Branche setzt auf Reduktion

Beim Runden Tisch zur Verpackungsvermeidung sicherten die Vertreter des Handels der Bundesumweltministerin Ihre Unterstützung zu. Mit freiwilligen Maßnahmen wollen die Unternehmen helfen, Plastikabfälle zu minimieren.

15.03.2019

© BMU / Sascha Hilgers

Gemeinsames Ziel: Bundesumweltministerin Schulze mit Vertretern von Handel und Industrie beim Runden Tisch zur Verpackungsvermeidung.

Gleich beim ersten Treffen des Dialogs haben Handel und Hersteller Maßnahmen zugesagt, zum Beispiel zur Reduzierung von Kunststoff im Obst- und Gemüsebereich durch die Ausweitung des Angebots an unverpackter Ware oder durch den Einsatz von Mehrwegbeuteln und -netzen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) begrüßte diese Ansätze zum Verzicht auf Kunststoffverpackungen: „Die Erfahrung zeigt, dass wir durch Freiwilligkeit manchmal ehrgeizigere Ziele setzen und diese viel schneller erreichen können als durch Zwang. Auf diesen Effekt setze ich im Dialog mit der Wirtschaft.“

Bereits im November 2018 hatte Schulze einen Fünfpunkteplan für weniger Plastik und mehr Recycling vorgelegt. Der nun gestartete Dialog mit Handel und Industrie ist neben dem neuen Verpackungsgesetz ein weiteres Element dieses Plans. „Viele Händler führen Mehrwegnetze ein, einige Betriebe testen Mehrwegbehälter an den Frischetheken für Käse und Fleisch. Etiketten werden bei manchen Obst- und Gemüsesorten durch Laserkennzeichnungen ersetzt“, umreißt Kai Falk, Geschäftsführer Nachhaltigkeit beim HDE, die Aktivitäten des Handels. Zudem würden Einwegplastik­artikel, für die ökologisch sinnvolle Alternativen bestehen, ausgelistet. Darüber hinaus reduziere die Branche bei Verpackungen ihrer Eigenmarken den Materialeinsatz und verbessere die Recyclingfähigkeit.

Dennoch stößt gerade der Lebensmittelhandel bei der Einsparung von Kunststoffverpackungen an Grenzen: „Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen hat höchste Priorität, dafür sind Verpackungen oft unverzichtbar“, betont Falk. Der Einsatz von recyceltem Material bei Lebensmittelverpackungen werde durch hygienerechtliche Vorgaben behindert. Hier müsse die Politik die Vorgaben anpassen. Neue gesetzliche Regelungen für mehr Recycling hält der HDE jedoch für überflüssig. Seit Januar gelte das neue Verpackungsgesetz, das höhere Recyclingquoten vorsieht und recyclingfreundliche Verpackungen fördert. „Zunächst sollten wir abwarten, welche Ergebnisse das Gesetz bringt“, argumentiert Falk.

Schlagworte: Umweltpolitik, Nachhaltigkeit, Plastikverpackungen, Plastikmüll

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