Deutscher Einzelhandel: Größtes Umsatzminus seit 2007

 

Wegen des Shutdowns in der Coronakrise hat der deutsche Einzelhandel im März den stärksten Umsatzrückgang gegenüber einem Vormonat seit Januar 2007 erlebt. Laut Statistischem Bundesamt fiel der Umsatz im März real um 5,6 Prozent. "Aufgrund der Geschäftsschließungen in der Corona-Krise sind die Umsätze in einzelnen Einzelhandelsbranchen im März 2020 stark eingebrochen", so das Statistikamt. "Gleichzeitig sorgte die starke Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs zu erhöhten Umsätzen in anderen Bereichen, etwa in Supermärkten und Apotheken."

 

So machte der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren im März diesen Jahres 11,8 Prozent mehr Umsatz als im März 2019. Der Umsatz bei Supermärkten, Warenhäusern und Verbrauchermärkten stieg um 13,2 Prozent an. Der Internet- und Versandhandel erreichte das größte Umsatzplus mit 13,7 Prozent. Deutlich zeigt sich der Einfluss der Coronakrise auch im weiterhin hohen Umsatzplus der Apotheken beziehungsweise des Einzelhandels mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten. Mit 8,3 Prozent höheren Umsätzen als im Vorjahresmonat. 

 

„Den größten seit 1994 gemessenen Umsatzeinbruch verzeichnete der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren“, so das Statistische Bundesamt. Hier haben sich die Umsätze im Vorjahresvergleich mehr als halbiert.

 

Zur News-Übersicht geht es hier.

Mehr Nachrichten zur Coronakrise

IFH-Analyse

Wie der Fahrradmarkt von der Coronakrise profitiert

Der deutsche Fahrradmarkt ist von 2015 bis 2019 mit einem Umsatzplus von 5,03 Milliarden Euro stark gewachsen. Der wirtschaftliche Einbruch der Coronakrise zeigt sich im Fahrradmarkt nicht, im Gegenteil.

Weihnachtsgeschäft

Frühe Suche nach Geschenken

Weihnachtsgeschenke und Christbaumschmuck auf den letzten Drücker? Nicht in diesem Jahr: Jeder dritte Deutsche (33 Prozent) hat sich 2020 vorgenommen, wesentlich früher mit der Weihnachtsplanung zu beginnen, so eine neue repräsentative Umfrage.

HDE-Konsumbarometer

Langsam auf Erholungskurs

Wie schon in den vergangenen Monaten bleibt die Verbraucherstimmung auch im August nach dem starken Einbruch zu Beginn der Coronakrise auf Erholungskurs, zeigt das HDE-Konsumbarometer. Allerdings verlangsamt sich das Tempo des Anstiegs im Vergleich zum Vormonat.

Coronakrise

Altmaier will Ladensterben in Innenstädten verhindern

Der Handel rechnet mit milliardenschweren Umsatzeinbußen, weil das Geschäft in Innenstädten nicht richtig in Schwung kommt. Bundeswirtschaftsminister Altmaier will gegensteuern - und setzt dabei auch auf Online-Shopping.

E-Commerce

Verbraucher wollen auch nach Corona mehr online kaufen

Aufgrund von Covid-19 und den verhängten Restriktionen haben 59 Prozent der Deutschen mehr online eingekauft als zuvor, so eine neue repräsentative Umfrage. 87 Prozent der Befragten wollen auch in Zukunft in diesem Maße oder sogar zunehmend Produkte im Internet bestellen.