Gesunkene Kundenzahl: dm zieht Filialschließungen in Erwägung

 

Seltenere aber umfangreichere Einkäufe, weniger in der Stadt und an Bahnhöfen, mehr in Fachmarktzentren. Auch das Drogeriemarktunternehmen dm spürt die Veränderungen im Einkaufsverhalten vieler Menschen während der Coronavirus-Pandemie. Ob Konsequenzen für das Filialnetz folgen, sei offen, sagt dm-Chef Götz Werner bei der Vorstellung der Jahreszahlen. Der Bedarf der Kunden ließe sich "künftig womöglich grundsätzlich auch mit weniger stationären Filialen decken".

 

In den Innenstädten, in Einkaufszentren und an Bahnhöfen sei die Kundenzahl geringer als vor der Pandemie. "Das macht sich deutlich bemerkbar." Corona sei Beschleuniger eines Trends, den es bereits zuvor gegeben habe. Klar sei: "Man muss dort sein, wo die Kunden sind." Das Unternehmen habe mit einer Ausweitung des Online-Geschäfts und des Express-Abholservices auf die Pandemie reagiert.
 

Coronapademie bremst Wachstum

Der Branchenprimus der deutschen Drogeriemärkte mit Sitz in Karlsruhe wuchs auch in der Coronazeit weiter. Allerdings war der Umsatzzuwachs im Geschäftsjahr 2019/20 (30. September) mit 2,9 Prozent auf 11,52 Milliarden Euro deutlich geringer als im Vorjahr (4,6 Prozent). Das Wachstum im Ausland war mit 5,3 Prozent stärker als in Deutschland mit 2,1 Prozent. Ohne Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung hätte der Bruttoumsatz in Deutschland um rund 3,0 Prozent zugelegt, sagt Werner. Angaben zum Gewinn macht dm nicht. Das Unternehmen schreibe schwarze Zahlen und investiere weiter, betont Werner.

 

Die Zahl der Filialen in Deutschland wuchs um 27 auf 2024. Insgesamt sind es in Europa 3765, 97 mehr als im Vorjahr. Das Unternehmen beschäftigt gut 62.600 Menschen, ein Plus von mehr als 500 im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland sank um etwas mehr als 200 auf 40.436.

 

Werner kündigt auch für das nächste Jahr weiteres Wachstum und mehr Filialen an. Dabei könne es zu Standortverlagerungen kommen. Das Unternehmen sei mit seinen Geschäften immer Mieter und könne daher flexibel reagieren.

 

Zur News-Übersicht geht es hier.

Mehr Nachrichten zur Coronakrise

Umfrage

Wo die Deutschen ihre Weihnachtsgeschenke kaufen

In fünf Wochen ist Weihnachten, normalerweise eine Zeit, in der Einkaufsstraßen und Geschäfte stark frequentiert sind. Eine Umfrage des Meinungsforschungs-Unternehmens YouGov zeigt: Aus Angst vor dem Coronavirus wollen die Menschen 2020 mehr online kaufen - viele explizit bei kleinen Anbietern.

HDE-Umfrage

Innenstadthandel in Existenznöten

Mit Blick auf die aktuelle Pandemielage und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens sehen sich nach einer aktuellen HDE-Trendumfrage unter mehr als 500 Unternehmen knapp 60 Prozent der befragten Innenstadthändler in Existenznöten.

Interview

„Wir werden Verfassungsbeschwerde einlegen“

Im Interview fordert HDE-Präsident Josef Sanktjohanser staatliche Unterstützung zur Rettung der Innenstädte, ein Belastungsmoratorium für den von der Coronakrise gebeutelten Handel sowie eine bundeseinheitliche Regelung für Sonntagsöffnungen.

Coronapandemie

Teil-Lockdown bremst Shopping-Lust

Seit knapp einer Woche ist die Bundesrepublik im Teil-Lockdown. Museen und Konzerthäuser sind geschlossen, viele Restaurants und Cafés auch. Der Handel sieht in einer ersten Zwischenbilanz seine Befürchtungen bestätigt: Es fehlen vielerorts Kunden, weil die Innenstädte leerer sind als sonst.

HDE-Konsumbarometer

Infektionsgeschehen verunsichert Verbraucher

Das HDE-Konsumbarometer zeigt für den November eine Verschlechterung der Verbraucherstimmung an. Nach dem Erholungsprozess in der Folge des ersten Corona-Lockdowns sinkt der Index damit zum ersten Mal ab.