Endspurt beim Geschenkekauf

Eine aktuelle Befragung auf den 20 passantenstärksten Einkaufsstraßen Deutschlands zeigt, dass die deutschen Konsumenten einen Großteil ihres Weihnachtsbudgets für die restlichen Tage vor dem Fest aufgehoben haben. Das lässt einen Einkaufsendspurt erwarten, so die Studienautoren von BearingPoint und IIHD Institut.

20.12.2017

© Getty Images/Bloomberg

Während in den vergangenen Jahren der Onlinehandel als zentraler Wachstumstreiber des Weihnachtsgeschäftes galt, lassen sich seit 2016 moderatere Wachstumsraten beobachten, meinen die Berater. Für dieses Jahr kann demnach ein Onlinewachstum von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr prognostiziert werden, sowie ein Online-Anteil der Weihnachtsgeschenke, der sich bei rund 20,0 Prozent stabilisieren wird.

„Es lässt sich beobachten, dass Online-Käufe tendenziell vorgezogen werden“, kommentiert Kay Manke, Partner bei BearingPoint und führt gleichzeitig die Gründe für den Trend an: „Einerseits besteht eine gewisse Angst, dass die Konsumenten die bestellte Ware nicht rechtzeitig zum Fest erhalten. Andererseits waren die Onlineshopping-Events um den Black Friday und Cyber Monday dieses Jahr in Deutschland besonders präsent, was die Verbraucher zum früheren Onlinekauf bewegt hat.“ Wie die Erhebung zeigt, wurden zwei Wochen vor dem Fest 31,0 Prozent des Onlinebudgets bereits realisiert, was einen Zuwachs von 3,0 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Weihnachtsbudget steigt wieder an
„Nach Jahren des Rückgangs verzeichnet das Budget für Weihnachtsgeschenke eine positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr“, kommentiert Prof. Dr. HSG Jörg Funder, Geschäftsführender Direktor beim IIHD die Analysen. „Dies bestärkt uns in unserer Prognose von einem Umsatzplus von 4,2 Prozent, das gegenüber dem Handelsverband Deutschland (HDE) mit einem Plus von 3,0 Prozent optimistischer ausfällt, wobei der HDE jedoch auch Lebensmittel in seiner Schätzung beinhaltet.“ Im Durchschnitt geben die Deutschen 2017 damit 300 Euro für Weihnachtsgeschenke aus, im Vergleich zu 290 Euro im Vorjahr.

Nach Jahren, in denen sich Handelsunternehmen nahezu ausschließlich über den Preis definiert haben, lässt sich seit 2015 eine kontinuierlich rückläufige Preissensibilität der Konsumenten im Weihnachtsgeschäft beobachten. Insbesondere der Anteil derer, die ständig nach dem günstigsten Preis suchen, hat gegenüber dem Vorjahr deutlich um 3,9 Prozentpunkte abgenommen. Gleichermaßen steigt der Anteil derer, für die Angebote keine Rolle spielen um 5,2 Prozentpunkte an. Diese Entwicklung weg von einem starren Preisfokus entkräftet ein Stück weit die Hysterie der vergangenen Jahre um einen „dominanten Online-Handel“ und untermauert dabei sowohl die „Renaissance“ der Innenstadt im Weihnachtsgeschäft, als auch die wachsende Bedeutung des stationären Handels.

Deutschlands Innenstädte rücken beim diesjährigen Geschenkekauf wieder in den Fokus – sei es, um den Einkauf mit einem Besuch des Weihnachtsmarktes zu kombinieren oder die bessere Beratung und Sonderangebote in den Geschäften wahrzunehmen. Nach Jahren in denen der Online-Handel gegenüber dem stationären Handel überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichnete, scheint sich diese Entwicklung also nun zu normalisieren. Somit gehen die positiven Aussichten für ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft 2017 insbesondere auf einen starken stationären Handel zurück. Volle Straßen am zweiten Adventswochenende unterstreichen die Weihnachtsstimmung der deutschen Konsumenten und lassen ein umsatzstarkes Weihnachtsgeschäft des stationären Einzelhandels erwarten.

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