Payment Spezial: Open Banking

„Die Akzeptanz ist da“

Seit Einführung der P2D2-Richtlinie können Verbraucher lizensierten Dienstleistern Einblick in ihr Konto gestatten. Michael Hilgärtner (Schufa Holding AG) und Florian Haagen (FinApi) über die Vorteile dieser Access-to-Account-Technologie für den Onlinehandel.

26.04.2020

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Etwa einem Fünftel der Verbraucher ist bekannt, dass sie Dienstleistern erlauben können, Einblick in die eigenen Kontodaten zu nehmen. Etwa die Hälfte der Verbraucher, denen dieses Verfahren bekannt ist, nutzt diese Möglichkeit bereits.

Die Schufa und das FinTech FinApi versprechen eine sichere und komfortable Identifikation von Verbrauchern bei Onlinegeschäften. Wie funktioniert das?

Hilgärtner: Wir bieten Unternehmen digitale Auskünfte in Echtzeit. Wir können innerhalb von Sekundenbruchteilen valide Informationen zur Bonitäts- und Identitätsprüfung liefern, zum Beispiel indem wir die Angaben, die ein Kunde im Onlineshop zu seiner Identität macht, mit den Schufa-Daten abgleichen. Wir speichern Daten zu rund 67 Millionen Verbrauchern und sechs Millionen Unternehmen in Deutschland. Wir können zu nahezu jedem Verbraucher eine valide Auskunft erteilen. Unsere Lösungen unterstützen Händler dabei nicht nur bei der Vermeidung von Zahlungsausfällen, sondern auch bei der Betrugsprävention und der Erfüllung regulatorischer Anforderungen wie Jugendschutz und KYC.

Haagen: Die sogenannte Access-to-Account-Technologie – kurz XS2A, auf Deutsch „Kontoeinblick“ – ermöglicht ergänzende Lösungen zur sicheren Identifizierung von Verbrauchern bei Onlinegeschäften und zur Kategorisierung von Kontoinformationen.

Welchen konkreten Nutzen haben die Kunden davon?

Hilgärtner: Im Zuge der Digitalisierung erwarten Kunden eine medienbruchfreie Customer Journey, die noch dazu für den Kunden möglichst einfach gestaltet und abschließend ist.

Haagen: Dies ermöglichen die Lösungen von Schufa und FinApi, zum Beispiel, indem Kunden ohne viel Aufwand auch im Onlinehandel ihre Identität nachweisen können oder direkt eine Zusage für einen Ratenkauf erhalten. Die Händler profitieren vom positiven Erlebnis der Kunden durch weniger Kaufabbrüche und eine höhere Conversion Rate.

Welche rechtliche Basis liegt diesen Services zugrunde?

Haagen: Seit 2018 gilt die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, die besagt, dass Banken Schnittstellen zur Verfügung stellen müssen, damit Drittdienstleister mit Erlaubnis des Verbrauchers Einblick in dessen Bankdaten nehmen dürfen. FinApi ist BaFin-lizenziert und -beaufsichtigt. Damit ist die Rechtssicherheit für den Betrieb von Kontoinformations- und Zahlungsauslösediensten sowie damit verbundene Lösungen gewährleistet.

Der Schutz der eigenen Daten ist für viele Menschen ein hohes Gut. Wie schätzen Sie die Akzeptanz seitens der Verbraucher für diesen Kontoeinblick ein?

Hilgärtner: Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Schufa zeigt: Etwa einem Fünftel der Verbraucher ist bekannt, dass sie Dienstleistern erlauben können, Einblick in die eigenen Kontodaten zu nehmen. Etwa die Hälfte der Verbraucher, denen dieses Verfahren bekannt ist, nutzt diese Möglichkeit bereits. Die Akzeptanz für Access-to-Account-Lösungen ist also grundsätzlich da.

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