Bezahlen: lieber per Fingerabdruck als per Handy

Zahlen per Fingerabdruck – das ist für Konsumenten in Deutschland kein Zukunftsszenario mehr, sondern eine realistische Alternative zu den bislang gängigen Zahlverfahren. Dem Mobile Payment – Zahlen mit dem Smartphone – gegenüber zeigen sich die Verbraucher deutlich skeptischer.

13.05.2016

Unter den verschiedenen Authentifizierungsverfahren genießt der Fingerabdruck bei Konsumenten die größte Akzeptanz: Rund 75 Prozent der Befragten können sich vorstellen, ihren Fingerabdruck zu nutzen, um eine Zahlung zu authentifizieren. Auch Iris- (60 Prozent) und Handlinien-Scans (50 Prozent) sind aus Konsumentensicht gut vorstellbar. Hingegen halten die befragten Händler Mobile Payment für die relevantere Technologie: Sechs von zehn Händlern finden es interessant, Mobile Payment im Ladengeschäft einzusetzen. Biometriebasierte Verfahren zur stationären Zahlung treffen lediglich bei gut 3 von 10 Händlern auf Interesse.

Die biometrische Authentifizierung hat aus Sicht der Befürworter vor allem zwei Vorteile: Sie müssen sich keine Passwörter mehr merken und gehen davon aus, dass biometrische Daten nicht so leicht zu stehlen sind. Jeder zweite Konsument, der die biometrische Identifikation bei Zahlungen ablehnt, hat in puncto Datenschutz jedoch Bedenken und möchte persönliche Daten nicht an Zahlungsdienstleister übermitteln. „Selbst die sehr auf Datenschutz bedachten deutschen Konsumenten können ihre Bedenken über Bord werfen, wenn Technologien einen eindeutigen Mehrwert bieten – der im Falle der biometrischen Authentifizierung von Zahlungen für viele Befragte klar gegeben scheint“, betont Malte Krüger.

Fingerabdruckscan versus Mobile Payment

Die biometrische Authentifizierung einer Zahlung ist sowohl beim Onlineshopping als auch für stationäre Käufe denkbar. Für den Einkauf im Ladengeschäft sind biometriebasierte Verfahren aus Konsumentensicht sogar vielversprechender als Mobile Payment: Mehr als 45 Prozent der Befragten finden es interessant, ihren stationären Einkauf per biometrischer Authentifizierung bezahlen zu können – Mobile Payment am Point of Sale ist hingegen lediglich für jeden dritten Konsumenten von Interesse.

Werden sich biometriebasierte Verfahren also eher in Deutschland durchsetzen als Mobile Payment? Sabrina Mertens, Leiterin des ECC Köln, ist sich sicher, dass die Zahlung per Fingerabdruck einige Hürden, die Mobile Payment für Konsumenten hat, überwinden kann. So sei keine zusätzliche Software wie eine App oder ein zusätzliches Gerät nötig: „Die Technologie, um per Fingerabdruck zu bezahlen, ist bereits vorhanden und massenweise in Smartphones verbaut, die Nutzung ist gelernt. Außerdem haben Konsumenten erkennbares Vertrauen in diese Art der Authentifizierung. Es bleibt daher spannend, ob sich entsprechende Zahlungsverfahren in Deutschland eher durchsetzen werden als Mobile Payment – oder ob kombinierte Verfahren wie Apple Pay den breiten Durchbruch schaffen.“

Schlagworte: ECC Köln, mobile Payment, Biometrische Authenifizierung

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