Starke Marken aus China

Zu den weltweit stärksten Marken zählt Amazon, das hinter Google und Apple erstmals auf Platz drei der Markenwertstudie BrandZ liegt. Der Retailsektor verzeichnet starkes Wachstum, angetrieben vor allem durch chinesische Marken. Doch auch die deutschen zeigen sich stark.

13.06.2018

© LEON NEAL AFP Getty Images

Google bleibt auch 2018 die wertvollste Marke der Welt. Der US-Internet-Gigant steigert den Markenwert um 23 Prozent  im Vergleich zum Vorjahr auf nun 302,1 Milliarden US-Dollar. Verfolger Apple wächst um 28 Prozent  und belegt mit einem Markenwert von 300,6 Milliarden US-Dollar knapp geschlagen erneut den zweiten Platz. Der Retail-Riese Amazon legt um 49 Prozent zu und liegt mit einem Markenwert von 207,6 Milliarden Dollar erstmals auf dem dritten Platz.

„Der Gesamtwert der Top 100 ist im Vorjahresvergleich mit 21 Prozent so stark gewachsen wie nie zuvor. Dieses Wachstum verantworten sowohl junge als auch längst etablierte Marken. Das Erfolgsrezept starker Marken basiert auf einer Mischung aus Mut und Vertrauen in das jeweilige Geschäftsmodell sowie einer langfristig angelegten Markenstrategie. Marken, die Daten und moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Augmented Reality klug einsetzen und ihre Marketingaktivitäten kreativ umsetzen, werden ihren Wert auch zukünftig ausbauen”, erklärt Dr. Bernd Büchner, Geschäftsführer von Kantar Millward Brown in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Chinesische Marken mit enormer Wachstumsdynamik
Mittlerweile finden sich 14 chinesische Marken in der Top 100. Zum Vergleich: Bei der ersten Auflage von BrandZ im Jahr 2006 zählte einzig China Mobile zu den 100 wertvollsten Marken der Welt. Im aktuellen Ranking rangiert der Internet-Konzern Tencent mit einem Markenwert von 179 Milliarden Dollar (plus 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) bereits auf Platz fünf. Ein Grund für den Erfolg: Tencents Messaging-App WeChat verzeichnet mittlerweile über eine Milliarde Benutzerkonten. Die Wachstumsdynamik in China ist insgesamt enorm: Der Gesamtwert der chinesischen Top Ten legt im Vorjahresvergleich um 47 Prozent zu, während die US-Marken nur um 23 Prozent wachsen.

Auch hinsichtlich der größten Wachstumssprünge haben chinesische Marken die Nase vorn: Online-Händler JD.com (Rang 59) macht mit plus 94 Prozent den größten Sprung und erzielt einen Markenwert von 20,9 Milliarden US-Dollar. Alibaba steigert durch Werbemaßnahmen die globale Reichweite und auf dieser Basis den Markenwert um 92 Prozent auf 113,4 Milliarden Dollar. Damit stößt die E-Commerce-Handelsplattform erstmals in die Top Ten (Rang 9) vor.

Retail-Sektor wächst mit plus 35 Prozent besonders
Der Retail-Sektor ist erneut die wachstumsstärkste Kategorie: Die 20 wertvollsten Handelsmarken im Ranking wachsen um durchschnittlich 35 Prozent. Verantwortlich für diese starke Entwicklung sind vor allem die Online-Händler, die ihre Markenwerte teilweise nahezu verdoppeln (JD.com, Alibaba). Auch Branchen-Primus Amazon trägt mit seiner Wertsteigerung von 49 Prozent zum insgesamt sehr starken Ergebnis der Retailer bei.

Aldi und Lidl zählen zu den traditionellen Handelsmarken, die ihren Markenwert im vergangenen Jahr gut entwickelt haben. Aldi steigert den Markenwert um zwölf Prozent  auf 13,8 Milliarden Dollar. Das reicht im Branchen-Ranking für Platz 9, insgesamt für Platz 93. Lidl wächst gar um 14 Prozent und hat mit einem Markenwert von 8,2 Milliarden Dollar auf Platz 15 die leicht besser platzierten US-Retailer CVS und Walgreens bereits in Sichtweite.

Die gesamte Studie in Englischer Sprache gibt es hier.

Schlagworte: Markenwertstudie, Handelsmarken, Brands

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