Nachhaltigkeit

Engagement ohne Umstände

Das Thema Nachhaltigkeit hat auch für Onlineshopper wachsende Bedeutung, so eine aktuelle Umfrage. So geben 66 Prozent der Befragten an, Marken und Händler, die ihrer Verantwortung beim Thema Umweltschutz gerecht werden, zu bevorzugen.

28.01.2020

© Africa Studio/Stock Adobe

Onlinehändler und Onlineshopper geben in Befragungen gern an, dem Thema Nachhaltigkeit hohe Bedeutung beizumessen.

Die meisten dieser vorgeblich umweltbewussten Konsumenten (69 Prozent) wären laut Studie sogar bereit, für umweltfreundliche Produkte und Services mehr zu bezahlen. Allerdings lässt sich diese Käufergruppe ihre bestellte Ware in der großen Mehrheit (92 Prozent) gerne bequem bis an die eigene Haustür liefern. Dieser Wert ist sogar noch höher als der Vergleichswert der Heavy Shopper (88 Prozent), die Umweltaspekten beim Online-Einkauf weniger Bedeutung beimessen. Dabei wäre die Lieferung der bestellten Ware an einen Paketshop eine gute Gelegenheit, Emissionen auf der letzten Meile einzusparen. Trotzdem bevorzugen nur zwölf Prozent der sich selbst als ökologisch sensibilisierten Onlineshopper diese Zustelloption. 

Zu diesen Ergebnissen kommt die neue Studie „E-Shopper Barometer 2019“ des Logistikdienstleisters DPD, für die über 23.000 Konsumenten in 21 Ländern (davon rund 1.500 in Deutschland) befragt wurden. In Deutschland wird mittlerweile knapp jeder fünfte Einkauf (16,8 Prozent) im Internet erledigt. Und jedes zehnte bestellte Produkt geht als Retoure zurück an den Versender. 

Belastung durch Retouren 

Laut einer neuen Befragung des Siegelgebers Trusted Shops halten 92 Prozent der Internethändler Nachhaltigkeit im E-Commerce für wichtig. Rund 90 Prozent der rund 880 befragten Händler geben an, umweltfreundliche Verpackungssysteme zu nutzen. 57 Prozent der Shopbetreiber setzen auf erneuerbare Energien, nutzen also Green Hoster oder beziehen Strom aus Windenergie. Fast die Hälfte (49 Prozent) der befragten Onlinehändler befasst sich jedoch nicht mit der Frage, wie umweltgerecht mit Retouren umzugehen sei.

Ende des Jahres 2019 löste die Debatte um Gebühren auf Rücksendungen erneut die Diskussion um nachhaltige Prozesse im Onlinehandel aus. Dieses große Interesse an dem Thema bei den Endkunden zeigt, dass die Kommunikation von vorhandenen Nachhaltigkeitsaktivitäten ein echter Vorteil für einen Onlineshop sein kann, so die Studienautoren. Umso erstaunlicher ist es, dass laut Befragung fast die Hälfte der Internethändler (44 Prozent) das eigene Engagement dem Kunden gegenüber nicht kommuniziert. Informiert ein Shop über die eigenen Aktivitäten, tut er dies meist über die eigene Website (33 Prozent) oder die sozialen Medien (28 Prozent).

Schlagworte: Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz, Studie, Onlinehandel

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