Die Ware leben

Faible für Feinkost

Von Haus aus Ingenieur, führt Tom Brüderl ein Schicksalsschlag zum Handel. Feinkost ist seither sein Metier. Mit kulinarischen Veranstaltungen, einem lokalen Lieferdienst sowie einer ordentlichen Präsenz in den sozialen Medien kann er sich bestens behaupten.

Von Cornelia Dörries 13.02.2020

© Fotostudio Hackl

Austrogermanischer Händlerbund: Irene und Tom Brüderl eint die Leidenschaft für Genuss.

Wein, Likör, Pâté und Schokolade, dazu feiner Tee, Gewürze und Gebäck – das alles steckt in dem schön verpackten Präsentkorb, der an diesem Wintermontag als Erstes über den Ladentisch von „Barrique Landshut“ geht. Für Inhaber Tom Brüderl ist so ein Korb nicht nur Gelegenheit, sich bei der individuellen Zusammenstellung als Genussexperte zu beweisen, sondern auch, die Vielfalt seines Sortiments zu zeigen.

„Für die Vermittlung unserer Geschäftsphilosophie braucht es nicht mehr als das“, sagt er. „In einem Präsentkorb steckt alles drin, wofür wir stehen.“ Das hat vor allem mit der Freude an den schönen Dingen des Lebens zu tun. Doch lässt sich damit ein Laden betreiben? Brüderl lacht. Er ist überzeugt: Hätte er sein Geschäft nur nach den Prinzipien von Umsatzoptimierung und Preispolitik betrieben, wäre er wohl längst wieder als Ingenieur tätig. Denn der Erfolg von „Barrique Landshut“ beruht auf Tugenden, die bislang kein Algorithmus ersetzen kann: das Vertrauen seiner Stammkundschaft ebenso wie persönliche Beratung, langjährige Kontakte zu den Produzenten und Neugier auf Kulinarisches aus aller Welt.

Dabei sieht es für Brüderl anfangs gar nicht nach einer Karriere im Bereich Wohlschmeckendes aus. Obwohl Sohn einer Gastwirtin, beginnt er auf Wunsch der Mutter – er soll es mal besser haben als die Eltern – ein Ingenieurstudium. Das läuft gut.

Hobby zum Beruf gemacht

Doch 1996, im Zuge eines größeren Bauvorhabens in der Weinbauregion Franken, kommt er auf den Geschmack. Und zwar den von Terroir, Balance und Nachhall. Anfangs bringt er den Kollegen ein paar Flaschen mit, später organisiert er im Freundes- und Bekanntenkreis Weinverkostungen. Ein schönes Hobby, findet er.

Ein schwerer Verkehrsunfall im Jahr 2004 wird für Brüderl zur Zäsur. Während der langen Genesung denkt er immer wieder darüber nach, was er von seinem Leben will. Dass er dabei stets bei seiner Leidenschaft für Genuss landet, fügt sich irgendwann zu einem neuen Lebensentwurf, der zur Perfektion reift, als er etwa zur gleichen Zeit seine heutige Ehefrau Irene kennenlernt. Sie folgt ihm aus Salzburg nach Landshut, wo sie 2006 das gemeinsame Geschäft eröffnen.

Dort finden neben dem Verkauf auch kulinarische Veranstaltungen statt. „Brüderl-Entertainment“, sagt der Inhaber dazu. Sobald er die Termine auf Google, Instagram und Facebook veröffentlicht, dauert es nicht lange, bis sie ausgebucht sind. Die Nutzung des Webs, vor allem der sozialen Medien, ist für das Ehepaar Brüderl eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie der europaweite Versand und der lokale Lieferdienst. Doch das eigentliche Geschäft findet vor Ort statt. Und so soll es auch bleiben. ●

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Schlagworte: Feinkosthändler, Die Ware leben, Lebensmitteleinzelhandel

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