Noch nicht ganz smart

Ob personalisierte Ansprache des Kunden, digitale Services oder die Optimierung operativer Filialprozesse: Vernetzung ist im Handel Trend. Doch die Einrichtung der IT-Infrastruktur benötigt Zeit.

28.02.2018

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Viele Händler verfolgen Ideen und Pläne, ihr Unternehmen mittels digitaler Technologien mit dem Kunden zu vernetzen. Laut dem Whitepaper „Smart Stores“, befinden sich viele Konzepte aber noch in der Planung oder im Aufbau. Für die Analyse befragten die Autoren 44 IT-Entscheider der bedeutendsten Filialisten am deutschen Markt.

Klassiker Bestandsmanagement
Bei den großen Händlern bereits recht weit verbreitet ist ein digitales Bestandsmanagement, das kanalübergreifend eingesetzt wird. So gaben 59 Prozent der Befragten an, bereits automatisierte Informationen aus dem E-Commerce-Kanal für das Bestandsmanagement in den Filialen einzusetzen. Weitere 23 Prozent planen, dies in den kommenden zwei Jahren zu tun. Von diesen insgesamt 82 Prozent nutzen zwei Drittel die Daten für Click&Collect-Services, die Hälfte für die Online-Vorreservierung von Produkten in den Filialen und 39 Prozent für die Anzeige von Filialbeständen auf Online-Wunschlisten.

Kanalübergreifend lassen sich auch Kundendaten einsetzen, allerdings ist dies bisher im Handel noch nicht weit verbreitet. Laut Analyse nutzen bisher erst 18 Prozent der Befragten personalisierte Kundendaten auch im Laden, zum Beispiel an der Kasse. Dass in diesem Ansatz Potenzial steckt, beweist das Interesse von 43 Prozent, der Befragten die Nutzung in naher Zukunft einzuführen. Sollen Mitarbeiter mit diesen Daten auf der Fläche arbeiten, müssen die befragten Filialisten aber noch ordentlich aufrüsten. Lediglich in fünf Prozent der Unternehmen verfügen die Mitarbeiter heute auf ihrem Mobile Device über personalisierte Kundendaten. 36 Prozent der Firmen planen, dies einzuführen.

Besonders im Fokus stehen dabei Services wie Instore Navigation oder der Zugriff auf Produktinformationen unter Verwendung von beispielsweise QR-Codes oder Bilderkennung. Händler, bei denen eine Interaktion mit dem Smartphone der Kunden möglich ist (27 Handelsunternehmen), setzen zu 26 Prozent auf Beacons und zu 52 Prozent auf eine Unternehmens-App. Whatsapp (7 Prozent) oder Chatbots (4 Prozent) spielen noch eine untergeordnete Rolle.

Breitbandnetz
Ein großer Hemmschuh für die Digitalisierung des Handels bleibt der unzureichende Ausbau des Breitbandnetzes. 61 Prozent der Händler würden ihren Kunden im Laden gerne freien WLAN-Zugang gewähren, 57 Prozent wollen die Ausstattung der Mitarbeiter mit Mobile Devices verbessern.

Zukunftsmusik sind derzeit noch vollautomatisierte Stores mit Smart Shelves, die beispielsweise registrieren, wenn ein Kunde Ware aus dem Regal nimmt. Allerdings rechnet die Mehrheit der Befragten damit, dass solche Systeme, wie sie derzeit etwa AmazonGo testet, kurz- bis mittelfristig größere Verbreitung finden. Das Whitepaper finden Sie hier.

Schlagworte: EHI Retail Institute, Vernetzung, Smarte Stores, Smart Shelves

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