Real-Betriebsrat sieht 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr

Durch den geplanten Verkauf der SB-Warenhauskette Real ist nach Einschätzung des Betriebsrates fast jeder Dritte der noch vorhandenen 34.000 Arbeitsplätze bei der Metro-Tochter gefährdet. "Der Gesamtbetriebsrat rechnet mit etwa 10.000 Arbeitslosen", sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Unternehmens, Werner Klockhaus, der "Süddeutschen Zeitung".

 

Der Hintergrund: Die Metro will alle 277 Real-Märkte in Deutschland möglichst schnell an ein Konsortium um den Investor X-Bricks verkaufen. Der will aber nach den bisher bekanntgewordenen Plänen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler weiterverkauft werden. Einigen Standorten droht offenbar auch die Schließung.

 

Von der Metro war zunächst keine Stellungnahme zu den Äußerungen von Klockhaus zu erhalten. Bei der Ankündigung der Verhandlungen mit X-Bricks im vergangenen Dezember hatte der Handelsriese betont, Ziel sei es, beim Weiterverkauf der Standorte die Käufer "vertraglich zur Übernahme der Real-Mitarbeiter zu verpflichten".

 

Klockhaus beruhigt das aber nicht. Er rechnet mit "rund 50 Schließungen oder mehr" im Zuge der Neuordnung. Allein dadurch seien rund 6000 Arbeitsplätze bedroht. Außerdem werde es wohl auch in den an Wettbewerber verkauften Filialen zu sehr vielen betriebsbedingten Kündigungen kommen, befürchtet er. Denn kaum einer der Wettbewerber habe eine ähnlich breite Sortimentsstruktur wie Real. Die Beschäftigen in der Elektro-, Sport- und Haushaltswarenabteilung würden deshalb nicht mehr benötigt. Zusammen mit dem zu erwartenden Personalabbau in der Zentralverwaltung seien damit noch einmal 4000 Stellen gefährdet. "Für die Metro war Real schon immer ein Stiefkind, welches man vernachlässigt hat", klagt Klockhaus. Die Zeche dafür müssten jetzt die Mitarbeiter zahlen.

 

Zur News-Übersicht geht es hier.

Zum Weiterlesen

Plattformökonomie

Von der Kraft des Netzwerkeffekts

Ob Facebook, Amazon oder Airbnb – hinter jeder digitalen ­Plattform verbirgt sich ein komplexes System. Für das rasche ­Wachstum sorgt ein Zusammenspiel verschiedener Effekte, sowohl auf Anbieter- als auch auf Nachfrageseite. Der Netzwerkeffekt steht dabei im Zentrum.

Herbstprognose

Warum der HDE trotz Coronakrise mit Wachstum rechnet

Trotz der Coronakrise rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) für das laufende Jahr mit einem Umsatz im Einzelhandel von knapp 552 Milliarden Euro - und damit mit rund 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Lage sei jedoch in einzelnen Branchen sehr verschieden, heißt es.

E-Commerce

Die größten Onlineshops wachsen zweistellig

Die hundert größten Onlineshops im deutschen E-Commerce konnten auch im Jahr 2019 ein zweistelliges Umsatzwachstum erwirtschaften. Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr beträgt 11,6 Prozent bei einem Gesamtjahresumsatz von 37,52 Milliarden Euro, so eine neue Studie.

Umfrage

Herzen der Deutschen schlagen für die Innenstädte

Welchen Einfluss hat Corona auf das Kaufverhalten und die Entwicklung der Innenstädte? Eine neue Umfrage hat mehr als 5.600 Konsumenten um ihre Meinung gebeten. Fast 90 Prozent der Befragten ist eine lebendige Innenstadt wichtig.

Coronakrise

Vorliebe für Onlinekäufe hält an

Onlinekäufe sind in der Coronakrise nach wie vor beliebt und werden teilweise dem stationären Kauf vorgezogen. Möglichkeiten zur Online-Informationssuche und für personalisierte Angebote werden vor allem von der jüngeren Zielgruppe zunehmend genutzt, so eine neue Umfrage.