Textilbündnis: Beitritt als Bekenntnis

Im vergangenen Monat sind viele Unternehmen der Textilwirtschaft dem Bündnis für nachhaltige Textilien beigetreten. Ein Durchbruch für das viel diskutierte Projekt. Die Wirtschaft bekennt sich zu ihrer Verantwortung für sozial und ökologisch verantwortliche globale Handels- und Lieferketten.

13.08.2015

Dem Beitritt war ein hartes Ringen um einen gemeinsamen Aktionsplan mit der Bundesregierung und der Zivilgesellschaft vorausgegangen. Zu den ursprünglichen Zielen des Textilbündnisses haben sich die beteiligten Verbände und Unternehmen dabei uneingeschränkt bekannt. Der Vorwurf von Kritikern, der Aktionsplan sei von der Wirtschaft weichgespült worden, ist daher haltlos.

Das sagt der HDE:

Wichtig war uns jedoch, dass es keinen deutschen Alleingang gibt, dass die Wirtschaft in den Produktionsländern auch weiterhin nicht für staatliche Aufgaben haftbar gemacht wird und dass keinem Unternehmen existenzielle Risiken entstehen. Auch wollten wir möglichst vielen Unternehmen, vom internationalen Konzern bis zum kleinen mittelständischen Händler, den Weg ins Bündnis ebnen. Es kam uns auf einen Bündnisgeist an, der alle beteiligten Gruppen in die Pflicht nimmt, nicht nur die Wirtschaft. So können beispielsweise die Bundesregierung oder die Kirche durch ein nachhaltig ausgerichtetes Beschaffungswesen einen großen Einfluss auf nachhaltige Lieferketten ausüben, schon allein durch das Volumen, das sie im Einkauf bewegen.


„Es kam uns auf einen Bündnisgeist an, der alle beteiligten Gruppen in die Pflicht nimmt, nicht nur die Wirtschaft.“ Stefan Genth, HDE-Hauptgeschäftsführer


Es ist die Aufgabe der Politik, die Initiativen der internationalen Staatengemeinschaft für bessere Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern zu koordinieren. Es reicht auch nicht, wenn Vertreter der Zivilgesellschaft Missstände lediglich anprangern, ihre Erfahrungen aber nicht umfangreich in gemeinsame Lösungsansätze einbringen. Im Laufe der letzten Monate haben sich alle Partner im Bündnis aufeinander zubewegt. In den kommenden Monaten geht es nun darum, den Aktionsplan und die Vision von sozialen Arbeitsbedingungen vor Ort mit Leben zu füllen.

Der HDE wird sich dafür einsetzen, dass das Bündnis eine Erfolgsgeschichte wird. Es steht viel auf dem Spiel. Es geht um die Glaubwürdigkeit von Selbstverpflichtungen als Gegenentwurf zur Regulierung durch den Gesetzgeber. Aber es geht auch um den Ruf unserer Branche!

Schlagworte: HDE, Textilbündnis

Kommentare

Ihr Kommentar