Konsumenten wollen Entlastung beim Putzen, Einkaufen und Kochen

Konsumenten in Deutschland sind grundsätzlich bereit, für Serviceangebote, die Zeit im Alltag sparen, Geld auszugeben. Das zeigt das aktuelle Consumer Barometer des Marktforschungsinstituts IFH Köln und des Beratungsunternehmens KPMG.

07.09.2015

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Vier von fünf Bundesbürgern haben Interesse an Produkten oder Dienstleistungen, die ihnen helfen, im Alltag Zeit zu sparen. Die Umfrage zeigt: Insbesondere jüngere Konsumenten und Besserverdiener interessieren sich für Services, die ihnen alltägliche, zeitaufwendige Aufgaben erleichtern oder abnehmen.

Zeitfresser im Alltag: Hausarbeit und Einkauf

Insbesondere bei Arbeiten im Haushalt sowie beim Einkauf möchten Haushalte Zeit sparen. So wünschen sich fast acht von zehn Befragten Entlastung beim Putzen und 40 Prozent möchten weniger Zeit für das Kochen aufwenden. Auch der Einkauf von Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs (41,9 %) sowie von Geschenken (30,6 %) oder Bekleidung (26,9 %) wird als zeitliche Belastung wahrgenommen.

„Haushaltsarbeiten gehören für die meisten Konsumenten zu den größten ‚Zeitfressern‘ im Alltag. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich der Branche besonders in diesem Bereich noch neue Potenziale bieten – zum Beispiel mit Produkten und Dienstleistungen, die den Verbraucher beim Putzen, Lebensmitteleinkauf, oder Kochen entlasten. Der Servicefaktor Zeit zahlt sich gewissermaßen doppelt für die Unternehmen aus, da mehr als zwei Drittel der Befragten zudem bereit sind, für derartige Angebote mehr zu bezahlen“, sagt Mark Sievers, Head of Consumer Markets bei KPMG.

Hürden abbauen: Auch nützliche Services werden nicht immer genutzt

Bereits verfügbare Services und Technologien, die mehr Zeit im Alltag schaffen, werden von den Befragten überwiegend positiv bewertet. Aber: Einige Angebote finden Konsumenten zwar grundsätzlich nützlich, während sie von der tatsächlichen Nutzung jedoch noch überzeugt werden müssen.

So hat sich der Onlinekauf von Bekleidung bereits etabliert. Die Onlinebestellung von Lebensmitteln wird dagegen zwar von 74 Prozent der Befragten als nützlich bewertet – jedoch ordern aktuell nur knapp 55 Prozent der Konsumenten ihre Lebensmittel im Netz oder wollen dies in Zukunft tun. Click & Collect – sowohl beim Fashion – als auch beim Lebensmittelkauf – möchte jeweils nur jeder zweite Befragte nutzen, obwohl 61 bzw. 68 Prozent hierin einen Mehrwert sehen. Auch bei Technologien und Produkten, die im Haushalt helfen, scheint es noch Hürden zu geben. So wollen je rund 58 Prozent der Befragten Haushaltsroboter – zum Beispiel zum Rasenmähen oder Staubsaugen – oder Smart-Home-Systeme nutzen. Nützlich finden diese Angebote jedoch jeweils mehr als 70 Prozent der Befragten.

„Das Interesse an Convenience-Services und -Technologien, die mehr Freizeit schaffen, ist hoch. Unternehmen können dieses Potenzial jedoch nur nutzen, wenn sie den Zugang vereinfachen. Geringe Verfügbarkeit oder ein zu hoher Preis sind große Hürden für eine breitere Nutzung“, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.

Schlagworte: IFH Köln, KPMG, Convenience-Service, Lebensmittelkauf, Onlinekauf

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