compass

Auch Jeep rollt mit dem neuen Compass ins Segment der kompakten SUV, das im Jahr 2020 weltweit voraussichtlich auf 7,5 Millionen verkaufte Einheiten wachsen wird. Allein in Deutschland kaufen die Kunden momentan 330 000 Kompakt-SUVs, mit einer Wachstumsperspektive auf 400 000 im laufenden Jahr 2018. Klasse in der Masse: Der Compass ist sofort als Jeep erkennbar dank der charakteristischen, traditionellen Designmerkmale wie dem Kühlergrill mit sieben Lüftungsschlitzen oder den trapezförmigen Radhäusern. Allerdings wirkt das SUV weniger eckig und kantig als ältere Modelle. Eine dynamische Dachlinie und bullige Kotfl ügel verleihen dem geländegängigen Allradler ein muskulöses Profi l. Im gewohnt hochwertig verarbeiteten Innenraum beherbergt die obere Mittelkonsole die Touchscreens mit fünf, sieben oder 8,4 Zoll Bilddiagonale des neuen Infotainmentsystems Uconnect. Jeep stellt den Compass mit zwei Benzin- und drei Turbodieselmotoren sowie einer Neungang-Automatik und einem Sechsgang-Schaltgetriebe in insgesamt sieben Motor-/Getriebevarianten zur Wahl. Noch mehr auszusuchen gibt es auf der 70 Assistenten umfassenden Liste der Sicherheits- und Schutzfunktionen. Au ahrwarnsystem, Spurhalteassistent und sieben Airbags sind serienmäßig. Der neue Jeep erinnert immer noch an einen Panzer, auch wenn er nicht mehr so aussieht. Ein Panzer mit im Kompakt- SUV-Segment vergleichsweise niedrigen Verbrauchswerten und einer hohen Alltagstauglichkeit (1 251 Liter Ko erraumvolumen).

Schlagworte: Auto, Autoquartett, Fuhrpark, SUV

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