SUV gefragt wie nie

Von der schweren Geländelimousine bis zum kompakten Mini-Offroader erfreut sich die Fahrzeugklasse der Sport Utility Vehicles wachsender Beliebtheit. Wir schauen zwei großen und zwei kleinen neuen Modellvertretern unter die Haube.

Von Thomas Müller 23.03.2016

Jeep Cherokee Limited 2.2 Diesel
Mit einem neuen 200-PS-Diesel, der die Abgasnorm Euro 6 erfüllt, hat Chrysler den Dauerbrenner Jeep Cherokee mit einem angemessen leistungsfähigen, 2,2 Liter großen Selbstzünder auf den Markt gebracht. Das Fahrzeug wiegt immerhin nahezu zwei Tonnen und trägt überdies jede Menge Autogeschichte mit sich herum. Der Cherokee wird seit 1984 produziert und hat, so Jeep, quasi das Genre der Geländelimousine begründet. Seitdem hat sich einiges verändert an der einst eckig erscheinenden Modellreihe. Der neue Diesel fährt zwar mit 18-Zoll-Reifen vor, die ebenso serienmäßig integriert sind wie die silberglänzenden Akzente an der schnittig wirkenden Frontpartie. Wer mit dem Jeep aber tatsächlich ins Gelände möchte, sollte sich den optionalen Active-Drive-II-Antriebsstrang inklusive Geländeuntersetzung und 25 Millimeter-Höherlegung genauer anschauen. Die Variante für die Reise über Stock und Stein kostet allerdings 1700 Euro Aufpreis. Die meisten Fahrer werden mit dem Cherokee ohnehin eher auf der glatten Straße cruisen und dabei das üppige Platzangebot im Innenraum, die komfortablen Sitze mit Nappalederbezug und die Multimedia-Ausstattung genießen.

Opel Mokka 1,6 CDTI
Ein starker Mokka weckt die Lebensgeister, auch die von Opel. Das kleine SUV-Modell Mokka ist ein Riesenerfolg für die Rüsselsheimer. Damit das auch so bleibt, hat Opel den 1,7-Liter-Selbstzünder durch das Modell 1.6 CDTI ersetzt. Der neue Vierzylinder mit Turboaufladung erfüllt die Euro-6-Abgasnorm und macht den neuen Mokka mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,4 Litern und serienmäßiger Start-Stopp-Automatik zum Sparsam-SUV. Der „Flüsterdiesel“-Motor soll jedoch nicht nur durch Effizienz, sondern auch durch mehr Laufruhe überzeugen. Das ist gelungen: Leise, flott und elastisch fährt sich der Wagen, auf der Autobahn wie im Stadtverkehr. Das Kofferraumvolumen des Mokka liegt über dem Klassendurchschnitt, auch das Platzangebot im ansprechend gestalteten Innenraum ist eine lobende Erwähnung wert. Der gelungen proportionierte, wenn auch nicht unbedingt sportlich wirkende Wagen lässt vielleicht nicht die Herzen höher schlagen, wie sein Name vermuten lässt. Doch der Allrader ist praktisch, durchdacht designt und ermöglicht durch seinen hochbeinigen Auftritt einen bequemen Ein- und Ausstieg. Vernunft scheint ein gutes Verkaufsargument zu sein. Opel serviert seinen Mokka in vier Stärken (110 bis 140 PS), als Benziner mit Autogas und als Diesel.

BMW X1 25i
Die X1-Modellreihe gehört seit Jahren zu den beliebtesten BMWs. Als die erste Generation des Kompakt-SUVs vor rund sieben Jahren auf den Markt kam, waren die Bayern der Konkurrenz aus Ingolstadt und Stuttgart um eine Wagenlänge enteilt. Der X1 verkaufte sich prächtig, doch Kritiker störten sich an einigen Mängeln. Die Qualität der Innenausstattung ließ zu wünschen übrig, ebenso das Platzangebot für Passagiere sowie im Kofferraum. Mit der zweiten Baureihe hingegen kann BMW viel Lob einfahren. Der neue X1 sieht nicht nur sportlicher aus, auch die Beinfreiheit hat spürbar zugenommen und das Ladevolumen ist um stattliche 85 Liter auf nunmehr 505 Liter gewachsen. Durch Umlegen der teilbaren Rückbank wächst der Stauraum auf bis zu 1 550 Liter. Das Interieur wurde deutlich aufgewertet, und Extras wie ein Head-up-Display, das die Anzeige auf die Windschutzscheibe projiziert, LED-Scheinwerfer oder eine elektrische Heckklappe wissen zu gefallen. Für den X1 werden zwei Benzin- und drei Dieselaggregate angeboten, zudem die Dreizylinder X1 sDrive 18i mit 136 und 16d mit 116 PS und Frontantrieb. Der 231 PS starke X1 25i startet ohne zusätzliche Ausstattung bei sportlichen 42.500 Euro. Wer aber eine Einsteigervariante wählt und gemütlicher und sparsamer zum Kunden kommen möchte, kann schon für 15.000 Euro weniger einen neuen X1 fahren.

Mazda CX-3
SUVs kommen bei vielen Fahrern bestens an. Darum wächst die Modellpalette der Hersteller stetig. Doch je größer die Auswahl wird, desto kleiner werden viele Fahrzeuge. Mini-SUVs sind ganz groß im Kommen, und Mazda fährt bei diesem Trend mit vorneweg. Der CX-3 wirkt nicht so hochgestellt wie die Konkurrenz der tonnenschweren Geländelimousinen, sondern eher sportlich und kompakt. Das hat Folgen: Die Passagiere in der zweiten Reihe sollten besser keine allzu langen Beine haben. Kleine Passagiere wären auch deshalb von Vorteil, weil die Sicht nach hinten durch die schmale Heckscheibe ohnehin schon bescheiden ist. Die coupéartige Verjüngung führt jedoch nicht zu akutem Platzmangel im Kofferraum: 350 Liter Ladevolumen bedeuten Kompaktklassestandard. Das dynamische Fahrzeug überzeugt durch eine lange Aufpreisliste, die auch Klein-SUV-Fahrer in den Genuss von Head-up-Display, LED-Scheinwerfern oder Abstandsregelung kommen lassen. Allradantrieb und 150 PS bringen den leichten Japaner in 8,7 Sekunden von null auf hundert. Wer mit 120 PS und etwas weniger Fahrspaß auskommen kann, bekommt den CX-3 schon ab 17.990 Euro.

Schlagworte: Auto, Automobile, Autoquartett, Fuhrpark, SUV

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