Fleischlos glücklich

Eine Mehrzahl der deutschen Verbraucher wünscht sich eine noch größere Auswahl an vegetarischen und veganen Produkten. Allerdings ist nur gut jeder zweite Interessent dieser Lebensmittel auch überzeugt, dass man den Kennzeichnungen als “vegetarisch” oder “vegan” vertrauen kann.

30.10.2018

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Fleischlose Produkte stoßen bei den deutschen Verbrauchern auf reges Interesse. Fast jeder vierte Konsument (22 Prozent) interessiert sich hierzulande für vegetarische Lebensmittel, immerhin jeder Achte (13 Prozent) für vegane Produkte. Und das, obwohl der Anteil von überzeugten Vegetariern (vier Prozent) und Veganern (zwei Prozent) an der Gesamtbevölkerung nach wie vor eher gering ist. Das zeigen die Ergebnisse des “Handelsmarkenmonitors 2018″, einer Kooperationsstudie des Marktforschungsinstituts Ipsos und der Lebensmittel Zeitung.

Das dennoch verhältnismäßig hohe Interesse an einer vegetarischen oder gar veganen Ernährungsweise kann teilweise durch den recht hohen Anteil von Flexitariern erklärt werden; also Personen, die möglichst wenig Fleisch essen und beim gelegentlichen Fleischkonsum auf eine hochwertige Qualität der Produkte achten. Beinahe ein Drittel der deutschen Verbraucher (32 Prozent) fallen unter dieser Kategorie.

Dem gestiegenen Interesse der Käufer entsprechend, nehmen vegetarische und vegane Produkte inzwischen auch immer mehr Platz in den Regalen deutscher Supermärkte ein. Sechs von zehn Befragten (60 Prozent) geben an, dass sie bemerken, dass auch Handelsmarken immer öfter vegetarische oder vegane Produkte in ihr Sortiment aufnehmen.

Gleichzeitig wünscht sich eine Mehrzahl der Verbraucher eine noch größere Auswahl an vegetarischen und veganen Produkten im Handelsmarkensortiment. Sieben von zehn Befragten sind der Meinung, dass Handelsmarken künftig häufiger vegetarische Produkte anbieten sollten. Bei veganen Lebensmitteln findet das in etwa jeder Zweite (55 Prozent). Bei den Jüngeren (18-39 Jahre) ist dieser Wunsch noch stärker ausgeprägt als bei älteren Konsumenten (60+).

Geringes Vertrauen in die Kennzeichnung
Allerdings ist nur gut jeder zweite (57 Prozent) Interessent dieser Produkte auch der Überzeugung, dass man der Kennzeichnung der Lebensmittel als “vegetarisch” oder “vegan” vertrauen kann. Abhilfe könnte ein Gütesiegel schaffen. Drei Viertel der Interessenten wünschen sich ein unabhängiges Siegel als verlässliche Garantie für vegetarische und vegane Lebensmittel. Bei überzeugten Vegetariern und Veganern liegt der Anteil der Befürworter eines solchen Siegels sogar noch deutlich höher (86 Prozent).

Auch bei abgepacktem Frischfleisch von Handelsmarken hegen viele Verbraucher Zweifel bezüglich der Qualität der angebotenen Produkte. Nur jeder Dritte ist der Überzeugung, dass abgepacktes Frischfleisch von Handelsmarken eine sehr hohe Qualität hat. Allerdings begegnen sich Marken und Handelsmarken in Bezug auf die Qualitätswahrnehmung beim Verbraucher nahezu auf Augenhöhe. Sechs von zehn Befragten (57 Prozent) erwarten keinen Unterschied in der Kontrollqualität von Fleischprodukten zwischen Marken und Eigenmarken.

Zudem gehen nur wenige Verbraucher (18 Prozent) davon aus, dass bei Markenprodukten mehr auf das Tierwohl geachtet wird als bei Handelsmarken. Insbesondere Männer sehen hier kaum Unterschiede und schätzen überdies das gute Preis-Leistungsverhältnis der abgepackten Fleischprodukte von Handelsmarken. Weibliche Konsumenten zeigen sich diesbezüglich etwas skeptischer und sind tendenziell auch eher dazu bereit, einen Preisaufschlag zu bezahlen, wenn dadurch die Haltungsbedingungen der Tiere verbessert werden.

Schlagworte: Handelsmarken, Lebensmittelhandel, Studie, Food, Veganer, Vegetarier

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