Aktionstage vorbereiten

Jetzt ist die Zeit für Händler, das Weihnachtsgeschäft vorzubereiten. Dabei sollten sie im Blick behalten, wie sich das aktuelle Shoppingverhalten der Konsumenten ändert, meint Georg Sobczak, Managing Director DACH der Advertising-Plattform Criteo.

Von Georg Sobczak 21.08.2018

© Mark Kolbe / Getty Images

Black Friday und Cyber Monday brachen 2017 in den USA alle Verkaufsrekorde. Auch in Deutschland entwickeln die beiden Aktionstage immer deutlichere Spitzen im Weihnachtsgeschäft, Konsumenten planen sie zunehmend fest für ihr Weihnachtsshopping ein. Darüber hinaus wandelt sich ihr Einkaufsverhalten in der wichtigsten Jahreszeit für den Einzelhandel grundlegend: Sie werden flexibler und machen Omnishopping – das ständige Wechseln zwischen allen verfügbaren Kanälen – zur neuen Normalität. Nur wer als Händler mit der Zeit geht, wird den Kunden von heute erfolgreich abholen. Wer die wesentlichen Trends kennt, ist dabei klar im Vorteil.

Trend 1: Es weihnachtet früher denn je
Bereits im vergangenen Jahr boten Händler Schnäppchen schon vor Black Friday an, dieser Trend wird sich 2018 noch verstärken. Frühzeitig angebotene Schnäppchen bewegen Kunden dazu, sich zeitiger mit dem Weihnachtsshopping zu beschäftigen. Das Ergebnis ist ein ganzer Monat voller Deals anstatt nur eines Schnäppchen Tages. Händler, die vor Black Friday oder Cyber Monday einsteigen oder ihre Angebote darüber hinaus verlängern, heben sich ab und binden Kunden. In den USA war der auf den Cyber Monday folgende Dienstag genauso stark wie Black Friday. Das zeigt: Händler sollten nicht unbedingt alles auf die beiden Karten Black Friday und Cyber Monday setzen. Die Kunden sind aufmerksam, kaufbereit und experimentierfreudig. Händler sollten das genauso halten!

Trend 2: Mobile ist die neue Normalität
Es hilft kein Blick in die Kristallkugel: Wie genau die Weihnachtssaison auf Mobile abläuft, kann niemand sagen. Sicher ist, dass etwa die Hälfte der Käufe über das Smartphone erfolgen wird. Händler sollten deshalb sicherstellen, dass ihre Webseiten und Apps herausragende Performance bieten und auf dem neuesten Stand sind: Geschwindigkeit, User Experience und ein einfacher Kaufabschluss sind entscheidend.

Apropos Apps: Europäische Händler, die neben der mobilen Website eine überzeugende Shopping App anbieten, generieren bereits 55 Prozent ihrer Onlinesales mobil; Händler ohne App dagegen nur 44 Prozent. Zudem überzeugen Apps mit einer dreimal höheren Conversion Rate gegenüber mobilen Websites, wie diese Studie zeigt. Höchste Zeit also, unsere Zurückhaltung gegenüber Apps in Deutschland endlich abzulegen.

Trend 3: Gemeinsame Datenpools
Es kann nicht oft genug betont werden: Händler überzeugen moderne Kunden nur durch eine personalisierte User Experience. Und dafür brauchen sie Daten. Das gilt umso mehr für zunehmend mobil gekaufte Weihnachtsgeschenke (siehe Trend 2). Allerdings hadern Marketer häufig mit ihrer Daten Strategie sowie mangelnder Datenanalyse. Hier gilt es sich zu öffnen, Datenkollaborationen zu forcieren und den Nutzen aus aggregierten Daten zu ziehen: Ein gemeinsamer, riesiger Pool an Daten kommt nicht nur großen und kleinen Händlern zu Gute, sondern vor allem auch den Nutzern – schließlich steigen so ihre Chancen, möglichst schnell das passende Geschenk zu finden.

Omnishopping und Mobile Shopping werfen alte Gewissheiten über den Haufen und fordern mehr Mut von Händlern. Auch wenn sich manche Trends erst herauskristallisieren, ist klar, dass die Händler punkten können, die frühzeitig auf den richtigen Kanälen Aufmerksamkeit schaffen.

Schlagworte: Weihnachtsgeschäft, Omnishopping, Cyber Monday, Black Friday

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