Handel drängt auf Öffnung aller Läden schon zum Wochenende

 

Der Handel in Deutschland drängt darauf, schon zum bevorstehenden Wochenende (9./10. Mai) wieder alle Läden in Deutschland zu öffnen. "Gerade in den Modegeschäften stapeln sich die Waren, da zählt jetzt wirklich jeder Verkaufstag", sagt der Sprecher des Handelsverbandes Textil (BTE), Axel Augustin, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Das beste wäre es, wenn alle Geschäfte noch vor dem Wochenende öffnen könnten."

 

Bund und Länder haben grundsätzlich grünes Licht dafür gegeben, dass angesichts der sinkenden Infektionszahlen in der Corona-Krise nach den kleineren Läden auch Warenhäuser und andere größere Geschäfte ihre Tore bundesweit wieder öffnen können.

 

Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt diese Entscheidung, fordert aber gleichzeitig weitere umfangreiche Hilfen für den Handel. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagt, die Krise sei mit der Wiedereröffnung der Geschäfte "noch lange nicht vorbei. Denn die Händler könnten die in den Wochen der Schließung entstandenen Verluste in den meisten Fällen nicht mehr wettmachen. Außerdem sei die Konsumstimmung angesichts der Pandemie auf einem historischen Tiefstand. Die Umsätze im Handel seien dementsprechend schlecht. "Viele haben Angst um ihre Jobs und sparen lieber."

 

Deshalb brauche der Handel dringend einen staatlichen Rettungsfonds, der Unternehmen in Not nichtrückzahlbare Finanzhilfe gewähre. "Wenn die Politik jetzt die Hände in den Schoß legt, dann werden viele Handelsunternehmen aufgeben müssen", sagt Genth. Das gefährde nicht nur den Handel, auch die Zukunft der Innenstädte sei dadurch bedroht. Um die Konsumstimmung wieder anzukurbeln, plädiert der Handel außerdem für die Ausgabe von Corona-Schecks in Höhe von 500 Euro für jeden Einwohner.

 

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