Shoppen ohne Wartezeiten

Self-Checkout-Systeme haben mittlerweile Marktreife erreicht. Im deutschen Einzelhandel gibt es bisher dennoch wenige Angebote – ganz im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern, wo solche Services bereits häufig anzutreffen sind.

10.08.2016

© Tyler Olson-shutterstock

Nahezu alle Nutzer von mobilen Self-Scanning-Systemen (99 Prozent) sind zufrieden mit dem Service, davon 70 sogar sehr. Daher sind die Nutzer auch sehr loyal: 61 Prozent von ihnen nutzen diesen Service immer und 36 Prozent häufig. Die größte Gruppe der Self-Scanning-Fans sind die 30 bis 39-Jährigen, knapp zwei Drittel von ihnen gehören zu den häufigen Nutzern. Kartenzahler haben dabei grundsätzlich eine höhere Affinität zu Self-Scanning-Systemen als Barzahler.

Komfortabel und schnell
Warum nutzen Kunden Self-Scanning-Systeme? Fast alle (96 Prozent) Studienteilnehmer geben an, dass sie den Komfort schätzen, die Ware an der Kasse nicht noch einmal umpacken zu müssen. Komfort und Zeitersparnis, inklusive der Vermeidung von Wartezeiten an der Kasse, sind daher auch die Top-Motivatoren für Self-Scanning-Nutzer, gefolgt von der Freude am Kennenlernen technischer Innovationen und der Selbstbestimmtheit sowie der Preiskontrolle während des Kassiervorgangs.

98 Prozent der Nutzer hatten schon einmal einen Rescan. Alle Anbieter von mobilen Self-Scanning-Lösungen führen in verschiedenen Zeitabständen Algorithmus-gesteuerte Stichprobenkontrollen durch. In dem Rescan wird nach Abschluss des Einkaufs eine kleine Anzahl an Artikeln gegengeprüft. Befinden sich in der Stichprobe Artikel im Einkaufskorb, die nicht auf dem Kassenbon erfasst sind, wird der Inhalt des gesamten Warenkorbs überprüft. Nur wenige der Befragten empfinden die Kontrollprozedur als störend, 90 Prozent zeigen Verständnis oder fühlen sich nach erfolgreicher Prüfung sogar bestätigt, alles richtig gemacht zu haben. Nur wenige bemängeln den dadurch entstehenden Zeitverlust oder empfinden die Rescans als zu häufig sowie unangenehm, weil ihnen Fehlverhalten unterstellt würde.

Von denjenigen, die Self-Scanning nicht nutzen, geben 35 Prozent die Registrierungspflicht als Störfaktor an und 38 Prozent möchten aus Datenschutzgründen keine persönlichen Angaben machen.
Auf Basis eines strukturierten Gesprächsleitfadens interviewte das EHI vom 20. April bis zum 20. Mai 2016 insgesamt 246 Kunden dreier Lebensmittelhändler, die Self-Scanning anbieten. Zwei Märkte werden jeweils von Filialunternehmen und ein Markt von einem selbstständigen Händler betrieben.

Die EHI-Studie steht hier zum kostenlosen Download bereit.

Schlagworte: EHI, Self-Scanning, Studie

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