Der Handel bittet zu Tisch

Handel und Gastronomie waren einst sauber voneinander getrennt. Doch längst hat der Handel die Vorteile von gastronomischen Angeboten für sich entdeckt und dringt mit unterschiedlichen Formaten weiter in den Bereich der Gastronomie ein.

12.12.2017

© Ikea

Denn unsere Gesellschaft ist mobiler geworden, das verfügbare Einkommen der Konsumenten ist gestiegen, der Trend zur Urbanisierung hält an, und gleichzeitig wohnen immer mehr Menschen in kleineren Haushalten – alles Voraussetzungen, die den Außer-Haus-Verzehr begünstigen. In Deutschland beträgt der handelsgastronomische Umsatz jährlich bereits über neun Milliarden Euro, wie die neue Markterhebung „Handelsgastronomie in Deutschland“ des EHI zeigt.

„Handelsgastronomie findet branchen- und flächenübergreifend statt und es wird einiges ausprobiert. Das Ziel ist, die Frequenz auf der Fläche zu erhöhen, die Verweildauer der Kunden zu verlängern und ein möglichst angenehmes Umfeld zu schaffen”, beschreibt Olaf Hohmann, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter des Forschungsbereichs Handelsgastronomie beim EHI, die Entwicklung im Handel.

Im deutschen Handel findet das konzeptionelle Zusammenspiel von Handel und Gastronomie aktuell bei etwa 33.000 Verkaufsstellen handelsgastronomisch statt. Über die Hälfte, nämlich 5,2 Milliarden Euro beziehungsweise 56 Prozent, des handelsgastronomischen Umsatzes generiert der Lebensmitteleinzelhandel an rund 25.000 Standorten, davon drei Milliarden Euro in der Vorkassenzone, zwei Milliarden Euro mit To-go-Convenience und 0,2 Milliarden Euro durch Gastronomie auf der Handelsfläche.

Den zweiten Platz im Ranking nehmen mit zwei Milliarden Euro die bundesweit 480 Shopping-Center ein, gefolgt von den rund 5.000 handelsgastronomisch relevanten Tankstellen mit einer Milliarde Euro. In rund 500 Möbelhäusern mit angeschlossenem Restaurant, Café oder Imbiss werden rund 400 Millionen Euro umgesetzt und bei den 150 Warenhäuser liegt der Bruttoumsatz bei rund 240 Millionen Euro. Baumärkte und Gartenfachmärkte haben etwa 1.800 Standorte mit gastronomischen Angeboten wie Bäckereien, Imbissen oder Cafés. Ihr handelsgastronomischer Bruttoumsatz beläuft sich auf etwa 360 Millionen Euro.

Der Textilhandel und der Buchhandel verzeichnen trotz ihrer hohen Anzahl an Filialen aktuell noch die niedrigsten Handelsgastronomie-Anteile. Große Buchhandlungen erzielen mit rund 100 relevanten Standorten rund fünf Millionen Euro, während Textilien in etwa 100 handelsgastronomisch relevanten Standorten ein geschätztes Bruttoumsatzvolumen von 50 Millionen Euro erreichen.

Das Whitepaper “Handelsgastronomie in Deutschland” ist hierkostenlos erhältlich.

Schlagworte: EHI Retail Institute, Gastronomie, Handelsgastronomie, Studie, Whitepaper, Erhebung

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