Wirecard setzt rasches Wachstum trotz Corona fort

 

Ungeachtet der Corona-Krise und Negativschlagzeilen um Bilanzvorwürfe setzt der Zahlungsdienstleister Wirecard sein schnelles Wachstum fort. Für das erste Quartal meldet der Dax-Konzern aus dem Münchner Vorort Aschheim nach vorläufigen Zahlen ein Umsatzplus von rund 24 Prozent auf 700 Millionen Euro.

 

Das operative Ergebnis legte demnach um 26 Prozent auf 199 Millionen Euro zu. Zum Ergebnis unterm Strich machte das Unternehmen zunächst keine Angaben. Der Vorstand bekräftigte sein Ziel für dieses Jahr, einen operativen Gewinn von 1 bis 1,1 Milliarden Euro zu erzielen.

 

Neukundengeschäft weiterhin stark

Wirecard verdient sein Geld hauptsächlich mit der Abwicklung elektronischen und digitalen Bezahlens an Ladenkassen und im Internet. Die Folgen der Corona-Krise spürte das Unternehmen in geschrumpften Umsätzen mit Luftfahrt- und Tourismusbranche, deren Geschäfte weitgehend zum Erliegen gekommen sind. "Diese Effekte konnten wir weitestgehend durch Zuwächse im Online-Geschäft in den Bereichen Konsum- und Digitale Güter ausgleichen", sagt Finanzchef Alexander von Knoop. "Unser Neukundengeschäft entwickelt sich weiterhin stark."

 

Der kleinste Dax-Konzern wächst nach wie vor schneller als alle anderen Unternehmen unter den Top 30 an der Frankfurter Börse, allerdings hat sich das Tempo im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamt. Der testierte Jahresabschluss für 2019 steht nach wie vor aus, weil der Vorstand die Ergebnisse eines unabhängigen Prüfberichts zu den von der Londoner "Financial Times" erhobenen Bilanzmanipulationsvorwürfen einarbeiten will. Der Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hatte im April neuerliche Börsenturbulenzen ausgelöst, weil zentrale Fragen unbeantwortet geblieben waren.

 

Zur News-Übersicht geht es hier.

Mehr Nachrichten zur Coronakrise

HDE-Prognose

Nonfood-Handel droht Umsatzverlust von 40 Milliarden Euro

Der Nonfood-Einzelhandel hat im April einen historischen Umsatzeinbruch erlitten, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) mitteilt. Durch Corona-bedingte Geschäftsschließungen sanken die Erlöse im Vorjahresvergleich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 14,4 Prozent.

Coronakrise

HDE lehnt Einschränkung von Werkverträgen ab

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor weiteren Regulierungen bei Werkverträgen mit der Begründung des Kampfes gegen die Verbreitung des Coronavirus in der Fleischwirtschaft. Der Vorschlag ginge am Ziel vorbei, heißt es.

Coronakrise

Kunden kehren nur langsam in die Innenstädte zurück

Auch wenn die Menschen wieder in die Geschäfte dürfen: Maskenpflicht und Abstandsregeln vermiesen vielen das Shopping-Erlebnis. Der Handel leidet unter der Zurückhaltung. Es könnte zahlreiche Pleiten geben.

Coronakrise

Modehandel nach Wiedereröffnung stark unter Druck

Die Corona-Krise ist für den Modehandel auch nach dem Ende des Lockdowns längst nicht vorbei. In den Läden stapelt sich unverkaufte Ware. Doch die Kauflust ist im Keller. Deshalb droht eine gewaltige Rabattschlacht.

Marketing

„Jetzt geht es um Nähe und Authentizität“

Mit seiner Storytelling-Agentur Jung von Matt/SAGA betreut Geschäftsführer Stephan Giest große Handelsunternehmen. Im Interview spricht er über die Kommunikation nach der Coronakrise und Kundenbindungsstrategien mit Happy End.