Weihnachtsgeschäft

Mehr Lametta denn je

Der HDE hebt seine Jahresprognose für 2019 deutlich an und erwartet ein Umsatzplus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die gute Verbraucherstimmung treibt auch das Weihnachtsgeschäft: Erstmals wird der Handel mehr als 100 Milliarden Euro einnehmen.

Von Ralf Kalscheur 13.12.2019

© Thorsten Futh

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth

Die stabile Arbeitsmarktsituation sowie der Anstieg des verfügbaren Einkommens um zuletzt 3,1 Prozent befördern die Einkaufslust der Verbraucher auch in Zeiten von Handelskonflikten, Brexit und einer schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. „Die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel als Nachläufer im Konjunkturzyklus bleiben daher für die kommenden Monate günstig“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth auf der Weihnachtspressekonferenz des Verbands.

Der Jahresgesamtumsatz werde daher nicht, wie im Frühjahr vom HDE prognostiziert, um zwei Prozent ansteigen, sondern um 3,2 Prozent auf dann 543,7 Milliarden Euro. Preisbereinigt beträgt das Umsatzplus rund 2,5 Prozent. Der stationäre Einzelhandel wächst in diesem Jahr um nominal 2,7 Prozent, während der Onlinehandel seine Erlöse um 8,5 Prozent auf 57,8 Milliarden Euro erhöht.

Im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft rechnet der HDE mit einem Wachstum in Höhe von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Demnach wird der Einzelhandel in den beiden letzten Monaten des Jahres erstmals einen dreistelligen Milliardenerlös in Höhe von 102,4 Milliarden Euro erwirtschaften. Der stationäre Handel erzielt 19 Prozent, der Internethandel etwas mehr als ein Viertel seines Jahresumsatzes im November und Dezember. Dabei steigen die Online-Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp elf Prozent auf dann 15 Milliarden Euro. Von dieser Entwicklung profitieren auch immer mehr Einzelhändler, die ihre Multichannel-Strategie vorantreiben.

Verbraucher planen höhere Ausgaben

23 Prozent der Verbraucher wollen in diesem Jahr mehr Geld für Geschenke ausgeben, rund 15 Prozent planen, ihre Ausgaben zu reduzieren, ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des HDE. Insgesamt investieren die Konsumenten im November und Dezember 20,5 Milliarden Euro in Präsente; im Durchschnitt beschenkt jeder Verbraucher acht Personen.

Die Geschenke stammen am häufigsten aus den Bereichen Lebensmittel, Spielwaren, Bücher/Schreibwaren, Parfüm/Kosmetik und Elektroartikel. Über 80 Prozent der Verbraucher, die ihre Lieben zu Weihnachten mit Spielwaren beschenken, kaufen diese online, so die Studie. Am meisten geben die Verbraucher für Geldgeschenke, Gutscheine und Spielzeug aus.

Eine aktuelle Trendbefragung des HDE bei 250 Einzelhandelsunternehmen zeigt, dass sich die Branche mit der Umsatzentwicklung im Herbst überwiegend zufrieden zeigte. Sie führt aber auch vor Augen, dass die Erwartungen der Unternehmen an den Jahresendspurt sehr unterschiedlich sind. „Kleinere Unternehmen sind deutlich zurückhaltender, während größere Händler mehrheitlich von besseren Geschäften als im Vorjahr ausgehen“, erklärt Stefan Genth. „Diese Schere geht immer weiter auseinander.“ ●

Schlagworte: Weihnachtsgeschäft, HDE

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