Elektronikhändler melden gute Geschäfte im Krisenjahr

 

Homeoffice, kein Urlaub, wenig Gelegenheiten zum Ausgehen: In Zeiten der Coronapandemie haben viele Verbraucher in Elektronik wie Laptops und Fernseher investiert. Das erklärt der Geschäftsführer des Handelsverbandes Technik (BVT), Steffen Kahnt. Infolgedessen rechne die Branche für 2020 mit Umsätzen von 63,6 Milliarden Euro - ein Plus von 1,6 Prozent. 

 

Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge stieg der Verkauf von Fernsehgeräten in den ersten acht Monaten um sechs Prozent. Dabei gehe der Trend immer stärker zu großen Geräten mit Bildschirmdiagonalen von 70 Zoll und mehr. "Nicht die Fußball-Europameisterschaft, sondern das eingeschränkte Freizeitvergnügen sorgte in diesem Jahr für mehr Nachfrage nach qualitativ hochwertigen TV-Geräten", kommentiert Kahnt den Trend.

 

Doch auch Laptops, Computermonitore und Tastaturen waren deutlich stärker gefragt als vor einem Jahr. Die Umsätze mit Produkten der Informationstechnologie wuchsen zwischen Januar und August um 15 Prozent auf 6 Milliarden Euro. Kameras und anderes Fototausrüstung wurden dagegen weniger gekauft - kein Wunder angesichts der pandemiebedingten Einschränkungen bei Reisen.


Vor allem Onlinehändler profitieren

Auch bei den Produktgruppen, die stärker gefragt waren, konnten jedoch vor allem Anbieter profitieren, die im Internet präsent waren. Der Marktanteil der reinen Online-Händler werde voraussichtlich in diesem Jahr von 22 auf 26 Prozent steigen, prognostiziert die GfK. Und auch die Online-Shops der stationären Händler würden kräftig wachsen. Verlierer: die Fachhändler ohne Online-Angebot, deren Marktanteil laut Prognose von 63 auf 56 Prozent schrumpfen wird.

 

Grundsätzlich positiv blickt die Branche trotz der aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens auf das kommende Weihnachtsgeschäft: Sie erwartet eine anziehende Nachfrage zum Jahresende - auch weil mit dem Jahreswechsel die pandemiebedingte Mehrwertsteuersenkung ausläuft.

 

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