Stationärer Handel – Geht doch

Hierzulande steht Supermarktarchitektur immer noch für funktionale Zweckmäßigkeit in Gestalt blickdichter Flachbauten. Doch viele Handelsunternehmen haben erkannt, dass auch ein gutes Sortiment eine ansprechende Verpackung benötigt.

Von Cornelia Dörries 01.10.2015

Alpenglühen an der Kasse
Die österreichische Handelskette MPreis, ein Vorreiter in Fragen neuer Supermarktkonzepte, setzt bei ihren Neubauten konsequent auf individuelle, nachhaltige Architektur mit Ortsbezug. Der Markt in Telfs/ Tirol, entworfen vom Innsbrucker Architekturbüro Peter Lorenz, ruht mit seiner rundlichen Kubatur im Tal wie ein gläserner Pottwal, in dem sich die Gipfel spiegeln.

Lichte Halle im Tal
Die MPreis-Filiale in Matrei/Osttirol erinnert in ihrer leichtfüßigen Beschwingtheit an die Formensprache des International Style. Die beschwipste Ästhetik von Nierentisch und chromglänzendem Straßenkreuzer setzt der Entwurf des Architekten Hans-Peter Machné konsequent um und überführt die dynamische Eleganz dieser Ära in die zeitgenössische Handelsarchitektur.

Zackig
Dieser Penny-Supermarkt im hessischen Offenbach, entworfen vom Büro Faller & Krück, wird seinem Standort gleich doppelt gerecht: So ist der an einer Verkehrsstraße gelegene Gebäudeteil mit einer dynamisch gerundeten, geschlossenen Ziegelfassade versehen, während der Eingang sich unter einem weit auskragenden Dach befindet, das im Verlauf selbst zu einem Gebäudeteil wird.

Norddeutsch solide
Supermarkt, Getränkehandel, Parkplatz: Was nach Vorstadtödnis klingt, kann auch aussehen wie in Oldenburg-Bloherfelde. Dort entstand ein Ensemble in regionaltypischer Backsteinoptik, das der Adresse einen hohen Wiedererkennungswert und städtebauliche Qualität verleiht. Vor allem die gläsernen Fronten in den Erdgeschossen zitieren die öffentlichkeitswirksamen Tugenden guter Handelsarchitektur. Sie stammt in diesem Fall vom ortsansässigen Büro Neun Grad Architektur.

Rundbau mit Aussicht
Welche gestalterische Vielfalt die Bauaufgabe Supermarkt birgt, beweist auch dieses Projekt vom MPreis im österreichischen Achenkirch. Entworfen vom Innsbrucker Büro Giner & Wucherer, sieht das Gebäude wie eine touristische Attraktion aus. Ist es ja auch. Denn neben seinem Warenangebot wartet der Markt mit einem Café und Verweilbereichen auf. Von dort aus können Kunden den Panoramablick auf die Tiroler Alpen genießen.

Schlagworte: Einzelhandel, Handelsimmobilien, Supermarkt, Architektur

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