Digitalisierung

Ängste nehmen, Chancen aufzeigen

Nun ist es offiziell: Rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden feierten jüngst im Ministerium für Wirtschaft und Energie den Start des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Handel.

Von Alexander Dabrowski, Projektreferent im Mittelstand 4.0-Kom­petenzzentrum Handel 12.11.2019

© Die Hoffotografen Berlin

Kick-off im Ministerium: (v. l.) Stefan Genth, HDE-Haupt­geschäftsführer; Josef Sanktjohanser, HDE-Präsident; Ulrich Nussbaum, beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Frank Rehme, Geschäftsführer Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Handel.

Bereits seit dem 1. Juli unterstützt das neue Kompetenzzentrum kleine und mittlere Händler kostenlos und anbieterneutral in Sachen Digitalisierung. Es ist das 26. Kompetenzzentrum innerhalb des Förderschwerpunktes Mittelstand-Digital und somit in ein bereits bestehendes Netzwerk von Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren eingebunden. Dies ermöglicht den branchenübergreifenden Austausch von Fachwissen.

Das neu geschaffene Kompetenzzentrum ist in den kommenden drei Jahren insbesondere für die Handelsbranche (Groß- und Einzelhandel) zuständig. Als Konsortialleiter fungiert der Handelsverband Deutschland (HDE). Zudem sitzen starke Partner aus der Wissenschaft mit im Boot: Dazu zählen das Ibi Research an der Universität Regensburg, das IFH Köln sowie das EHI Retail Institute.

„Der mittelständische Handel braucht in Zeiten des aktuellen dramatischen Strukturwandels Unterstützung. Die Digitalisierung stellt viele Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Das Kompetenzzentrum bietet passgenaue und wertvolle Unterstützung“, sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser bei der Auftaktveranstaltung. Frank Rehme, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Handel, machte beim Kick-off deutlich, dass Händler sich bei den Experten des Konsortiums individuell über Wege zur Digitalisierung ihres Unternehmens informieren können.

Darüber hinaus sollen vor allem kleine und mittlere Einzelhändler zur Förderung der digitalen Transformation in ihren Unternehmen motiviert und praxisnah unterstützt werden. Aus diesem Grund umfasst das Angebotsportfolio neben Veranstaltungen, Webinaren und Workshops auch Checklisten, Best-Practice-Geschichten, Unternehmersprechstunden und regelmäßige Podcasts zu den aktuellen Trendthemen im Handel.

Ganz besonders gut komme das DigitalMobil Handel (DiMo) an, betont Rehme. „Wir bringen damit digitale Lösungen zum Anfassen und Ausprobieren in alle Regionen Deutschlands – unter anderem ein Tierwohl-TV mit Liveschalte in den Stall oder einen 360-Grad-Rundgang per App durch den Laden.“ Digitalisierung werde besonders dann gut angenommen und verstanden, wenn Anwendungsbeispiele die Vorteile von Technologien verdeutlichten. Dies leisten im DiMo sogenannte Erlebnisstationen, an denen Besucher wechselnde Innovationen greifbar erleben können. Das DiMo wurde zum Kick-off im Ministerium erstmals dem interessierten Fachpublikum vorgestellt und ist fortan deutschlandweit für Veranstaltungen kostenlos buchbar.

Veränderungsprozess begleiten

Bei der bundesweiten Auftaktveranstaltung des Zentrums in Berlin diskutierten Branchenvertreter intensiv über aktuelle und künftige Herausforderungen für den Handel. Dazu gehören Themen wie vitale Innenstädte, innovative Ladengeschäfte, Unterstützung durch KI, neue Kassen- und Bezahlsysteme – vor allem aber die konkreten Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien in der Praxis. Denn noch viel zu oft lassen sich insbesondere kleine Unternehmen von den aufwendig und kompliziert erscheinenden Innovationen abschrecken. Deshalb ist es die Kernherausforderung für das Gelingen des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Handel, Ängste und Berührungsängste zu nehmen sowie Chancen aufzuzeigen.

Denn eins ist sicher: Die Handelsbranche steht vor einem großen Veränderungsprozess. Ohne Digitalisierung wird es künftig nicht funktionieren. ●

Weitere Informationen unter:

kompetenzzentrumhandel.de

Schlagworte: Mittelstand, Digitalisierung, Mittelstand 4.0, Initiative Mittelstand 4.0

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