Cybergefahren im Handel

Die Digitalisierung eröffnet dem Handel Chancen – sie birgt aber auch Gefahren, wenn IT-Systeme nicht zuverlässig geschützt sind. ­Hilfestellung zur Abwehr bietet die Allianz für Cyber-Sicherheit von HDE und BSI. Stephan Tromp zieht ein Fazit der Zusammenarbeit.

Von Frauke Greven, Referentin „Cyber-Sicherheit für die Wirtschaft“, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) 02.03.2019

© Die Hoffotografen

Herr Tromp, welche Möglichkeiten eröffnet die Digitalisierung dem deutschen Handel? 
In der Digitalisierung liegt für den Handel ein enormes Potenzial an Wachstum und Effizienzsteigerung. Durch die Nutzung digitaler Systeme können Prozesse in allen Unternehmensbereichen optimiert werden. Ob bargeldloses Bezahlen oder digitales Supply Management – Digitalisierung steigert den Nutzen für Unternehmen und Verbraucher.

Wie schätzen Sie das Bewusstsein für Cybergefahren im Handel ein?
Der Handel ist sich der Risiken durchaus bewusst. Die Unternehmen wissen, dass digitale Netzwerke und Services Gefahren bergen. Die großen Player verfügen auch über die personellen und finanziellen Ressourcen, um sich vor Cybergefahren zu schützen. Doch gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es eine große finanzielle und personelle Herausforderung, fachgerecht und umfassend für die Sicherheit der IT-Systeme zu sorgen. Es geht also weniger um fehlende Awareness als um die fehlende Struktur und die Ressourcen, bestehendes Wissen in konkrete Lösungen umzusetzen.

Was brauchen Handelsunternehmen, um ihre Widerstandsfähigkeit gegen Cyberbedrohungen zu stärken? Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf? 
Es geht zuerst einmal darum, kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Informationen zu erleichtern, die verständlich und auch ohne IT-Experten umzusetzen sind. Eine günstige und einfache Maßnahme ist zum Beispiel die Schulung von Mitarbeitern, um zu verhindern, dass durch eigenes Handeln Cyberangreifern Tür und Tor geöffnet werden. Schwache Passwörter, unbedachtes Öffnen von E-Mail-Anhängen oder ein zu offenherziger Umgang mit Social Media bieten eine große Angriffsfläche für Schadsoftware und den Abfluss empfindlicher Daten. Es ist oft kein spezialisierter Hacker, von dem die Gefahr ausgeht, sondern simpel programmierte Software und Fehlverhalten im Unternehmen.


Serie Cybersicherheit

Management von Cyberrisiken
Technische Schutzmaßnahmen
Sensibilisierung der Beschäftigten
IT-Grundschutz für KMU
Praxisbericht


Der HDE und das BSI haben im Juni 2018 eine langfristige Kooperation vereinbart. Was sind für Sie die Highlights der bisherigen Zusammenarbeit?

Durch die Zusammenarbeit mit dem BSI können wir die Unternehmen in der Fläche weiter für das Thema sensibilisieren und ihnen Unterstützung bei der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen anbieten. Hierzu haben wir das Thema IT-Sicherheit mit in unsere digitale Agenda aufgenommen. Zahlreiche Informationen und einen Einstieg in das Thema finden die Unternehmen auf der Website „Handel 4.0“. Außerdem wird am 21. März die Veranstaltung „Forum Handel 4.0: Cyber-Sicherheit Inside“ in Berlin stattfinden, bei der Herr Schönbohm, Präsident des BSI, und weitere interessante Gäste über IT-Sicherheit, insbesondere bei mittelständischen Unternehmen, diskutieren werden. Mein persönliches Highlight wird hierbei ein spannendes Life-Hacking sein.


Umfangreiche Informationen und praktische Tipps zum Thema Digitalisierung & Cyber-Sicherheit für den Handelfinden Sie auf den Webseiten von Handelsverband und der Allianz für Cyber-Sicherheit des BSI:
· Plattform „Handel 4.0“
· Allianz für Cyber-Sicherheit

Schlagworte: Allianz für Cybersicherheit, BSI, IT, Serie

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