Lieferverkehr

Dieselnachrüstung soll Fahrverbote verhindern

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat erstmals die Hardware-Nachrüstung von leichten Euro-5-Diesel-Nutzfahrzeugen genehmigt. Der HDE forderte die Zulassung von Nachrüstsätzen für Lieferfahrzeuge seit langem, weil diese den Stickoxidausstoß nachhaltig senken und Fahrverbote verhindern können.

03.09.2019

© Olaf Simon/Stock Adobe

Sauber unterwegs: Nachgerüstete leichte Diesel-Nutzfahrzeuge stellen eine technische Lösung der Luftreinhalteproblematik dar.

Zuvor hatte das KBA bereits Zulassungen für die technische Nachrüstung von Diesel-Pkw erteilt. Die Hersteller seien nun am Zug, schnell Nachrüstungssysteme für möglichst viele verschiedene Fahrzeugtypen zur Verfügung zu stellen, so der HDE. „Attraktive Innenstädte brauchen saubere Luft“, betonte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Fahrverbote sind aber der falsche Weg dorthin und machen die Erfolge der über die letzten Jahrzehnte mühsam aufgebauten Förderung für Innenstädte kaputt.“ Die Händler in den Stadtzentren müssten für Kunden und Lieferanten erreichbar bleiben.

Im Januar 2019 legte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ein Förderprogramm für die Hardware-Nachrüstungen von leichten und schweren Handwerker- und Lieferfahrzeugen auf. Als Voraussetzung für die Förderung muss eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für die Nachrüstsysteme nachgewiesen werden. Bislang bieten vor allem Mercedes und Volkswagen Nachrüstsätze für leichte Sprinter und Transporter (2,8 t bis 3,5 t zulässige Gesamtmasse) an. Eine Übersicht der Fahrzeugtypen finden Sie hier

Bürokratische Hürden bei Förderung abbauen

Förderberechtigt sind Fahrzeughalter mit gewerblich genutzten Fahrzeugen von 2,8 t bis 7,5 t, die ihren Firmensitz in der von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Stadt oder den angrenzenden Landkreisen haben sowie die gewerblichen Fahrzeughalter, deren Firma nennenswerte Aufträge in der Stadt hat. Für dieses Förderprogramm wird in zwei unterschiedlichen Förderrichtlinien zwischen leichten (2,8 t - 3,5 t zulässige Gesamtmasse) und schweren (3,5 t - 7,5 t zulässige Gesamtmasse) Handwerker- und Lieferfahrzeugen unterschieden. Ausführliche Informationen zur Antragstellung finden Sie hier.

Die von der Unternehmensgröße abhängige Förderquote beträgt höchstens 80 Prozent der Umrüstungskosten (System- und Einbaukosten) und ist im Rahmen der Förderrichtlinie auf einen Höchstbetrag von 3.000 Euro bei Fahrzeugen unter 3,5 t und 4.000 Euro bei schwereren Fahrzeugen begrenzt. Zum 31. Mai 2019 war die Höchstförderung um rund 1.000 Euro pro Fahrzeug reduziert worden, obwohl noch keine Nachrüstsysteme zugelassen waren.

Der HDE fordert, die mit dem Förderprogramm des BMVI verbundenen bürokratischen Hürden abzubauen und es auch für Fahrzeughalter, die nicht in sogenannten Schwerpunktregionen tätig sind sowie für Lieferfahrzeuge unter 2,8 t zu öffnen.

Schlagworte: Einzelhandel, Verkehrswende, Verkehrspolitik, Innenstadt, Vitale Innenstädte

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