Lebensmittelhandel befürchtet Osteransturm

Der Lebensmittelhandel in Deutschland befürchtet trotz der Corona-Pandemie einen Osteransturm der Kunden. Ostern sei eines der wichtigsten Feste in Deutschland. Traditionell werde davor viel eingekauft, sagt der Sprecher des Handelsverbandes Lebensmittel (BVLH), Christian Böttcher. Das Problem: In diesem Jahr dürften die Einkäufe wegen der überall in Deutschland geltenden Zugangs- und Abstandsregelungen in den Märkten erheblich behindert werden.

 

Große Handelsunternehmen appellieren deshalb bereits an die Kunden, die Ostereinkäufe möglichst nicht nur auf den Gründonnerstag und den Karsamstag zu legen, sondern die Einkäufe besser frühzeitig zu erledigen.

 

"Alle, die dazu die Möglichkeit haben, sollten zumindest Teile ihrer Ostereinkäufe vorziehen im Laufe der kommenden Tage. So können der Gründonnerstag und der Karsamstag, an denen wir mit mehr als zehn Millionen Kunden üblicherweise eine besonders hohe Nachfrage erleben, entlastet werden", sagt Rewe-Chef Lionel Souque der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei auch ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Märkten, betont Souque.

 

Auch die Real-Chefs Patrick Müller-Sarmiento und Henning Gieseke rufen die Kunden auf, die Einkäufe nicht erst am Gründonnerstag zu erledigen. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise und den damit verbundenen behördlichen Vorgaben seien in den Tagen vor dem Fest längere Wartezeiten, zum Beispiel vor den Märkten oder an den Kassen, nicht unwahrscheinlich. Alle Händler betonen, die Warenversorgung sei gesichert.

 

Nach den Hamsterkäufen zu Beginn der Corona-Krise hat sich die Nachfrage erst in den vergangenen Tagen wieder etwas normalisiert. "Wir haben gerade eine Atempause", sagt Branchensprecher Böttcher. Mit Blick auf Ostern wünscht er sich: "Es wäre gut, wenn die Verbraucher jetzt schon an Ostern denken und ihre Einkäufe vorziehen - aber nicht wieder hamstern."

 

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