Möbelhandel konnte 2019 Umsatz überraschend steigern

Der Möbelhandel in Deutschland hat seine Umsätze im vergangenen Jahr zur Überraschung vieler Experten wieder gesteigert. Nach einer aktuellen Marktstudie des Instituts für Handelsforschung in Köln (IFH) stieg der Umsatz mit Wohn- und Küchenmöbeln in der Bundesrepublik 2019 um 1,8 Prozent auf rund 20,6 Milliarden Euro. Inklusive Küchengeräte lag er sogar bei 26 Milliarden Euro. 2018 waren die Umsätze laut IFH noch leicht rückläufig.

 

Der Zuwachs sei eine Überraschung, sagt der IFH-Möbelhandelsexperte Uwe Krüger. Die meisten Branchenkenner seien davon ausgegangen, "dass die Verbraucher ihren Bedarf an neuen Möbeln bereits in den Vorjahren weitgehend gedeckt hatten".

 

An dem seit Jahren zu beobachtenden Strukturwandel in der Möbelbranche wird der jüngste Aufschwung allerdings nichts ändern, ist der Experte überzeugt. "Zurzeit herrscht eine trügerische Ruhe in der Branche. Doch die Umwälzungen im Möbelhandel werden weitergehen", ist Krüger überzeugt. "Gewinner werden die drei Marktführer und die Onlinehändler sein. Sie werden ihre Marktanteile weiter kräftig aufstocken."

 

Nach der Prognose werden die drei großen Möbelhandelsketten in Deutschland - Ikea, XXXLutz und Höffner - ihren Marktanteil in den nächsten fünf Jahren von derzeit 26 auf 29 Prozent erhöhen. Der Anteil des Online-Handels am Möbelgeschäft werde von 13 Prozent im Jahr 2019 auf fast 20 Prozent im Jahr 2024 steigen. Dagegen werde der Anteil des "klassischen" stationären Möbelhandels ohne Internetangebot von derzeit noch über 60 Prozent auf nur noch gut 50 Prozent sinken.

 

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