Vier Gewinnt

Lademeister

Hinten viel wegstecken und vorn entspanntes Fahren ermöglichen: Die beiden wichtigsten Anforderungen an Transporter sind nicht ganz leicht zu vereinbaren. Vier Neulinge, denen dieser Spagat vorbildlich gelingt.

Von Thomas Müller 13.03.2020

© Hersteller

Opel Vivaro-E

Mercedes E-Sprinter

Nach dem E-Vito bringt Mercedes den E-Sprinter, der sich äußerlich betont unaufgeregt gibt. Die Botschaft: Er kann alles, was die konventionell angetriebene Variante auch kann – bloß emissionsfrei. Die Reichweite fällt mit 168 Kilometern knapper aus, ist für Lieferungen in der Innenstadt aber vollkommen ausreichend. 891 Kilogramm Nutzlast bietet der Lastesel mit dem Stern, bei kleinerer Batterie mit entsprechend geringerer Reichweite wächst sie auf 1  045 Kilogramm. Das Beladen funktioniert problemlos über die großen Türen, die Fahrleistungen lassen auf der letzten Meile keinerlei Frust aufkommen. Der Innenraum ist nüchtern, aber ordentlich verarbeitet. Interessantes Extra: Die Elektronik im Sprinter erkennt, wenn der Fahrer im Winter besonders oft die Tür öffnet, um auszusteigen. Dann wird die Leistung der Heizung gedrosselt, ganz im Sinne der Energieeffizienz und Reichweitenoptimierung. Apropos: Vier verschiedene Rekuperationsstufen lassen sich wählen, in der stärksten lässt sich der Sprinter fast nur mit dem Gaspedal fahren – lupft der Fahrer den Fuß, verzögert das Auto. Aufgeladen werden die Akkus über einen Anschluss im Kühlergrill, bei 80 kW Ladeleistung sind sie nach 30 Minuten wieder fast voll. Beim Händler steht der Sprinter im ersten Quartal 2020, die Preise starten wohl bei 50.000 Euro netto.

Technische Daten

Motor: Elektromotor

Leistung: 116 PS

Reichweite: 168 Kilometer

Batteriekapazität: 55 kWh

Nutzlast: 891 Kilogramm

Preis: N.N.

Evum Motors Acar

Hervorgegangen aus einem Forschungsprojekt der Universität München, ist der Acar ein betont einfacher Transporter, der ursprünglich für den Einsatz in Entwicklungsländern gedacht war. Die Version, die hierzulande bestellbar ist, wirkt im Vergleich zum Ursprungsmodell schon äußerlich deutlich gereifter – der Bastlercharme ist verschwunden. Gewichtiges Argument für den simplen Elektro-Lastesel mit Allradantrieb: Bei einem Eigengewicht von 1,1 Tonnen soll er eine Nutzlast von einer Tonne befördern können. Die Reichweite fällt mit 100 Kilometern bescheiden aus, reicht aber aus für Einsätze auf der letzten Meile – genauso wie die Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Bei der Ausstattung aber geizt der Acar keineswegs: Eine beheizbare Frontscheibe ist serienmäßig vorhanden, Extras, wie Audioanlage, Sitzheizung oder Solarpanel fürs Dach, sind gegen Aufpreis erhältlich. Die Akkus können an einer normalen Steckdose innerhalb von sieben Stunden wieder aufgeladen werden. Die Auslieferung des Transporters soll im zweiten Quartal beginnen, zu Preisen ab rund 30.000 Euro netto.

Technische Daten

Motor: Elektromotor

Leistung: 27 PS

Reichweite: 100 Kilometer

Batteriekapazität: 12 kWh

Nutzlast: 1 Tonne

Preis: 29.900 Euro (Nettopreis ohne Mehrwertsteuer)

Opel Vivaro-E

Die Rüsselsheimer haben ihren Kleintransporter elektrifiziert: Der Opel Vivaro-E schafft, je nach Batteriekapazität, zwischen 200 und 300 Kilometer rein elektrisch. Von außen kommt der Vivaro nüchtern und sachlich daher, die enge Verwandtschaft zu den PSA-Konzernbrüdern Peugeot Expert und Citroën Jumpy sieht man ihm an. Der typische Kühlergrill und das Logo verraten dann aber doch die Zugehörigkeit zur Marke Opel. Wie die konventionell angetriebene Variante ist der Kastenwagen in drei Längen erhältlich (4,60/4,95/5,30 Meter), die längste Version bietet 1 400 Kilogramm Nutzlast – das sind gut 200 Kilogramm mehr, als der Vorgänger wegstecken konnte. Um das Be- und Entladen zu erleichtern, lassen sich die seitlichen Schiebetüren gegen Aufpreis vollautomatisch öffnen. Dafür muss die Last nicht einmal abgestellt werden: Ein Fußkick unter die Kante genügt, damit die Tür zur Seite gleitet. Die Fahrleistungen sind ordentlich, wie allen Stromern fehlt es dem Vivaro nicht an Durchzugsstärke. Innenraum und Ausstattung mit Assistenzsystemen sind auf Pkw-Niveau, selbst ein Head-up-Display ist auf Wunsch erhältlich. Die Preise dürften bei 40.000 Euro netto beginnen, Marktstart ist in diesem Jahr.

Technische Daten

Motor: Elektromotor

Leistung: N.N

Reichweite: 200 Kilometer

Batteriekapazität: 50 kWh

Nutzlast: 1,4 Tonnen

Preis: N.N.

Toyota ProAce City

Die hochgezogene Frontstoßstange lässt den Hochdachkombi von Toyota vorn ansatzweise bullig wirken, ansonsten setzt das Design auf Alltagstauglichkeit ohne Schnörkel. In zwei Längen ist der Japaner erhältlich (4,40 Meter und 4,70 Meter), die maximale Nutzlast liegt jeweils bei rund einer Tonne. Intelligentes Extra: eine Klappe im Dach, durch die besonders lange Gegenstände beim Transport herausragen können. Zum Start sind durchzugsstarke Dieselmotoren und ein Benziner verfügbar, eine Elektrovariante soll 2021 folgen. Der Innenraum ist solide verarbeitet und mehr Wohlfühlzone als karger Arbeitsplatz. Bei den Assistenzsystemen ist vom Totwinkelwarner über Rückfahrkamera bis zum Notbremsassistenten alles verfügbar, was auch Pkw-Fahrer kennen und schätzen. Ab April soll der Transporter beim Händler stehen – zu Preisen ab voraussichtlich rund 17.000 Euro netto.

Technische Daten

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel

Leistung: 75 PS

Verbrauch: 5,5 Liter

CO2-Ausstoß: 125 g/km

Nutzlast: 1 Tonne

Preis: N.N.

Schlagworte: Autoquartett, Auto, Autokauf

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