Ekelbilder gegen das Rauchen

Operationen am offenen Herzen, schwarze Zähne und amputierte Raucherbeine: Das sind schockierende Bilder auf Zigarettenschachteln und Feinschnittpackungen, die Raucher ab 20. Mai vom Zigarettenkonsum abschrecken sollen.

06.04.2016

Der Bundesrat hat das vom Bundestag verabschiedete Tabakerzeugnisgesetz bestätigt, das einschneidende Maßnahmen wie diese vorsieht. Dies berichtet der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE). Die Schockbilder müssen zusammen mit schriftlichen Warnhinweisen 65 Prozent der Verpackung bedecken – statt bisher nur rund ein Drittel der Fläche. Das erlaubt es, anschauliche Details von den gesundheitlichen Folgen des Rauchens zu zeigen. Das Tabakerzeugnisgesetz sieht außerdem ein Verbot für Zigaretten und Feinschnitt mit einem so genannten charakteristischen Aroma vor. Auch für nikotinhaltige elektronische Zigaretten und Nachfüllbehälter gelten künftig weitgehend die gleichen Werbebeschränkungen, wie sie für andere Tabakprodukte bereits bestehen. Mit dem Tabakerzeugnisgesetz wird die EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD 2) in deutsches Recht umgesetzt.

Das Ziel: Jugendliche schützen

Die großformatigen Schockfotos sollen vor allem Jugendliche vor den Gefahren des Rauchens warnen. Doch Jugendschutz funktioniere anders und nur im autorisierten Handel, betont der Bundesverband der Lotto-Toto-Verkaufsstellen (BLD). „Viel wichtiger als Schockfotos ist das persönliche Gespräch, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten“, sagt Günther Kraus, Geschäftsführer des BLD. „Für diese Art der Aufklärung sind alle Mitarbeiter unserer mehr als 24.000 Lotto-Toto-Verkaufsstellen unersetzlich. Unsere Händler nehmen das Thema Jugendschutz sehr ernst und achten darauf, dass Tabak und Zigaretten nicht an Minderjährige verkauft werden. Der Zigaretten-Schwarzmarkt mit seinen illegalen Straßenhändlern macht unsere Arbeit jedoch schnell zunichte. Da helfen auch keine Schockfotos, zumal diese bei illegal gehandelten Marken vermutlich keine Rolle spielen werden“, warnt Kraus. Viele gefälschte Zigaretten würden unter unhygienischen Bedingungen mit zum Teil giftigen Inhaltsstoffen hergestellt.

Schlagworte: BTWE, Bundesverband des Tabakwaren-EInzelhandels, Tabak, BLD

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